Zwischen fernen Zielen…

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…tut es gut, die Nähe zu erkunden. Vor allem an solch einem perfekten Frühlingstag, an dem keine einzige Wolke den Himmel trübt. Es sind ja nur ein paar wenige Tage im Frühling, an denen die Wiesen gerade grün geworden sind, die Löwenzahnblüten in frischem Gelb leuchetn, die Obstbäume anfangen zu blühen und Oberbayern wie gemalt dasteht. Muss man nützen solche Tage. Wenn ich dann so vor mich hinradel gen Berge, die verschneiten Alpen in der heute so nahen Ferne leuchten, kann’s eigentlich nicht besser sein. Und wenn man so die Bilder anschaut, könnte man fast meinen, es wäre ein Urlaubstag. Hat was, daheim. Da kann man sich doch schon mal auf den Sommer freuen. Dauert nimmer lang, dann ist es soweit!
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Baltic spring – Riga rigoros…

… ein anderer Frühlingsauftakt. Statt Bergen Ostsee, statt Biergarten feine Cuisine, statt Barock Jugendstil. Riga hat was. Definitiv. Und das macht einfach Lust auf mehr Meer und mehr Baltikum. Knapp 25 Km von Riga entfernt, lockt an diesem wunderbaren Frühlingstag der schier unendlich lange Strand von Jurmula. Kann man drei Mal die Stunde einfach mit dem Zug hinfahren, kostet 1,40 €, für die Rückfahrt gibt es Ermäßigung. Wäre doch eine MVV-Idee. Die ersten Strandbars jedenfalls haben schon offen, die Sonne scheint…

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Nach all den mittelalterlichen Gildehäusern und Kirchen bringt der Turm der Wissenschaft etwas Abwechslung ins Stadtbild. Auf dem Weg dorthin kommt man über den Zentralmarkt, den wichtigsten Lebensmittelmarkt für Riga. Da kann sich der Viktualienmarkt fast verstecken. Die Auswahl ist riesig – die sind esHallen auch.

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Jugendstil muss sein in Riga. Inzwischen wurden viele der Jugendstilfassaden renoviert. Es ist aber immer noch eine spannende Mischung aus perfektem Styling und postrussischem Charme. Vor allem, wenn man in den ein oder anderen Hinterhof blickt.

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Riga rigoros, so könnte man also durchaus die beiden Tage übertiteln. Denn Überraschungen warten an jeder Ecke in der Ostseestadt. Während die meisten der Besucher sich auf die alte Hansestadt stürzen, mittelaterliches Gemäuer suchen oder dem schnellen Essen mit kräftigem nordischen Bier fröhnen, war der Fokus dieser Entdeckertour eigentlich bei den schönen und empfindsamen Freuden. Wie schon in Estland ist die Küche hier im Norden famos, die Weine ausgezeichnet, die Restaurants charmant, die Preise angemessen bis günstig. Etwas abwechslungsreicher, kreativer, kombinierter und facettenreicher, besser abgestimmt und netter präsentiert als im Tuttoitaliano-München. Auch der Kaffe stimmt, man trinkt Arabica. Rundherum also alles bestens und so kann ich mich freuen, wenn ich in zwei Wochen wieder vor Ort bin. Meine „bucket-list“ steht schon.
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Tellerkunst vom Feinsten, sowohl kulinarisch als auch optisch bietet das Restaurant 3 Köche „3 pavaru“. Wer junge Köche einmal entspannt und wirklich lässig und wirklich fein kochen sehen und genießen will, ist hier am richtigen Ort. Das „Tellergemälde“ wird auf dem Platzset kreiert, das Brot wird zum „Pinsel“.

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Für mich die beste aller guten. Schokolade wird in Lettland groß geschrieben. überhaupt alles, was mit Konditorei, Kuchen, Keksen,Schokolade und Pralinen zu tun hat. Ich habe bei der Spurensuche zwei herausragende Orte der Versuchung entdckt. Das Rienzi liegt gegenüber dem Kempinski-Hotel, also die perfekte Lage für Rigas beste Konfiserie. Trüffel vom Feinsten. Und im Rigensis gibt es Kuchen und Gebäck, zbereitet von drei älteren Damen, die per se schon köstlichste Qualität versprechen.

