Lumbini – der Geburtsort…

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…Buddhas strahlt immer eine ganz besondere Aura aus. Es sind ganz andere Empfindungen, Eindrücke, als in den hinduistischen Tempeln und Heiligtümern. Ob es nun am genius locii liegen mag, an der Kraft des Ortes oder an der Lehre Buddhas…mag sein. Pilger aus der gesamten buddhistischen Welt kommen seit etwa 2500 Jahren hierher, um den Drei Juwelen Buddha, Dharma, Sangha ihre Ehrerbietung entgegenzubringen. Spürt man irgendwie, diese Kraft. Bunte Gebetsfahnen schmücken die Ableger des heiligen Bodhibaums aus Bodhgaya. Und einer der schönsten Orte, den Tag ausklingen zu lassen, ist an dem großen japanischen Stupa.
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Ein Elterntaxi, so wie…


IMG_9094…es bei uns inzwischen üblich ist, dürfte für diese beiden doch noch sehr jungen Zwillinge eher ein Fremdwort sein. Ob überhaupt jemals einer der Eltern mitgeht, ist fraglich. Ihr Schulweg ist lang und mühsam, geht sicherlich 200 Höhenmeter rauf und fast könnte man meine, dass der Rucksack mit ihnen und nicht sie mit dem Rucksack unterwegs ist. Jedenfalls sind sie sicher mehr als eine gute Stunde unterwegs…

Es gibt wenige Orte in Nepal, an…

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…denen man so entspannt die Zeit verstreichen lassen kann, wie die Summit River Lodge in Kurintar. Der Freisitz unter dem alten Mangobaum, der Blick über den Fluss, der leise Lärm der fernen Straße, der Weg über die Hängebrücke…alles ist ein bisschen so, als ob Hermann Hesse hier gewesen wäre. Also wenn man einmal die Möglichkeit hätte, hier zu verweilen, dann sollte man die Gelegenheit nicht vorbeistreichen lassen. Deshalb, und weil in Kagbeni gerade riesige Schneemassen liegen und die Temperaturen bis auf -16 runtergehen, geniessen wir die beiden Tage umso mehr und verzichten diesmal auf die tiefkalten Himalayaberge. Hermann Hesse ist jedenfalls hier – zumindest liegt er auf dem Büchertisch. Da kann man ruhig etwas drinn schmökern und sich dazu dann auch ein paar Erdnüsse aus dem Bananenblatt gönnen. Green design at its best…
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Himalayan Height…

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…Resort oder auch bekannt als Haatiban. Es ist ein stilles, manchmal etwas frisches Hideaway, in das wir uns aus dem Lärm und dem Chaos Kathamndus zurückgezogen haben. Belohnt werden wir dafür mit solch phantastischen Blicken wie hier auf die Gipfel des Dorje Lakpa. Schon allein wegen solch unvergesslicher Blicke werden wir im nächsten Jahr wiederkommen. Nepal und Bhutan sind bei den unseren Entdeckertouren für Pfingsten 2020 gesetzt. Hat doch was!

