…views of the last days. Hut ab, das wird ein rundes und vielseitiges Programm. Buddha und Basel und Fondation Beyerler und Georgia ÓKeeffe. Jeden Tag ein Highlight, kombiniert mit vielseitigen Impressionen. Es grüßen die „alten Freunde“ an der Hauswand…
..und im Basler Kunstmuseum zeigt sich ein früher Augsburger Meister als profunder Thangkamaler mit einer noch nie gesehenen „Marien-Thangka“. Ein neuer Blickwinkel auf die buddhistischer Tradition, aber es heißt ja Basel statt Bhutan…
…und die gewaltige Georgia O ´Keeffe entführt in die „Badlands“ Amerikas in New Mexico und fast könnte man denken, man habe so eine Stimmung schon einmal im Himalaya und den Weiten Tibets erlebt, diese schneebedeckten Himmelsberge…
Und falls bei all den so widersprüchlichen Impressionen etwas Heimweh aufkommt – der Gang durch den 2. Stock im Museum schafft Abhilfe. Ein schneller Blick auf Gabriele Münter und auf Murnau rückt alles wieder grade…
Georgia O´Keeffe statt Bodhibaum zur inneren Erleuchtung und zu mehr Gelassenheit. Hier unser erster Preview auf die Frühlingsmonate mit den entdeckertouren.com, die schon mit einem grandiosen Spektakel beginnen. Basel statt Bhutan – Besuch der Buddha-Ausstellung in Basel, kombiniert mit dem Kunstmuseum und !!!!Georgia O´Keeffe!!! in der Fondation Beyerler. Und weil man dann sichtlich angetan sein wird von den floralen Impressionen und landschaftlichen Reduktionen von Georgia O´Keeffe und sicher gerne noch einmal über Gelassenheit und Buddha nachdenken will, fällt die Wahl auf unsere Frühjahrwanderung an der Rota Vicentina – Portugals atemraubende Atlantikküste zwischen Zambujeira do Mar und Sagrés. Passt doch irgendwie fein zusammen alles ;-)…
…Spaziergänger. „…Doch das Spazieren, von dem ich spreche, hat keinerlei Ähnlichkeit mit jenen sogenannten Übungen wie etwa dem Schwingen von Hanteln oder Stühlen…“
…Alphabet. Mit „Sisu“ bezeichnen die Finnen eine ihnen eigene mentale Eigenschaft, die man vielleicht mit „Kraft, Ausdauer, klaglose Beharrlichkeit, Unnachgiebigkeit, Kampfgeist, Durchhaltevermögen“ in anscheinend aussichtslosen Situationen wiedergeben kann. Gemeinsam mit allen anderen übersteht man eine Situation, indem man sich an seine Tugenden erinnert und wie ein Samurai seine innere Stärke aufrichtet und stabilisiert. Ähnlich wie die portugiesische „saudade“ ist es eine nationale Eigenschaft, ein kulturelles Konzept. Man kann natürlich Sisu auch aktiv stärken und trainieren, da gibt es die verschiedensten Anleitungen. Eine davon bezieht sich auf Sauna und Eisschwimmen, was – siehe Bild oben – den Finnen wohl näher liegt als uns. Waldspaziergänge, Zimtschnecken usw., in allem möglichen findet man Sisu aktivierende Kräfte. Her damit! Liebe Finnen, schickt uns ein bißchen Sisu runter, wir können es gut gebrauchen, denn mit mentalen Stärken und innerer Kraft und klagloser Beharrlichkeit haben wir es im Moment nicht so. Sonst müsste ich zum wiederholten Male das bayrische Stoßgebet losschicken: „Oh Herr, lass Hirn regnen!“…
Omikron