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Pelmeny sind aeinfach klasse. Ob mit Fleisch oder Spinat, in der Suppe, gebraten, mit Sauerrahm oder scharfer Soße. In de Altstadt gibt es eine Fastfoodkneipe Pelmey. Klar, dass man hier zwischendurch einmal einen kurzen Stopp einlegen muss. Für 3 Euro gibt’s ausgezeichnete Pelmeny satt. Erinnern etwas an kleine Maultaschen oder Ravioli. Beide, die Schwaben und die Italiener, haben die köstliche und dabei so sparsame und kostenschonende Kneipe noch nicht entdeckt.

IMG_6823Und wer unbedingt abtauchen will in die mittelalterliche Stadt, dem bietet diese Kneipe das wahrscheinlich richtige Ambiente. Finsterer geht kaum, da sollte man schon mindestens ein paar Bier genossen haben.

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Der dämmrige Schlaf…

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…der kalten Tage. Der Zwischenstopp in Istanbul auf dem Rückweg von Usbekistan liegt einfach auf der Hand. Und wie lange ist es schon her, seitdem ich durch die Stadt gewandert bin. Seit den Tagen der machtvollen Präsenz des alleinigen Herrschers war ich nur einmal da, ganz kurz, für ein paar Stunden. Zeit also für einen kurzen Besuch an den alten Stätten. Deswegen fahre ich mit der Fähre auf die Prinzeninseln. So eine Fähre ist immer ein guter Ort, nicht nur bei fliegenden Händlern Zitronenpressen zu kaufen, sondern um sich auch ein Bild zu machen. Wie ist die Stimmung in der Stadt? Eigentlich sind alle auf Ausflug, wenn sie zu den Inseln schippern. Aber die Stimmung ist gedrückt. leise und still. Man bleibt unter sich, die Familien sitzen zusammen. Es sind wenige junge Leute, die heute unterwegs sind. Vielleicht ist es das kalte Wetter, vielleicht ist es das kalte Klima. Ich vermisse die Lebensfreude und finde gefühlt, dass sich die Zahl der schwarzen Tücher vervielfacht hat. Wie unterschiedlich lebensfroh sind doch die alten Aufnahmen auf facebook, die ein türkischer Anwalt unter dem Slogan „before sharia spoiled everything“ da aus den 60er und später postet. Es ist ein gewaltiger Sprung nach vorwärts zurück. Aber Istanbul wäre nicht Istanbul, wenn viele nicht einen Weg fänden, sich zu arrangieren. Und so denke ich, dass der Rückzug ins Private und ins familiäre Umfeld durchaus mit den momentanen Gepflogenheiten zu tun hat. Wäre, war und ist bei uns wohl nicht anders.

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Im Hotel jedenfalls freut man sich. „Wir vermissen die deutschen Gäste sehr.“ Ich glaube dem jungen Mann aufs Wort. Das „warum und wieso“ viele momentan nicht mehr kommen, weiß er selbst, und spricht mit viel leiserer Stimme über die momentane Lage. Etwa, dass alleine rund um sein Hotel sieben andere Hotels in den letzten beiden Jahren geschlossen haben und einige weitere bald  schließen werden. Schon etwas bedrückend.

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Aber trotz aller misslichen Töne in den letzten Jahren lebt die türkische Gastfreundschaft. „Von wo kommst du?…“ Und los geht´s und schön, dass man da ist, und wie einem die Stadt gefällt. Und plötzlich kommt etwas Leben auf, ein Funkeln in den Augen, die Pistazien werden rausgeholt, dem Gast in die Hand gedrückt. Dann legt sich die Frau kurz hin, nickert ein paar Minuten vor sich hin. Auch sympathisch, diese gelassene Unbekümmertheit und diese Unkompliziertheit. Da können wir immer noch lernen. Überhaupt tut es gut, wirklich einmal sehr gut, ein paar Stunden hier zu verweilen. Sich selbst ein Bild zu machen, statt immer nur zu lesen und zu hören.

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Und auf den Inseln? Alles beim alten, nur dass alles noch etwas verfallener ist, das griechische Ambiente verschwindet, und große Türkeifahnen vor manchen Häusern wehen. Das Zuckerbäckerhotel hat seit zwei Jahren geschlossen. Und es sieht auch nicht so aus, als ob es in den nächsten Jahren wieder öffnen würde. Schade, aber nachvollziehbar, dass man gerade keine Motivation hat, hier ein griechisch geführtes Hotel zu betreiben. Dazu ist der Wind zu rauh.

