40 Tage…

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..heißt nicht 40 Tage Urlaub. 40 Tage lagen die Schiffe in schlimmen Zeiten vor den Häfen von Venedig oder Genua, bevor Besatzung und Passagiere von Bord gehen konnten und die Fracht gelöscht wurde. Quaranta bedeutet auf Italienisch 40 und ist der Ursprung unseres Wortes Quarantäne. Das waren keine entspannten Tage, an denen romantisch gekleidete Seefahrer in gestreiften Hosen und Augenklappe sich ein paar schöne Tage machten, Rum oder Grappa tranken, und sich am Sonnendeck räkelten. Allein wer einmal ein Genuatief erlebt hat, kann sich vorstellen, es war die Hölle. Ich gehe mal davon aus, dass wir alle heute in unserer momentanen Situation froh wären, wenn es bei vierzig Tagen bleiben würde. Dass wir alle zuhause bleiben werden, wird nicht bedeuten, dass wir die Liegestühle aufstellen. Im Gegenteil, wir werden in vielen Punkten umdenken und uns umstellen müssen. Die Komfortzone werden wir auch zuhause verlassen und wohl jeder für sich einen eigenen Weg finden müssen. Ein eigener Weg heißt aber nicht „me first“, im Gegenteil. Nur wenn wir wirklich in „wir“ denken und nicht nur in „ich“, wird es die notwendige kollektive Lösung geben. Und wenn es nur ein bewusster  Einkauf ist. Die Welt und unsere Lebensbedingungen haben sich in nur wenigen Tagen drastisch verändert. Unsere Anpassung hinkt hier noch etwas hinterher. In der orthodoxen Glaubenswelt führen die Engel die verstorbene Seele noch einmal zu all ihre wichtigen früheren Stationen im Leben. Im Guten wie im Schlechten. Da kann ganz schön was zusammenkommen. Man kann ja schon mal anfangen, darüber nachzudenken in den nächsten 40 Tagen. Schadet nix…
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Ein toller Zwischenmoment…

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…bei all den schlechten Nachrichten. Prout to be part of it 🙏 mit den Fotos für den Artikel „50 Jahre Nationalpark Bayerischer Wald – Waldmeer“ im PANORAMA und den Artikeln über den Alpe Adria Trail, die Millstätter Seenrunde und die Drei-Länder-Tour im Beileger PANORAMA auf Tour plus einer ganzen Menge Fotos.

Bei momentan so vielen…

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…Ankündern, Verkündern, Mitteilern, Lospolterern, Erleuchteten, Besserwissern und Untergangspropheten muss man in diesen Tagen noch einmal mehr Sorgfalt walten lassen, bei dem was man liest, was man glaubt und was man weiterträgt. So mancher Ankünder hat, wie man oben schön sehen kann, halt eben nichts zu verkünden als den Drang nach mehr Aufmerksamkeit. Die ganzen Generalssätze mit „immer, nie, ich weiß genau…“ kann man in dieser Situation, die sich fast stündlich ändert, eigentlich in die Tonne treten. Etwas mehr Achtsamkeit in der Aufnahme und etwas mehr Bescheidenheit in der Weitergabe von abgerissenen News wären gerade jetzt ganz gut. Alles nicht lustig momentan, aber auch kein finales knock out. Die meisten in unserer Generation und in unserem Kokon haben wohl in all den Jahren nicht mit wirklich existenziellen Krisen zu kämpfen gehabt. Wir sind so etwas nicht „gewohnt“. Kein Erdbeben wie in Nepal, kein Krieg wie im Jemen, kein Krieg wie in Syrien, kein Tsunami wie in Südostasien, keine Vertreibung wie in Myanmar oder…und die Liste wäre definitiv lang und wir alle kennen genügend viele Beispiele.
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Als langjähriger followtheguide weiß ich, dass es hilfreich ist, erst einmal Ruhe in den Karton zu bringen und trotz kritischer Obacht, die wirklich wichtigen Schritte einzuleiten und dabei nicht zu vergessen, auch den Blick nach vorne zu richten. Wo es Negativ gibt, gibt es auch Positiv. Das liegt in der Natur der Sache und in der Natur der Natur. Die Symbiose und die Nähe des so Verschiedenen ist ein völlig natürliches Alltagsmoment in der Natur. Vielleicht täte es uns ganz gut, ab und zu mit bescheidener, gerne auch buddhistischer, Ruhe etwas positive Kraft und Ausstrahlung weiterzugeben wie diese beiden wilden und leuchtenden Frühblüher im fast knochentrockenen Wald. Ja, es sind wirklich schräge Tage und Wochen, aber wo YIng ist, da ist auch ein Yang. Und vor all meinen gebeutelten Freunden weltweit, die eine dieser Krisen oben gemeistert haben und all denen, die jetzt bei uns vorne dranstehen und das Gemeinwohl der eigenen Komfortzone voranstellen, ziehe ich meinen Hut. Da müssen andere Dinge eben eine zeitlang etwas hinten anstehen.Schlimm?
What shalls.
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Eigentlich wollte ich…

