Ein Gruß aus Matera von…

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…meiner lieben Freundin Dora. Wir haben gemeinsam viele Reise in Matera und der Basilikata geführt und inzwischen sind wir mehr als nur Kollegen. Dora ist Matera und Matera ohne Dora ist nichts. Und wenn wir es vielleicht doch hinbekommen, im Oktober wieder kleinere Touren zu unternehmen, dann stehen Dora und Matera ganz oben auf der Liste. Der Blog erlaubt mir nur einen schmalen Upload bis 20 MB und so wie es im Süden Italiens üblich ist, kann man nicht alles in ein paar wenigen Worten sagen. Deswegen hab ich das Video etwas kürzen und splitten müssen. Macht nichts, Dora, ci vediamo!!!! Klicken und lauschen!
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Falls jemand schon einmal vorab mit dem Kopf in den Süden Italiens reisen möchte – hier ist der Link zu unserer geplanten Tour im Oktober. Natürlich mit Dora!
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Gefühlt werden diese…

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…Spaziergänge, die ich zur Zeit unternehme, immer länger. Und wenn man dann so wie ich in den weiten Welten der Gedanken vor sich hinspaziert, könnte man fast glauben, ich sei kurz vor den frühlingshaft grünen Steppen Usbekistans links abgebogen und habe diese wunderschönen Ziegen entdeckt. Dabei sind es nur  ein paar Kilometer von uns entfernt. Ferne Nähe oder Männer die auf Ziegen starren…

06 Nepal-Bhutan: Es hat auch ein paar Vorteile, dass…


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…wir doch nicht momentan in Nepal und Bhutan unterwegs sind und schon gar nicht erst losgeflogen sind. Kaum angekommen hätten wir uns in die groß angelegte Rückholaktion durch die Bundesregierung einreihen können. Die vom Smog geplagten Bewohner Kathamndus freuen sich zur Zeit, wenn auch nur bedingt. Denn kein Smog heißt auch kein Job. Aber viel Smog (so wie in Kathmandu) bedeutet aber umgekehrt nicht unbedingt viel Geld. Aber jetzt zum view of the day… Der Blick über Kathmandu wie hier von Haatiban ist seit Jahren in der Regel etwas getrübt. Oft ist der Blick so wie oben auf dem Foto. Irgendwo müssen doch die Berge sein!
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Mit etwas Glück kann man manchmal über der Smogglocke die Himalayagipfel glitzern sehen, nur, es ist nicht garantiert. Die beste Chance hat man am frühen Morgen oder nach einem starken Regenfall am Abend, wenn die Kette angestrahlt ist. So wie im nächsten oberen Bild.
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Dass man aber solch einen Blick auf, über und hinter Kathmandu hat, das gibt es vielleicht einmal im Jahr. Oder eben jetzt im „lock down“. Aber etwas wehmütig darf man schon sein, denn heute wären wir nach Bhutan geflogen und wahrscheinlich direkt vom Flughafen zum Paro-Fest gegangen, wenn es denn nicht ganz anders gekommen wäre…
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05 Nepal-Bhutan-Bayern: Schlangenbeschwörer…