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36 Stunden Zwischenstopp, um der Wehmut Istanbuls nachzuspüren. Was am Ende steht? Die Einsicht, dass Istanbul immer noch eine der faszinierendsten Städte ist, dass es viel – sehr viel weniger – ausländische Besucher aus dem Westen sind. Dass die Bazare leer sind und auch die Kneipen. Und, dass vieles sich geändert hat. Der Himmel in Istanbul hängt nicht unbedingt voller Geigen und auch nicht voller wilder Gibson-Gitarren. Wenn schon, dann hängt er eher voller Oud. Aber die Oud ist eben auch ein Instrument der Wehmut. Und Wehmut, hüzün, ist eine Grundeigenschaft der Istanbuler. Wie hat der junge Mann im Plattenladen gesagt: „Es gibt bei uns nur noch wenige Menschen, die Jazz hören.“ Ich hab in seinem Laden noch ein paar starke Platte gefunden, ein paar hab ich mitgenommen. Die anderen hole ich mir dann im Sommer.

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Salam Nawrus…

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…mindestens gefühlte fünfhunfdert Mal habe ich heute erzählt und erklärt, woher ich komme, warum und wieso, und das es eine große Ehre ist, am Nawrusfest, dem Frühlings- oder Neujahrsfest teilzunehmen. Während der Sowjetzeit war dieses Fest, das in ganz Zentralasien gefeiert wird, verboten.
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Heute ist es ein Paradelauf usbekischer Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Selten erlebt man so eine ehrliche und aufmerksame Freude, dass man als Gast willkommen ist und die Gastgeber, eben die Bewohner von Samarkand, wirklich freuen, dass man zu diesem Fest kommt. Respekt und herzlichen Dank an diese lieben Menschen.

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An hunderten, vielleicht tausenden von kleinen und großen Ständen zeigen Schulen, Studenten, Organisationen, Handwerker ihre „Frühlingsgrüße“. Am beliebtesten sind natürlich die Essensstände, an denen das nationale usbekische Reisgericht Pilav ausgegeben wird. Manchmal auf Papptellern, manchmal auf fein gedeckten Tafeln. Der Andrang jedenfalls ist immer riesengroß!

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„Ein wilder Geist muss in deinem…

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…Herzen wohnen“, um ein echter Buzkashi-Reiter zu werden. So oder so ähnlich sagt es zumindest ein usbekisches Sprichwort und wenn man einmal bei so einem Reiterspiel dabei war, glaubt man es aufs Wort. Rund 75 kg wiegt der mit Salz gefüllte Ziegenbalg, den es in den Zielkreis zu bringen gilt. Es ist ein wilder Galopp, 50,60,70 Reiter auf einem Haufen, die Pferde steigen hoch, es wird mit der Peitsche nicht nur auf die Pferde geschlagen, sondern auch gerne im Getümmel mal nach links und rechts. Den Ziegenbalg vom Boden aufzugreifen, umgeben von Pferdehufen im wildesten Getümmel, das ist nichts für zart besaitete Seelen. Stimmt also, eine gehörige PortionTeufelsmut gehört einfach dazu.

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Natürlich bedarfs es auch einiges an Pathos, denn schließlich sind die Buzkashi-Reiter ja auch Helden. Inzwischen ändern sich die Gewohnheiten und die Frauen bevorzugen eher Männer mit einem Auto als einem Pferd, aber der Wilde Osten, der Wilde Westen – so groß ist der Unterschied nicht. Zumindest bei den Reiterspielen. Also ein großes Spektakel, bei dem wir plötzlich als einzige Fremde auftauchen, zum ersten Mal überhaupt. Das ist schon eine große Ansage durch den „Stadionlautsprecher“ wert und alle begrüßen uns mit einem herzlichen Salam. Und einem liebenswerten Schmunzeln aus dem sicheren Lastwagen. Denn die Reiter nehmen im Pulk und Galopp keine Rücksicht, wer wo steht. Egal ob er nun aus Usbekistan oder Germania kommt. Da heißt es dann schnell sein, wenn sie auf dich zukommen. Und das so eine Veranstaltung reine Männersache ist, dürfte wohl klar sein. Schließlich sind wir ja in Usbekistan.
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Ein Tag in Buchara, der…

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..einmal den nicht so bekannten Orten gehört. Es sind noch unzählige Koranschulen und Moscheen, die es zu entdecken gibt. Die meisten davon aber sind stark verfallen und nicht betretbar. Trotzdem gibt ein Rundgang, von der geschlossenen zweiten Synagoge über den jüdischen Friedhof vor den Toren der Altstadt bis hin zu den kleinen, unscheinbaren Medressen, einen sehr guten Überblick, welch herausragende Rolle Buchara einstmals in der islamischen Gelehrsamkeit innehatte.