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…-mir dieses Bild noch etwas aufheben, denn es erzählt eher mehr als eher weniger die Geschichte der letzten Tage. Die Recherche für eine Transdolomiti und eine nachhaltige, etwas andere Anreise wurde ja, wie jeder inzwischen wohl selbst spürt, begleitet von sich rasant ändernden und immer extremer werdenden Begleitumständen. Für alle, denen im Kopf rumspukt, ob ich nun doch oder nicht… hier die definitive Antwort: nein! Dabei erzählt das Bild alles so schön: die nachhaltige Anreise, das andere Skilaufen, die perfekten Angebote der Touristik vor Ort…in normalen Fall hätte ich das unterste Schild wohl weggelassen. Aber nachdem mir nun klar geworden ist, dass die Risikogruppe über 60 definitiv ein Thema ist und auch ich nicht davor gefeit bin, im „inner circle“ zu sein, hab ich mir gedacht, dass ich es doch mitzeigen sollte. Denn wir tun alle gut daran, etwas die Schlagzahl herunterzufahren. Ob es einen derartigen Schlag ins Kontor bedurfte, von meiner Seite eher nicht. Aber wir lernen halt schwer, ich zumindest in zunehmendem Alter immer schwerer. Und sind wir alle nicht eher überrascht, wenn wir früh morgens am Spiegel unser eigenes Konterfei erblicken und feststellen, dass… ? Zumindest geht es mir immer wieder so.
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Aber um es hier einmal ganz klar und deutlich auszudrücken: Südtirol hat einfach ein riesen Pech gehabt mit dem üblichen Zusammentreffen von norditalienischen und deutschen Skiurlaubern an den Faschingstagen. Weitgehend ahnungslos und naiv waren beide Seiten ebenso wie die Gastgeber. Und denen möchte ich hier noch einmal danken. Ich bin von allen Momenten dieser Tour so etwas von absolut überzeugt, auch heute noch. Es sind fantastische Loipen, aberwitzig schöne Kulissen, supernette Gastgeber und Menschen, ein wahnsinnig gutes Essen und ich bin mir sicher, dass ich gerne wiederkomme. Das gilt für das ganze Hochpustertal im Sommer wie im Winter. Der Südtiroler Autor Herbert Rosendorfer meinte immer wieder, natürlich ironisch, denn er lebte ja in München, dass ein Leben nördlich der Alpen schon aus klimatischen Gründen kaum vorstellbar sei. Diese scherzhafte Philosophie haben viele von uns im nördlichen und kalten Teil des Alpenbogens und noch weiter im Norden mit einem oft geseufzten „bella Italia“ ja auch immer wieder kundgetan. Das ist auch so und vor allem in puncto Berge vielleicht nirgendwo intensiver als in den Dolomiten. Deswegen lasse ich heute mal mit Friedrich Hölderlin einen sehr klugen und emphatischen Kopf darauf antworten: „Vor den Alpen, die in der Entfernung von einigen Stunden hieherum sind, stehe ich immer noch betroffen, ich habe wirklich einen solchen Eindruck nie erfahren, sie sind wie eine wunderbare Sage aus der Heldenjugend unserer Mutter Erde und mahnen an das alte bildende Chaos, indes sie niedersehn in ihrer Ruhe, und über ihrem Schnee in hellerem Blau die Sonne und die Sterne bei Tag und Nacht erglänzen.“
Chi vediamo – wir sehen uns…
Textlich schon mal ab dem 16.3. im neuen PANORAMA des Deutschen Alpenverein.
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Das italienische…

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..“Langlaufgedeck“ muss sein. Direkt am Einstieg zur Loipe im Fischleintal, also bitte… besser geht nicht. Noch dazu hat es völlig unerwartet doch etwas geschneit und zumindest für ein, zwei Stunden kam die Sonne raus. Heißt ja auch die „Sextner Sonnenuhr“, das ganze Gipfelrund. What a difference the sun makes…
IMG_1229Mit solch einem Panorama und solch einem, wenn auch kurzen,  Kaiserwetter kann man doch den Tag in vollen Zügen genießen. Und nachdem noch etwas Zeit bleibt, bis der leere Zug wieder zurück nach Sillian rollt, kann ich noch durch Innichen bummeln. Auch da gibt’s so einiges zu entdecken…
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Und wenn ihr wissen wollt, was Dolomit ist? Bitteschön!IMG_1230