Das viel genannte Omikron, nicht Omnikron, Omikom oder Omikon oder sonst was, wie man es durchaus immer wieder hört, ist zunächst einmal griechischer Buchstabe, ebenso wie Alpha oder Delta. Warum man nach Delta nun nicht Epsilon, Zeta, Theta, Iota, Kappa, Lambda, My, Ny oder Xi genommen hat, keine Ahnung. Xi vielleicht, weil sich dann viele Hanchinesen, vielleicht Herr Xi Jinping auf den Schlips getreten gefühllt hätte. Egal – das Omikron ist jedenfalls das kleine O – das bedeutet es nämlich. O mikron. Aber, und und das gibt mir wirklich zu denken für die nächsten bevorstehenden Monate, im Griechischen gibt es zwei O, denn es gibt nämlich auch noch ein großes O und da denke ich mir dann gleich wieder „Oh weh“. Denn das große O, das O mega ist der letzte der 24 griechischen Buchstaben und steht oft für das Ende. „Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende…“ oder gar „…es stellt einen Torbogen dar. Das Tor steht für Sterben, für die letzte Lebensphase…“ – egal, auf jeden Falls klingt das alles keineswegs erfreulich. Selbst wenn man das Große O als kleines O schreibt – bleibt es doch immer ein großes O, eben ein Omega. Mag sein, dass man dann gerne auf seine Omega-Uhr schauen mag. Jedenfalls das griechische Alphabet bis zum letzten Buchstaben, darauf hab ich definitiv keinen Bock. Vielleicht hilft doch nur ein Stoßgebet um Hirnregen und die Bitte an die Finnen um ein bisserl Sisu…
…anstieg sind eine deutliche Ansage. Von -17 auf +1. Der Spaziergang in Porvoo, knapp eine Stunde mit dem Bus von Helsinki entfernt, findet noch im leichten Schneegestöber statt mit Pippilangstrumpfweihnachtsstimmung pur. Aber es deutet sich an, die arktische Kälteblase ist vorbei. Am nächsten Morgen regnet es leicht bei +1 Grad. Der letzte Bummel durch Helsinkis Hipsterviertel, natürlich mit Designshops, Papierläden, tausenden von Friseuren und Kaffeeröstereien, wird zur Schlitterpartie. Glatteis pur, selbst die schlittschuhgeprüften Helsinkier gehen mit Vorsicht um die zugigen Ecken.
Nochmal ein kurzer Stop in einer Markthalle am Südhafen, die bei weitem nicht so exklusiv ist wie am Fährhafen und ein guter Ort ist für einen kleinen Snack, dann geht´ s schon zum Flughafen. Spiegeleis scheint auch am Flughafen ein Thema zu sein, denn mit dem geplanten Abflug, das zieht sich…
…sind zwei weitere coole locations, um den kalten Temperaturen etwas Farbe entgegenzusetzen. Die Installation oben ist im Designmuseum. Das Amos Rex ist eine unterirdische Galerie im umgebauten Lasipalasti, dem alten Glaspalast, einem Kinoblock mit Restaurant und Läden. Per se schon ein schöner Bau, gewinnt er durch die Erweiterung im „Keller“. Bill Viola kannte ich nicht, aber seine brennende Feuerwand als Videoinstallation, die sich langsam in Wasser verwandelt, passt irgendwie perfekt in die Winterzeit…
„The dreamers“ sind acht Videoinstallationen in slow motion auf acht Monitoren in einem total dunklen Raum. Ich hab mal vier davon zusammengestellt. Die Personen liegen nahezu regungslos in einem Bachbett, das Wasser fließt langsam über sie hinweg, minimale Bewegungen und kleine Luftbläschen zeigen, dass es sich nicht um Fotos handelt. Erst einmal etwas befremdlich im dunklen Untergrund, mit der Zeit aber traumhaft ruhig und beruhigend…