IMG_1280…sieht man auch in Nepal nicht so häufig. Diesen fotogenen Meister der Beschwörung habe ich vor ein paar Jahren in Pokhara aufgenommen. Nachdem wir heute mit unserer Nepalgruppe vom Trekking nach Pokhara und an den Phewa-See gekommen wären, dachte ich mir, das Bild passt doch ganz gut zum heutigen Tag.
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Aber nachdem das ja alles anders gekommen ist, muss man eben umdenken. Der oberste bayerische Schlangenbeschwörer dürfte ja der Ministerpräsident oder sein Innenminister sein. Nimmt man einmal für München 50 Prozent der Einwohner, die bei schönem Wetter rausgehen wollen, kommt man auf eine ganz schön lange Schlange. Einer Schlange, der man im Moment ganz schön die Zähne der Freiheit gezogen hat. Also: 750 000 Münchner  gehen immer zu zweit, den mehr geht ja nicht, im Abstand von 2 Metern macht schlappe 750 000 Meter oder eben 750 Kilometer. Wenn die ersten zwei losgehen, bräuchten sie bei gemächlichem Gehtempo 187,5 Stunden, um wieder ans Ende der Schlange anzuknüpfen. Sollte sich die Schlange nicht in den Schwanz beißen wollen, kann man ja schon mal losmarschieren. Das entspräche der Luftlinie nach Ceprano, südlich von Rom. Noch nie gehört, geschweige denn schon einmal dort gewesen. Aber man kann ja mal drüber nachdenken, wenn es wieder möglich ist. https://de.wikipedia.org/wiki/Ceprano
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Was ich mir aber schon denke ist, dass diese 750 Km lange Schlange Münchner Spaziergänger irgendwohin raus muss. Und dafür gibt es eben auch Naherholungsgebiete. Gebiete, die nah liegen, um sich zu erholen. Das steht den eingesperrten Münchnern zu, finde ich. Denn sie brauchen auch Erholung und etwas frische Luft und auch ein bisserl Grün. Vor allem am Wochenende. Und weil ich den lebenswerten Vorteil habe, in einem Naherholungsgebiet zu wohnen, verlege ich meine Erholung auf „unter“ die Woche und wünsche allen Münchnern, dass sie nicht im Stau stehen, sondern sich wirklich erholen. Das brauchen wir alle momentan. Natürlich ohne Steg und Halligalli. Aber auch für die Münchner gilt: Wenn ich den See seh`, brauch ich kein Meer mehr!

„Never stop…

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…exploring“ dachte ich mir und bin mal wieder mit dem Bike raus. Bei strahlendem Sonnenschein und schlappen 9 Grad und bestens gewillt, auch mal was ganz normales mitzubringen. Scheint geklappt zu haben. Am Weiher hinter unserem Haus tut sich ja schon mächtig was und man darf gespannt sein, ob wir diesen Sommer ein ganz besonderes Froschkonzert zu hören bekommen. Zumindest waren die Frösche sehr fleißig. Und weil das Wetter einfach so wunderbar und kalt ist, bin ich gleich weiter Richtung Konrad Lorenz und Seewiesen, denn da war ich noch nie, und hab auch gleich diese beiden Schilder entdeckt.
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Mir war nur nicht klar, ob sich die Erdkröten (denen war es heute noch zu kalt) an der Rezeption registrieren sollen – weiß man ja nie in diesen Zeiten. Und ich hab aufgepasst, auch wenn ich schneller als 30 Km/h war, dass ich nicht noch aus Versehen einen Ornithologen überfahre. Die bekommen ja nichts mit vom Verkehr mit, weil sie immer durchs Fernrohr schauen. So sagt´s zumindest das Schild. Aber den Ornis war es wohl auch noch zu kalt. Trotzdem, aufpassen die nächsten Tage: Kröten und Ornis schwärmen aus! Also langsam!
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Einfach, weil es manchmal nervt: Wahrheit, Güte, Notwendigkeit oder die drei…