Alles für die Katz’…

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…mag man sich denken, wenn das Klima streikt und man sich lieber nach der Wassertemperatur der Badeseen erkundigen möchte als nach der Schneehöhe. Natürlich ist die andere Anreise schon mal ein Ansatz, aber bringen tut es erst mal gar nichts, außer vielleicht etwas eigene Beruhigung in Fragen der Prinzipientreue. Wir sind ja hier, diesmal alles etwas anders zu machen, nach dem Motto „was geht, wenn nichts geht?“. Man kann die Winterferientage definitiv anders gestalten, auch ohne sich auf eine so schön beschneite Piste zu begeben. Nicht jedemanns Sache. Im Talboden liegt jedenfalls in den höheren Lagen noch Schnee, um langzulaufen. Zumindest bis heute. Und auch da sind wir auf Bretteln, auch da sind wir im Schnee und auch da steht am Ende durchaus der Genuss.

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Für die einen das weiße Band der Klimawandel-Ignoranz, für die anderen eine feine Sache. Was geht, wenn nichts geht…Macht mir jedenfalls keinen Spaß so…
IMG_2917 Definitiv aber eine feine Sache ist es, wenn man nach dem langen laufen Freunde trifft, die einem so mir nichts dir nichts einen echten, wirklich selbst hausgeräucherten, schönen Speck hinstellen…
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…oder man einfach mal richtig fein einkehrt. Gehört einfach dazu!

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Eine etwas andere…

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… Anreise sollte es diesmal sein. Immerhin geht es um einen nachhaltigen Wintersportartikel. So nach dem Motto „Was geht, wenn nichts geht“? So lang wollte ich nicht laufen, bis ich langlaufen kann. Also bleibt nur die etwas andere Anreise – und die war ziemlich ok. Morgens mit dem Werdenfelsticket nach Innsbruck und ab Innsbruck mit dem Postbus nach Osttirol. Hat tadellos geklappt und ohne Verspätung. Und nachdem ich noch nie mit dem Zug von Garmisch über Zirl nach Innsbruck gefahren bin, noch nie mit dem österreichischen Postbus und noch nie mit einem Doppeldeckerbus im ersten Stocknganz vorne, war’s fast eine kleine Entdeckertour.
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Und mittags nach der absolut pünktlichen Ankunft bleibt noch genügend Zeit, mit dem Gästeticket mal schnell hoch zur Loipe zu fahren um nachzusehen, ob „doch nicht etwas geht, wenn nichts geht“…
…aber a bisserl was, sagt der Volksmund, geht ja immer.
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Part of the art oder…

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…damit erst einmal klar ist, worum es geht im Haus der Kunst einen kleinen Input aus der Besprechung in der Süddeutschen. Tja, der Schreibtisch, gehört wohl irgendwie mit dazu zur Installation. Trotzdem, wenn man erst mal reinkommt in so ein wuchtig, Tannhäuser-verzerrt-bespieltes Monstrum an Rauminstallation, dann kann man doch einfach mal kurz die Tasche abstellen und nach einem Fishermen’s Friend suchen. Macht man ja vielleicht so, wenn man aufs Amt geht. Bei der Thematik in der Kapsel 11/12 kann einem ja auch der Atem stocken…
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What a difference snow…

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…makes. Auch wenn es nur ein bisserl ist, hingezuckert. Das bisserl Zucker… Trotzdem geht die Seele auf und man kommt runter. Die Landschaft wird leiser und mit ihr unser Empfinden. Zwischen den Aufnahmen liegt genau eine Woche und vielleicht ist es schön, dass es jeden Tag schön ist, aber die Folgen sind deutlich sichtbar. Am Ammersee ist der Wasserstand schon um gut eineinhalb Meter zurückgegangen, die wohl fehlende Schneeschmelze wird dafür sorgen, dass wir uns dieses Jahr mehr mit Trockenschwimmen beschäftigen werden. Aber vielleicht haben wir ja Glück und der Klimawandel macht einen Fehler und schiebt uns dann doch noch eine ordentliche Schneewolke übers Land. Schön wär’s schon, ob es aber wirklich so kommt, wage ich zu bezweifeln. Zu wenig für den Ammersee (und natürlich alle anderen Seen) ist es allemal.
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