…Bücher helfen über den langen Winter. Wenn man so wie heute aus dem Fenster schaut und feststellt, dass um 10 Uhr morgens noch alle Autos mit Licht fahren und es wohl heute auch nicht viel heller werden wird, dann greift man gerne zu einem Buch. Bibliotheken sind ein Thema in Helsinki, diese zwei ganz besonders. Die finnische Nationalbibliothek scheint man direkt für ein Filmset gebaut zu haben. Klassischer und edler geht es kaum, hier mag man sich gerne hinsetzen und Kluges lesen. Wenn es halt nicht nur alles auf Finnisch wäre…
Ein richtiger Kulturtempel
Ein unbedingtes muss also, ebenso wie die neue Stadtbibliothek. Von außen schon mal ein gelungener Wurf mit großer Eleganz. Hell, freundlich, einladend und anziehend, man geht gerne hin. Der Knaller aber ist der erste Stock, denn hier sieht man einmal, was Bürgernähe sein kann. Nicht nur Bücher, sondern ein großer workspace mit den unterschiedlichsten Arbeitsplätzen. Nähen, sticken, drucken…alles möglich. Am Schalter ein freundliches und kompetentes Team, das völlig ungenervt den Leuten bei den einzelnen Arbeiten und Maschinen hilft. Hier kommen die verschiedensten Gruppen zusammen, auch kommerziell, und das alles für den Selbstkostenpreis. Ein Student hatte grad mehrere selbstgestaltete Schachfiguren im 3-D-Drucker ausgedruckt. Kostenpreis 70 Cent. Er hat mir dann auch gleich die notwendige Internetseite gezeigt, bei der man sich anmeldet. Chapeau Helsinki…
www.varaamo.hel.fi. – falls ihr was vorbereiten wollt;-)
Stark – der Lesesaal mit riesiger Auswahl an Zeitschriften
…grau oder auch schwarz-weiß. Zwei Stunden angenehme Zugfahrt ab Helsinki im nahezu leeren und sehr komfortablen Zug. Aber das reißt es dann doch nicht raus. Vielleicht der falsche Tag, vielleicht die falsche Jahreszeit, vielleicht auch hatte Turku nach dem gestrigen Top-Tag einfach keine Chance. Trotzdem, ich hab mir ein paar winterlich kalte Highlights der Stadt gegönnt, darunter auch die Markthalle und natürlich den einstmals stylischen Bahnhof. Highlight? Schon, denn hier fährt wieder der Zug nach Helsinki. In der Markthalle kam dann auch langsam Farbe ins Spiel, denn die Pizza Napoli Style war ausgezeichnet. Fazit: Turku im Winter ist trotz Fluss und Burg im Gegensatz zu Helsinki kein Muß. Jetzt weiß ich das auch…
Aber Helsinki und das HAM-Helsinki Art Museum mit der wunderbaren Katharina Grosse machen alles wieder wett. Klare Sache, der Mensch braucht Farben, vor allem im Winter. Wahnsinn pur und begehbar…
…bei -16 Grad Wohlfühltemperatur – und das meine ich ernst. Eigentlich hätte ich heute eine kleine Liste gehabt mit sehr eindrucksvollen Erlebnissen. Die Bibliotheken kommen noch, die Galerie Amos Rex ebenfalls, aber der Ausflug auf die Insel war so beeindruckend, das heute einfach nur Insel Thema sein soll…
…ach ja – was sind nochmal Karjalanpiiraka?
Es sind einfach Karelische Piroggen und wie man sieht, scheinen sie zu schmecken. Dünn ausgewalzter Teig aus Roggenmehl und Wasser, gefüllt mit Milchreis. Und der Trick bei der Sache, dass es oben so schön braun wird, ist Eibutter. Also dann, rann an die Piroggen. Wer keinen Milchreis mag, was in diesem Falle eher schlecht ist, kann auch Kartoffeln, Rentierfleisch oder Fisch wählen. Aber bleiben wir lieber vegetarisch, denn die Stadtverwaltung von Helsinki hat angeordnet, dass es aus klimatechnischen Gründen in den Kantinen, bei Empfängen und öffentliche Anlässen nur noch vegetarische Gerichte gibt. Milchreis ist fein…