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…Siebe des Sokrates. Aufgeregt kam ein Mann auf den Philosophen Sokrates zu und meinte.“Sokrates, ich muss dir was erzählen, weißt du, dass…“. Aber Sokrates wehrte ab und fragte den Mann, ob er denn seine Geschichte durch die drei Siebe habe laufen lassen. „Drei Siebe?“ – „ja, die drei Siebe!“ Das erste Sieb der Wahrheit: Entspricht die Nachricht der Wahrheit, hast du sie geprüft? Das zweite Sieb der Güte: Ist es etwas ethisch Gutes, das du zum Besten gibst? Das dritte Sieb der Notwendigkeit: Ist es wirklich notwendig oder wirklich nützlich, was du erzählst? Das kann man alles, wenn man sich nicht mehr so genau aus dem Griechisch-Unterricht daran erinnert, im Internet nachlesen. Bei der momentanen Schwemme an Filmchen, Statements, Posts, Nachrichten und sogenannten Fakten mag einem der Gedanke kommen, dass die drei Siebe des Sokrates gerade irgendwo unbeachtet in der Ecke liegen. Dafür haben sich der Hahn, das Schwein und die Schlange in den Vordergrund gedrängt mit „Ich alleine weiß es, ich bin es, ich will es und immer sind es die anderen…“ Verstärkend hinzu kommen die groben Pauschalisierungen, die im weniger schweren Fall polemisieren, im schwereren Fall diskriminieren. Meist beginnen solche Sätze mit Formulierungen wie: „Die Epidemiologen… die Politiker…die Journalisten…die Lehrer“. Von den drei Sieben ist da meist nichts mehr zu bemerken. Aber was dann kommt, ist oft im besten Falle nur heiße Luft oder bashing und hatespeech wie es im Facebook-Slang heißt. Wir befinden uns auch nicht in einem Krieg oder am Anfang einer weltweiten Machtübernahme, sondern in einer Krise, in der eine Gemeinschaft kollektiv agiert und reagiert. Die Verwendung derartiger Vergleiche hinkt nicht nur, sondern verbietet sich schon allein aus Respekt vor all denjenigen, die dieses Leid erfahren mussten. Ich möchte zudem nicht von irgendeiner suspekten Lichtgestalt als „Herdentier“ immunisiert werden, vielleicht sogar noch selektiert? Worte und Sätze sind mächtig und mit jeder Macht muss man verantwortungsbewusst umgehen und sie nicht einfach nur mal so rausblasen. Gemeinschaft kommt von einem engen „Wir-Gefühl“ und dem Gedanken, etwas gemeinsam zu schaffen. Es kommt nicht von ich, meiner, mir und mich.

04 Nepal-Bhutan: Es ist ja immer eine…

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…eine Frage des Standpunktes, wie man die Dinge sieht. Selbst bei so einem Klotz wie dem  dem Dhaulagiri, einen der acht Achttausender in Nepal, scheint es mehrere Sichtweisen zu geben. Sieht man ihn hier oben ganz links noch als einzeln stehenden Solitär, was selbst in Pokhara nicht jeden Tag so zu sehen ist, erscheint er von oben her aus dem Flugzeug schon eingebettet in den Faltenwurf des Himalaya um vom oberen Kali Gandaki Tal sich dann als einer in einer langen Kette von weißen Gipfeln einzureihen. So ist das mit den Bergen eben,auch bei ihnen ist es Ansichtssache.
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03 Nepal-Bhutan: Für mich ist es die schönste…

