…Mönche im Dzong von Paro unter den kritischen Blicken der eigenen Klosterbrüder. Im wuchtigen und trutzigen Klostehof des Dzong üben die Mönche für das bevorstehende Tsechu-Fest. Mit Tänzen und Mysterienspielen eröffnen sie den Zuschauern die wilde Zwischenwelt des Bardo, jenes Zustandes, in dem die Seele nach dem Tod für einige Tage in einem Zwischenzustand verweilt, um dann in eine neue Existenz einzutreten und wiedergeboren zu werden. In diesem Zustand ist die Seele leicht angreifbar und verletzbar und muss geschützt werden. Das bei uns als tibetanische Totenbuch bekannte Bardo Tödel wird hier von den durchaus stämmigen und eher behäbig anmutenden Mönchen mit sehr respektabler Grazie und Intensität „getanzt“. Manchmal sind keine Worte eben besser verständlich und zielführender. Was für ein Auftakt in Bhutan!
Die wahre Harmonie und Choreographie dieser Tänze zeigt aber erst der Blick vom Klosterdach. Mein lieber Schwan, möchte man ihnen fast zurufen…
…Pokhara, das nun nicht gerade bekannt ist für Tempel und Klöster, sondern mehr für Entspannung und Panoramen. Nun gut, so ganz hat es heute nicht mit dem Superview geklappt, aber immerhin waren Annapurna Süd und Macchapucchare ganz gut zu sehen. Kulturgenuss in ganz anderem Sinne ist die aufblühende Kaffeekultur in Nepal. Die Qualität der Robusta und Arabica, die hier angebaut werden (natürlich bio), ist sehr ordentlich und man versucht sich zu spezialisieren. Hier in dieser kleinen Bar „on the road“ zur Friedenspagode wird der Kaffee sogar frisch geröstet auf einer absolut cleveren Miniröstmaschine. Eine Trommel bewegt den Kaffee, der bei 150 Grad über einer Gasflamme geröstet wird. Dann werden die Bohnen direkt gemahlen und kommen in die Maschine. Das Ergebnis ist sehr ordentlich. Feine Sache. Darum ist es umso unverständlicher, dass in vielen Hotels noch Nescafe ausgeschenkt wird. Wie grausam ist das denn…
Aber manchmal muss man auch etwas warten können und dann wird es auch nochmal besser mit dem Panorama. Nachdem es dann ab Nachmittag immer wieder bis in den Abend hinein geregnet hat, war klar, dass am nächsten Morgen die Sicht einfach super sein wird. Die gute alte Fish Tail Lodge in Pokhara hat einfach Stil und den besten Blick…
…Buddhas strahlt immer eine ganz besondere Aura aus. Es sind ganz andere Empfindungen, Eindrücke, als in den hinduistischen Tempeln und Heiligtümern. Ob es nun am genius locii liegen mag, an der Kraft des Ortes oder an der Lehre Buddhas…mag sein. Pilger aus der gesamten buddhistischen Welt kommen seit etwa 2500 Jahren hierher, um den Drei Juwelen Buddha, Dharma, Sangha ihre Ehrerbietung entgegenzubringen. Spürt man irgendwie, diese Kraft. Bunte Gebetsfahnen schmücken die Ableger des heiligen Bodhibaums aus Bodhgaya. Und einer der schönsten Orte, den Tag ausklingen zu lassen, ist an dem großen japanischen Stupa.
…es bei uns inzwischen üblich ist, dürfte für diese beiden doch noch sehr jungen Zwillinge eher ein Fremdwort sein. Ob überhaupt jemals einer der Eltern mitgeht, ist fraglich. Ihr Schulweg ist lang und mühsam, geht sicherlich 200 Höhenmeter rauf und fast könnte man meine, dass der Rucksack mit ihnen und nicht sie mit dem Rucksack unterwegs ist. Jedenfalls sind sie sicher mehr als eine gute Stunde unterwegs…
…denen man so entspannt die Zeit verstreichen lassen kann, wie die Summit River Lodge in Kurintar. Der Freisitz unter dem alten Mangobaum, der Blick über den Fluss, der leise Lärm der fernen Straße, der Weg über die Hängebrücke…alles ist ein bisschen so, als ob Hermann Hesse hier gewesen wäre. Also wenn man einmal die Möglichkeit hätte, hier zu verweilen, dann sollte man die Gelegenheit nicht vorbeistreichen lassen. Deshalb, und weil in Kagbeni gerade riesige Schneemassen liegen und die Temperaturen bis auf -16 runtergehen, geniessen wir die beiden Tage umso mehr und verzichten diesmal auf die tiefkalten Himalayaberge. Hermann Hesse ist jedenfalls hier – zumindest liegt er auf dem Büchertisch. Da kann man ruhig etwas drinn schmökern und sich dazu dann auch ein paar Erdnüsse aus dem Bananenblatt gönnen. Green design at its best…
…Resort oder auch bekannt als Haatiban. Es ist ein stilles, manchmal etwas frisches Hideaway, in das wir uns aus dem Lärm und dem Chaos Kathamndus zurückgezogen haben. Belohnt werden wir dafür mit solch phantastischen Blicken wie hier auf die Gipfel des Dorje Lakpa. Schon allein wegen solch unvergesslicher Blicke werden wir im nächsten Jahr wiederkommen. Nepal und Bhutan sind bei den unseren Entdeckertouren für Pfingsten 2020 gesetzt. Hat doch was!