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Wie nahe Kunst und Architektur in der islamischen Welt beieinander liegen. Der Kupferteller wird zwar aus rein touristischen Gründen getrieben und soll baldmöglichst verkauft werden, aber trotzdem – er ist Handarbeit und fein gearbeitet.

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Auch das über 5000 mal gefaltete (7 Schichten, drei mal gefaltet, sind 21 Schichten, diese drei mal gefaltet…)  Damaszenermesser, dass ich heute in der Hand hatte, zeigt, wie ausgeprägt die Handwerkskunst noch ist. Hatte nur grade erstaunlicherweise keine 300 Euro für ein Taschenmesser übrig. Und trotzdem konnte ich nicht wiederstehen und hab mir dann eine schmucke Kleinausgabe geleistet. Namensgravur inklusive.

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Und ganz zum Schluss: Bilder erzählen nicht immer die ganze Wahrheit, sie sind lediglich ein Ausschnitt oder eine Momentaufnahme, die wir in unserem Kopf nur zu gerne in unsere vorgefertigten Muster ergänzen. So möchte man glauben, das Mädchen fege alleine die Strasse – natürlich, wir sind ja in einem islamischen Land, da ist das ganz normal… Na ja, um ehrlich zu sein, der Bruder war mit Gieskanne und Besen zwanzig Meter weiter ebenfalls am kehren. So einfach und so anders ist es manchmal. Nicht nur in Usbekistan.

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Der Bazar von Buchara…

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…ist ein echter Markt, kein Touristenbazar. Hier werden vorwiegend lokale Produkte verkauft, für die Leute vor Ort, und keine Souvenirs „made in China“ für Touristen aus allen möglichen Destinationen. Genau das ist es, was den Markt von Buchara so reizvoll macht. Er ist zwar neu und vielleicht weniger pittoresk als die Bazare im Iran oder in der Türkei, aber er ist eben echt. Und den Geburtstag vom Großvater im Essensbazar mit einer langen Tafel von Verwandten und Freunden zu feiern, hat style. Absolut.
Und manchmal hat man auch Glück, wie heute in der Freitagsmoschee. Der Sohn fotografiert seinen Vater, der Imam ist, in der Gebetsnische. Er legt ihm sogar der Schal richtig zurecht. Alles passt. Und weil ich grade daneben stand…

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Usbekistan – zwischen Schein und…

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… Wirklichkeit liegt ein himmelweiter Unterschied. Und so mancher schüttelt beim Wort Usbekistan nur den Kopf und meint „wie kann man nur…“ Aber wie so oft im Leben stimmen Schein, Vorurteil und Wirklichkeit nicht überein, und auch dieses Mal, im frühen Frühjahr und kurz vor dem zentralasiatischen Neujahrsfest Nawrus, erleben wir ein gänzlich anderes Usbekistan, als sich so mancher in seinem Kopf vorstellt. Eben keine wilden Gesellen (Filmaufnahmen), sondern sympathische, vorwärts blickende Menschen und eine ungezwungene und überaus freundliche Jugend, die dem Fremden (z.B. uns) mit viel Charme und Sympathie begegnet. Es ist doch immer wieder auch lehrreich, anderen Menschen zu begegnen und andere Lebensweisen erleben zu dürfen. Usbekistan hat viel zu bieten –  auch eine manchmal rustikale Charmeoffensive.
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Vor allem der Wechsel zwischen den beiden Welten, den russischen Reminiszenzen wie hier der Oper von Tashkent (leider gibt es an dem Tag keine Aufführung) und der islamischen Architektur der Seidenstrasse, ist immer wieder faszinierend und spannend. So manches ist noch im russischen Alltag stehen geblieben, so manches im islamischen Traditionsbewusstsein, so manches im Aufbruch und so einiges auch im sympathischen Chaos. Und genau diese Mischung hat viele spannende Erlebnisse und Begegnungen zu bieten. Beim Reisen ist es immer wieder spannend, herausgefordert zu werden.
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Apropo Herausforderung… Eine der wildesten Kneipen die ich jemals besuchen durfte, ist sicherlich der Highway-Stop zwischen Chiva und Buchara. Wim Wenders würde hier sofort mitten in der gottverlassenen Kyzylkum-Wüste einen Film drehen – gerne mit Harry Dean Stanton. Auch wenn es wohl kaum einen runtergekommeneren „Saloon“ geben mag – der Stop hier ist großes (Reise)Kino und es ist ein absolut gutes Shashlik, das Dilafrus, die „Lilie“ des Ostens, hier den wenigen Gästen, die sich trauen, zu bieten hat.