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…Lodge, die ich auf all meinen Reisen immer wieder besuchen darf. Schöner und charmanter kann ein „hideaway“ eigentlich kaum sein. Vielleicht liegt es an dem traumhaften Garten, vielleicht an der einzigartigen Lage, vielleicht aber liegt es auch an der langen Brücke, die einen vom geschäftigen Leben auf der anderen Seite des Flusses trennt. Immerhin verläuft dort die wichtigste Hauptverkehrsader Nepals, die Straße von Kathmandu ins Terai und nach Pokhara. Alle lebenswichtigen Güter laufen über diesen National Highway, der bei uns vielleicht als etwas besser befestigte Flurstraße durchgehen würde. Aber mit der Brücke lässt man den staubigen Alltag hinter sich, taucht ein in das ländliche abgeschiedene Nepal der grünen Mittelgebirge. Oft warten Schulkinder am Ende der Brücke und begrüßen mit ein paar Blumen die Besucher, die nun vorbei an einer lokalen Teestube, fast schon einem Brückenwirt, und einem kleinen Dorfladen auf einem schmalen Fußweg langsam zur River Lodge schlendern. Vielleicht trifft man ja auch auf die beiden Schulbuben, die jeden Tag mehr als eine Stunde brauchen, um gemeinsam zur Schule am Berg zu gelangen.
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Linkerhand stehen vereinzelte Bauernhäuser, rechts tost der Fluss, hinter dem Fluss tobt der Lastwagenverkehr. Schritt für Schritt wird es stiller und grüner, die Reisfelder kommen. Ein Ort, der friedlich stimmt. Selbst diejenigen, denen manchmal die Seele etwas auf Krawall gebürstet ist: Weil die Fahrt länger gedauert hat, weil das Lunch nicht so dolle war oder einfach nur, weil man eben mal was rauslassen muss. Auch ihnen stockt der Atem…
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Der Weg führt ein paar Höhenmeter bergan, dann ist nach 20 Minuten Fußweg die River Lodge erreicht. Fast ist alles wie in einem buddhistischen Mandala. Man lässt die alltägliche Welt hinter sich, durchschreitet verschiedene Welten, mit jedem Schritt wird man ruhiger und erreicht in versunkenem Bewusstsein den zentralen Mittelpunkt. Schön, dass  Boudha, der Koch heißt wirklich so, schon dank eines Telefonanrufs die Pakoras vorbereitet hat und Ram das Gorkhabier kaltgestellt. Auch der Chef findet seinen Weg vor zum Empfang und begrüßt die Gäste. Nepal ist eben wie Heimkommen. In der River Lodge definitiv. Es gibt eigentlich keinen großer Luxus hier außer dem wohl unbezahlbaren Luxus der still zufriedenen Abgeschiedenheit an einem perfekten Ort. Mehr geht nicht.
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Dass an so einem Ort die Zeitumstellung von heute Nacht kein Thema ist, liegt bei dem ganzen Zeitunterschied zwischen Heimat und Nepal auf der Hand. Aber wahrscheinlich wären wir heute sowieso kaum nach Kurintar gekommen, denn früh morgens sind über 260 deutsche Nepalreisende mit einer Sondermaschine zurück nach Deutschland geflogen worden. Trotzdem, Kurintar und die River Lodge stehen fest auf dem Entdeckerprogramm Nepal-Bhutan im Herbst. Vielleicht sind uns die Götter ja gnädig und alles geht schneller als gedacht… we´ll met again!!!
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02 Nepal-Bhutan: Das Schwein, der Hahn und die Schlange…

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…können eigentlich per se gar nichts dafür, dass sie so im Mittelpunkt stehen. Leider werden ihnen im tibetischen Buddhismus ähnlich wie bei uns Eigenschaften zugeschrieben, die sie so im realen Leben nicht haben. Die meisten Schlangen sehen den Angriff als letzte Option der Selbstverteidigung und ziehen eigentlich die schnelle Flucht vor. Auch das Schwein ist eher intelligent als dumm und kaum gieriger als andere Lebewesen, die sich momentan eher den Hamstern anzunähern scheinen. Und der Hahn, na ja…, ihm kann man schon eine gewisse Eitelkeit zusprechen. Auf der anderen Seite freuen wir uns über die schillernde Farbenpracht dieses Paradiesvogels. Nur zu viel davon sollte es halt nicht sein. Im tibetischen Lebensrad stehen diese drei Tiere, die sich eng verbünden und im Schwanz beißend festhalten, im Zentrum als Symbole für die drei menschlichen und gesellschaftlichen Grundübel. Sie halten uns nämlich im nahezu ewigen Kreislauf der Existenzen gefangen. Der Hass(Schlange), die Gier oder der Neid (Schwein) und der Hochmut oder die Verblendung (Hahn). Sie sorgen dafür, dass wir alle gefangen sind im rotierenden System. Von den Tieren über die niederen Wesen in der Hölle zu den Menschen und den Göttern. Selbst die Götter, auch wenn sie schon im Himmel thronen, sind nicht frei von diesen Wesenszügen und bekriegen sich sogar ständig, so wie die Menschlein. Momentan werden diese Wesenszüge immer wieder situationsbedingt verstärkt sichtbar, nicht nur in der Schlange im Supermarkt. Der Hochmut, dass es doch wohl eher nur ein paar wenige wären, die… und natürlich die Gier, alles zu hamstern und den Nächsten so wissentlich in den Nachteil zu setzen…tja, und eben der Hass oder die Aggression, denn immer sind es die anderen, die mir… Jetzt wo wir alle vielleicht etwas Zeit haben, kann man ja mal Milarepa folgen und der eigenen Stimme lauschen. Der Weg zu einer kommunitären Gesellschaft jedenfalls scheint mir noch lang zu sein.Aber man soll ja nie den Glauben verlieren :-)
Milarepa