Best place ever…

…oder: selbst Heidelberg kann ganz gechilled sein. Einfach die perfekte „location“ für einen gemütlichen Hängemattensonntag am Neckar.

Richter, Kapoor und die Kugeln…

…schwer und leicht. Anish Kapoors Installation „howl“ hängt fast schon etwas drohend im Foyer der neuen Pinakothek und scheint auf den ersten Blick den Besucher zu erdrücken. Es ist aber wie so oft bei Kapoor die fast schon archaische Wucht und Intensität seiner Arbeiten, die den Betrachter dann doch aus dem üblichen Sehschema rauslockt und ihn in eine archaisch emotionale Welt entführt. So oder so ähnlich könnte man auch eine Skulptur oder eine architektonische Form in einem südindischen Tempel finden. Und plötzlich wird aus der erdrückenden Wucht eine große schwarze Blase, die einen in die Leichtigkeit der Sphären entführt und im ersten Stock uns dann doch kurzzeitig vielleicht an eine große, schwarze Tomate erinnern mag…

Gerhard Richters silberne Kugel, die wohl deutlich kleiner, aber auch kompakter ist als Kapoors luftgefüllte „howl“, liegt fast zufällig in einer Vitrine im Seitengang. Sie ist das Bindeglied zwischen Kapoor und den leichten und schwebenden Grafiken von Gerhard Richter. Nein, es sind keine abstrakten Landschaften – auch wenn der assoziative Sprung des Auges es nahelegen möchte. Trotzdem, man taucht ein und reist davon, in dieser filigranen Welt der zarten Farben, der geraden Linien, der kleinen Punkte.

Was für ein schöner und kompakter Ausflug in die Pinakothek der Moderne und in eine mystisch versunkene Innenwelt des Betrachters. Einfach nur ein best-of-day…

Allen Wetterkapriolen…

…zum Trotz und weil es der kälteste April seit 2003 war und weil der Mai auch nicht viel besser ist: zumindest dieser „Blauregen“ spendet dann doch etwas südliches Frühlingsfeeling.

Irgendwie kommt mir das …

…alles ein bisserl indisch oder nepalisch vor. Das Reittier Shivas ist Nandi, der Bulle, und dieser kniet andächtig vor seinem Herrn, dem mächtigen hinduistischen Gott Shiva, der oftmals und gerne als Phallus (lingam) dargestellt wird. Augenreiben. Dabei bin ich doch in Oberbayern und nicht im Himalaya. Tja, Ferne Nähe Heimat…

Vielleicht hat Manjushri…

… in Bhutan mit dem Schwert der Weisheit die Wolken der Dummheit und Selbstgefälligkeit als erstes durschnitten. Scheint so, denn das Königreich im Himalaya hat inzwischen eine Durchimpfung von über 62%. Wer einmal in Bhutan war, weiß was das heißen mag, in einem Land, in dem es fast keine Straßen gibt, 80 Prozent des Landes über 2000 Meter liegen, das durchschnittliche pro Kopf Einkommen bei rund 9000$ (Starnberg 42100$) und die Bevölkerungsdichte bei 20 Einwohner pro Quadratkilometer. Natürlich ist bei uns alles viel komplexer und schwieriger. Vielleicht auch nicht. Aber ganz vielleicht hat der Bodhisattva Manjushri etwas Zeit und packt sein Schwert ein und fliegt mal kurz rüber zu uns. Schaden würd es nicht.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/bhutan-mit-corona-impfungen-auf-der-weltrangliste-ganz-oben-17303291.html

Ist das Schiff halbleer …

…oder halbvoll? Gerettet oder am Untergehen? Verlassen und dem Untergang geweiht? Es ist ein tolles Boot, handwerklich und ästhetisch ein Schmuckstück, etwas ganz besonderes. Nicht neumodisch und hip, sondern gediegen würdig, kunstfertig und kunstvoll. Auch wenn es gerade voll Wasser gelaufen ist, der Besitzer ist sicherlich stolz auf sein Schiff und für ihn ist es überhaupt keine Frage, was mit dem Boot passiert. Hand anlegen, zupacken, fit machen und dann wieder raus damit aufs (und nicht unters) Wasser. Ein symbolträchtiges Luxusproblem im gesellschaftlich und wirtschaftlich satten Norden. In vielen anderen Ländern würden die Menschen beim Anblick eines solchen Bootes in Tränen ausbrechen. Nicht weil sie gerne so ein Boot hätten oder gar weil das Boot dahin ist, sondern weil wahrscheinlich einige Freunde oder Verwandte darin zusammengepfercht waren und irgendwo zwischen Süd und Nord damit Schiffbruch erlitten hatten. Ob sich diese Leute auch wirklich Gedanken machen konnten, ob sie nun Tangueray, Bombay Saphire oder Hendricks für ihren Gin Tonic wählen, oder sich gar zwischen AstraZeneca, Biontech oder Moderna entscheiden müssen? Wohl eher nicht. So langsam wird´s schon ziemlich unangenehm gesättigt in unseren Breitengraden. Aber vielleicht will mir ja das Universum ein Zeichen geben, denn es ist die Aufnahme 7777 auf meinem Handy. Man weiß ja nie, wo die Erleuchtung lauert.