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Eldorado – der Goldschatz am Ende des…
…Regenbogens. Eine Legende, die in gewisser Weise auch die Welt veränderte. Da mag es einem schon fast unheimlich vorkommen, wenn man nur wenige hundert Meter vor der legendären Lagune eine Halo sieht. In so einem Fall kann man es dann getrost etwas langsamer angehen lassen, denn der Tag steht unter einem guten Stern. Die Legende vom Muiscafürsten, der mit Goldstaub gepudert zwei Mal im Jahr in die Lagune steigt, hat nicht nur etwas mysthisches, sondern auch verdammt viel Wahrheit. Das kleine Goldfloß im Museo del Oro ist ein stichhaltiger Beweis für diese Tradition der Muisca.
So ungefähr könnte das damals ausgesehen haben. Aber zu viel soll man ja auch nicht spekulieren und konstruieren. Manchmal ist es einfach besser, man lässt es wirken. An so einem magischen Ort verweilt man gerne, also lassen auch wir uns Zeit, denn mit der Zeit kommen auch die Entdeckungen am Wegesrand. So wie hier diese wunderbare Blüte der Passionsfruchtder der Bromelie…
Zu guter Letzt muss man ja auch immer wieder einmal etwas essen. In unserem Fall war das mit einem mittleren Ausflug ins Val Carboneira verbunden, ein kleiner Umweg von etwa einer Stunde hin und zurück.
Die kleine Finca, auf der man uns mit traditioneller Suppe bewirtete, trägt den wunderbaren Namen Buenos Aires – gute Winde. Ein stilles, ruhiges und schönes Tal mit weiten Blicken über die kleinen Gehöfte und eine nette Gastgeberfamilie. Eben Sonntagsausflug, nur auf kolumbianisch. Womit wir wieder beim normalen, richtigen Leben angekommen sind….
Bogotá – nach einem langen…
…Flugtag nimmt uns der Stadtmoloch Bogotá doch sehr freundlich auf und heißt uns willkommen. Alle wohl auf nach langem Flug und schlechtem Flugzeugessen. Zwar sind wir noch etwas durcheinander und das Frühstück ist bei sieben Stunden Zeitunterschied am ersten Morgen doch eher ein gefühltes Mittagessen. Aber der Pilgerweg nach Monserrate, die morgendlich beschauliche Ruhe hoch über der Stadt, alles eine gute Einstimmung. Und da wir ja im andinischen Regenwald sind, erfüllt diese Zone auch ihre Pflicht. Also gehen wir ins Museo del Oro und staunen…staunen…staunen…
…denn im alten Glauben der Ureinwohner heißt es, die Menschen hatten es in ihrem Überdruss verlernt, mit den Tieren zu sprechen. Deswegen konnten sie auch nicht mehr mit den Göttern kommunizieren. Was sollen dann wir sagen?
Ein anderer Blick auf die Dinge und den Alltag – auch deswegen sind wir hier. Der Maler und Bildhauer Fernando Botero hat ihn gefunden. Man kann die Dinge und die Welt auch anders sehen und an ihr eine wahrhaft üppige Freude haben. Einzige Bedingung für sein Museum war: Freier Eintritt für alle! Respekt!!!
Zu guter letzt kann ich es mir doch nicht verkneifen. Da muss man schon genau hinsehen, um zu erkennen, dass es kein Sonnenstudio ist, sondern ein Devotionalienladen am Montserrat. Aber nicht nur die Lieder im Gottesdienst sind anders als bei uns, auch die Leiden Christi werden anders illustriert. Nun denn, ein kleines Schmunzeln ist es allemal wert…
Estland, die Top Twelve…
… oder ein kurzer Überblick über acht charmante und genussreiche Tage.
1. Die schönste Bucht – Käsmu mit dem Kapitänsdorf und den großen Findlingen.
2. Die charmanteste Unterkunft – mit Abstand Nami Namaste auf Muhu
3. Das frischeste Lunch – noch einmal Nami Namaste, Albert ist einfach top!
4. Der eindrucksvollste Kunstgenuss – der estnische Maler Konrad Mägi im Kumu
5. Das nachhaltigste Naturerlebnis – Viru bog, das schwimmende Hochmoor
6. Die schrägste action – Axtwerfen mit dem Schmied in Palmse Manor
7. Der charmanteste Gutshof – Padise Manor mit der verfallene Abtei
8. Das überzeugendste Dinner – Ribe in Tallin, großes kulinarisches Kino
9. Die schönste Fahrt – die Fähre von Virtsu nach Muhu
10. Der entlegenste Punkt – der Leuchtturm von Säälve auf der Insel Saarema
11. Der edelste Schuppen – Pädaste Manor
12. Der leuchtendste Moment – the last rose of summer
Fundstücke oder…
…eben war man noch in München. Bei all den vielen Ortswechseln tut es gut, manchmal auch darüber nachzudenken, wie denn das alles von statten geht. Je länger und je mehr ich unterwegs bin, desto mehr denke ich daran, es doch etwas ruhiger angehen zu lassen. Natürlich gelingt es nicht immer, aber man kann ja daran arbeiten. Und wie sagte der große Leonhard Cohen? „I’m not old, I m slow!“ Also probieren wir es wieder. Und immer wieder. Reisen statt rasen, mal innehalten, mal etwas auslassen, mal etwas ausprobieren – Reisen ist „Sein“, nicht „Haben“.
Und so mache ich mich dann wieder auf den Weg. Nach dem langsamen und manchmal sehr anstrengenden Wandern und Pilgern auf dem Olavsweg und dem genussreichen und still verträumten Estland mit den so schön sonnigen Ostseeimpressionen breche ich auf zu einem zweiten Frühling. Immerhin ist auf der Südhalbkugel in Kolumbien gerade mal März. Ab einem gewissen Alter tut ein zweiter Frühling sowieso gut. Sagt man…
Fliegen oder zu Fuß, Raum und Zeit, langsam oder schnell – bei sich zu bleiben, ist ein beim Reisen ein großes Thema. Denn nur zu schnell wird man von den Eindrücken „erschlagen“, was man ja eigentlich gar nicht will. Sich immer wieder einmal auch Zeit für sich zu nehmen, schadet also keineswegs. In der Gruppe, so wie ich oft mit Freunden und Gästen unterwegs bin, oder eben alleine auf Recherche und Erkundung. Ich hatte dieses Jahr mehrere Gespräche mit meinen Kollegen/Kolleginen und alle meinten, beim Reisen ist man viel allein. Auch als Tourguide. Die Frage, ob alleine oder in der Gruppe – das ist situations-, bzw. programm- und reiselandbedingt. Thilo Mischke hat sich in der „Zeit“ zum Thema Alleinereisen geäußert. Auch wenn bei mir definitiv der Kongo nicht auf dem Programm steht und die wilden Zeiten der kugelsicheren Weste seit dem Jemen ebenso deutlich vorbei ist – so manche Erfahrung kann ich dann doch teilen. Alleinereisen – Zeit online
Ostseeabend in Pärnü…
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