Neues aus dem Sechs-Seen-Land…

…ist kaum zu vermelden, sieht man einmal von der Entstehung des neuen Andechser Wasserspiels ab. Aber ich fürchte, dabei handelt es sich – gänzlich anders wie bei Coronoa – um ein kurzes, temporäres Phänomen und in ein paar Tagen geht alles wieder seinen normalen Gang. Was man ja bei Corona so langsam auch empfinden kann, definitiv aber nicht empfinden mag. Überhaupt hatten wir ja in den Tagen vor C. immer wieder gesagt, weniger ist mehr. Jetzt haben wir viel weniger, vor allem im K-Bereich wie Kunst, Kultur, Konzerte, Kino, Kommunikation, Kneipen, Kabarett, Kulinarik, Konsum, Kastaniengärten… und natürlich auch in anderen Bereichen, die nicht mit K beginnen. Passte nur grad so schön die „K-Frage“. Ein mehr haben wir dafür an all den widrigen Themen wie Downlock und Einschränkungen und Reise und Freiheit und…und…und… und da fragt man sich schon immer wieder: „Kommen wir da einigermaßen safe durch?“ Ich denke schon, da bin ich mir ganz sicher. Natürlich, so ganz einfach wird’s nicht nach so langer Zeit, aber Stillstand ist Rückschritt und Querschritt Blockade. Meine Uhr steht übrigens immer noch auf acht vor vier und mein Glas ist immer noch halb voll und nicht halb leer. Also ist nach vorne schauen und vorwärts gehen angesagt. Was sonst.

Ich war beim Supermarkt…

…. an der Wursttheke, beim Käse und an der Kasse, beim Bäcker, im Gemüseladen und im Reformhaus und im Biomarkt – keiner konnte mir die Batterie wechseln. Knopfzellen kann man schließlich nicht essen. Deswegen ist es jetzt seit Tagen bei mir acht vor vier und da fiel mir der alte Spruch „geh‘ weida, Zeit, bleib steh’n“ ein. Nicht dass ich darauf scharf wäre, eher das Gegenteil, nämlich dass etwas vorangeht, und zwar nicht nur die Zeit. Aber so wie’s aussieht, wird es bei mir noch eine zeitlang bei acht vor vier bleiben.

#view of the day…

„last beer standing…“
Nur lesen…
ist auch fad!“
Oder doch lieber ab nach…
…Tibet, meditieren und das innere Feuer entfachen?
Auch keine Lösung.
Also durchhalten!

Ganz schön…

…und leider auch ein bisserl ganz schön traurig, wenn man all das, was man sehen könnte, nicht sehen kann, weil man es momentan nicht sehen darf. Da passt der trübe Winternieselregen und die verlorene Stille einer großen Stadt. Wer ist unterwegs? Ein paar Unentwegte, ein paar Familien, die mit ihren Kindern das Motto „jeden Tag raus“ leben, ein paar Jugendliche, die hier hinter den klassizistischen Säulen im off eine Abstandshalbe trinken. Da kann man nur hoffen:“ comes rain, comes shine!“ Trotzdem, es hat sich gelohnt und es ist sehenswert. Eine schöne, verbindende Idee, denn in diesen eremitären Tagen sind wir um vieles froh, was uns den Blick weitet. Und sobald all die Museen und Sammlungen wieder offen sind, werde ich durch die Gänge schleichen. Denn ohne Kunst ist es einsam.

„If we make it through…

…December“ ist ein alter Country-Hit von Haudegen Merle Haggard, aber niemand haucht ihn so schön und treffend wie Phoebe Bridgers. Und weil der Song halt momentan so passt wie das Aug auf die Faust, wäre mein Vorschlag einfach, sich mal eine Pause zu gönnen vom ganzen Coronasch… und sich diesen fantastischen Song reinzuziehen. Oben auf den screenshot oder hier auf den Link klicken, dann kommt man zum „Rolling Stone“-Magazin und kann sich am Kaminfeuer freuen. Lohnt sich und der Erlös der Klicks geht ans Downtown Women´s Center in Los Angeles. Also los!

If we make it through December – everything’s going to be alright I know…

Und dann? Käme eigentlich Sylvester. Gehen Sie zurück auf Los!

Irgendwie sind diese Roten…

…Lichtnelken schräg drauf. Auf alle Fälle laufen sie gänzlich quer und denken wohl, es wäre schon Frühling an der Stadelwand. Das ist zwar ausgesprochen nett von ihnen, aber so wirklich passen sie nicht in diese Zeit. Denn warme Herbsttage hin oder her, spätestens morgen ist es nämlich soweit, dann geht´s mit den Temperaturen runter, der Frost wartet und der angedachte Frühling ist vorbei. Trotzdem hat es was, die einzige Rote Lichtnelke im weiten Umkreis zu sein. Auch wenn´s außer mir kaum einer zur Kenntnis zu nehmen scheint.