…ruhig und still in Pashupatinath und die sogenannten „Heiligen Männer“ noch nicht in großer Zahl aufgetaucht, denn in Allahabad wird das heiligste Fest der Hindus gefeiert, die Kumb Mela. Da sind natürlich auch alle heiligen Männer vor Ort. Aber es geht das Gerücht, dass ab morgen der Strom der Sadhus in Richtung Nepal zunehmen wird. Sie kommen mit dem Bus, zwei Tage dauert die Fahrt, bis sie in Kathmandu ankommen, um hier die Nacht Shivas zu feiern. Die Polizei streift schon mal verstärkt durch den heiligen Bezirk und übt sich im small talk mit den babu ghis, die ihnen leicht grinsend freundlichst antworten. Ganja oder Cannabis ist für die sadhus in dieser Nacht zu Ehren des großen Mahadev Shiva unabdingbar, aber es wird behauptet, das das unabdingbare Haschisch dieses Jahr nur mit Sondergenehmigung konsumiert werden darf. Nice idea, ein sadhu geht aufs Amt… Ich denke mal, das wird die heiligen Herren wenig kümmern. Smoke get’s in the air…
Und wenn wir schon bei den eher ungewöhnlichen Themen sind, auch Kathmandu hat eine andere Szene und eine andere Spielwiese, als nur alte Hippies und müde Bergsteiger, ruhelose Backpacker und ruhezentrierte Yogafreaks. Sich mal ganz gemütlich einenDeink gönnen, mitten im Trubel der Altstadt? Warum nicht. Allein der Eintritt in den Keiser Garden kostet schon mal 200 Nepali Rupie und da ist noch nichts im Glas. Nun gut, würde man sagen, 200 Rupie ist nicht die Welt, aber in Nepal eben für viele schon. Da ist es sogar manchmal weitaus mehr als ein Tagesverdienst. Wir sprechen hier von einem Euro fünfzig. Bei einem Jahresdurchschnittseinkommen von 290 € oder einem Wochenlohn von fünf Euro fünfzig, sind das zwei Tage Lohn. Bei uns sind es 4850 € in den alten und knapp 3800 € in den neuen Bundesländern, pro Monat. Da sind dann natürlich ein Eurofuffzig auch kein Thema. Kann man ja mal so zur Kenntnis nehmen und einfach zufrieden sein, mit dem was man hat. Such ohne Keiser Garden.
Also hab ich mir den Drink gespart, war sowieso nichts los…
…aber irgendwie stylish ist es schon hier. Vielleicht beim nächsten Mal.
… an absolutely great job. Mr. Shakya (left) is the senior advisor, Mr. Shresta is the construction manager and the good soul for the reconstruction of the Kastamandapa-Temple in Kathmandu, Durbar Square. For the rebuild they refused modern aid like a crane or an excarvator, everything is done in the old tradition. Even the consolidation of the ground was done by handwork. They used as much as possible of the old material, so one of the main construction columns is from the old temple, the others were brought from Terai. Of course it is hard timber, Sal. Not even a single nail should be used and if the flow of money and so far the flow of material is going on further without complications, they hope, that their work will be done within one year or one and a half year. But anyhow, the main aim is to keep the soul and the spirit of this wonderful old temple and to build an bridge for the eternal soul of Kathmandu, to find a new home in the new old building.
Anyhow, the wheel of life is not only made for human beings, but also for all the other phenomenons in our simple structured world. Even temples have more then one life. So thanks to Mr. Shakya and Mr. Shresta – I don’t know, if someone ever mentioned them within the last four years after the earthquake – the inner soul of Kathmandu will survive and Kastamandap will be one of the treasure boxes. Dhanyabad!
Knapp fünf Jahre später, da hat sich augenscheinlich noch nicht soviel getan. Aber wir in Europa kennen das ja, da ist ein fürchterliches Erdbeben wie etwa im Apennin und ganze Dörfer liegen in Schutt und Asche oder etwa wie im Friaul, wo nach 30 Jahren das Provisorium immer noch der Alltag ist… Betroffenheit, ernste Politikerworte, eine kleine Spendenwelle und dann kommt schon das nächste wichtige Betroffenheitsereignis. Der FC Bayern verliert, Florian Silbereisen trennt sich, es regnet, statt dass es schneit und…und…und…aus den Augen, aus dem Sinn. Aber macht es überhaupt Sinn, dann an solche Orte zu kommen? Unbedingt, denn die Menschen dürsten nach Aufmerksamkeit, sie sind stolz auf ihre geschafften Leistungen, und sie wollen eins, nicht vergessen werden! Und das haben sie auch nach all dem Leid verdient und gerade jetzt ist es besonders wichtig. Und jetzt mal ganz ehrlich, wer hierher kommt und meint, Nepal ist ein Billigreiseland, alles müsse doch wegen der kaputten Infrastruktur noch einmal billiger werden, die sowieso schon seit Jahrzehnten gedrückten Preise müssten runter, der möge doch bitte einmal in den Spiegel schauen und sich fragen, meine ich das ernst? Nepal ist ein wunderbares Land, vor allem nach diesem Beben, von dem wir so viel lernen könnten, wenn wir nur wollten.