Noch ist es…

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…ruhig und still in Pashupatinath und die sogenannten „Heiligen Männer“ noch nicht in großer Zahl aufgetaucht, denn in Allahabad wird das heiligste Fest der Hindus gefeiert, die Kumb Mela. Da sind natürlich auch alle heiligen Männer vor Ort. Aber es geht das Gerücht, dass ab morgen der Strom der Sadhus in Richtung Nepal zunehmen wird. Sie kommen mit dem Bus, zwei Tage dauert die Fahrt, bis sie in Kathmandu ankommen, um hier die Nacht Shivas zu feiern. Die Polizei streift schon mal verstärkt durch den heiligen Bezirk und übt sich im small talk mit den babu ghis, die ihnen leicht grinsend freundlichst antworten. Ganja oder Cannabis ist für die sadhus in dieser Nacht zu Ehren des großen Mahadev Shiva unabdingbar, aber es wird behauptet, das das unabdingbare Haschisch dieses Jahr nur mit Sondergenehmigung konsumiert werden darf. Nice idea, ein sadhu geht aufs Amt… Ich denke mal, das wird die heiligen Herren wenig kümmern. Smoke get’s in the air…
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Und wenn wir schon bei den eher ungewöhnlichen Themen sind, auch Kathmandu hat eine andere Szene und eine andere Spielwiese, als nur alte Hippies und müde Bergsteiger, ruhelose Backpacker und ruhezentrierte Yogafreaks. Sich mal ganz gemütlich einenDeink gönnen, mitten im Trubel der Altstadt? Warum nicht. Allein der Eintritt in den Keiser Garden kostet schon mal 200 Nepali Rupie und da ist noch nichts im Glas. Nun gut, würde man sagen, 200 Rupie ist nicht die Welt, aber in Nepal eben für viele schon. Da ist es sogar manchmal weitaus mehr als ein Tagesverdienst. Wir sprechen hier von einem Euro fünfzig. Bei einem Jahresdurchschnittseinkommen von 290 € oder einem Wochenlohn von fünf Euro fünfzig, sind das zwei Tage Lohn. Bei uns sind es 4850 € in den alten und knapp 3800 € in den neuen Bundesländern, pro Monat. Da sind dann natürlich ein Eurofuffzig auch kein Thema. Kann man ja mal so zur Kenntnis nehmen und einfach zufrieden sein, mit dem was man hat. Such ohne Keiser Garden.
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Also hab ich mir den Drink gespart, war sowieso nichts los…
…aber irgendwie stylish ist es schon hier. Vielleicht beim nächsten Mal.

These honourable men are doing…

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… an absolutely great job. Mr. Shakya (left) is the senior advisor, Mr. Shresta is the construction manager and the good soul for the reconstruction of the Kastamandapa-Temple in Kathmandu, Durbar Square. For the rebuild they refused modern aid like a crane or an excarvator, everything is done in the old tradition. Even the consolidation of the ground was done by handwork. They used as much as possible of the old material, so one of the main construction columns is from the old temple, the others were brought from Terai. Of course it is hard timber, Sal. Not even a single nail should be used and if the flow of money and so far the flow of material is going on further without complications, they hope, that their work will be done within one year or one and a half year. But anyhow, the main aim is to keep the soul and the spirit of this wonderful old temple and to build an bridge for the eternal soul of Kathmandu, to find a new home in the new old building.
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Anyhow, the wheel of life is not only made for human beings, but also for all the other phenomenons in our simple structured world. Even temples have more then one life. So thanks to Mr. Shakya and Mr. Shresta – I don’t know, if someone ever mentioned them within the last four years after the earthquake – the inner soul of Kathmandu will survive and Kastamandap will be one of the treasure boxes. Dhanyabad!
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Knapp fünf Jahre später, da hat sich augenscheinlich noch nicht soviel getan. Aber wir in Europa kennen das ja, da ist ein fürchterliches Erdbeben wie etwa im Apennin und ganze Dörfer liegen in Schutt und Asche oder etwa wie im Friaul, wo nach 30 Jahren das Provisorium immer noch der Alltag ist… Betroffenheit, ernste Politikerworte, eine kleine Spendenwelle und dann kommt schon das nächste wichtige Betroffenheitsereignis. Der FC Bayern verliert, Florian Silbereisen trennt sich, es regnet, statt dass es schneit und…und…und…aus den Augen, aus dem Sinn. Aber macht es überhaupt Sinn, dann an solche Orte zu kommen? Unbedingt, denn die Menschen dürsten nach Aufmerksamkeit, sie sind stolz auf ihre geschafften Leistungen, und sie wollen eins, nicht vergessen werden! Und das haben sie auch nach all dem Leid verdient und gerade jetzt ist es besonders wichtig. Und jetzt mal ganz ehrlich, wer hierher kommt und meint, Nepal ist ein Billigreiseland, alles müsse doch wegen der kaputten Infrastruktur noch einmal billiger werden, die sowieso schon seit Jahrzehnten gedrückten Preise müssten runter, der möge doch bitte einmal in den Spiegel schauen und sich fragen, meine ich das ernst? Nepal ist ein wunderbares Land, vor allem nach diesem Beben, von dem wir so viel lernen könnten, wenn wir nur wollten.
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Ankommen in Nepal ist…

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…ist wie Heimkommen. So ist es zumindest in meinem Kopf, seitdem Karin aus W. einmal diesen wunderbaren Satz geprägt hat. Er ist fest verankert, geht garnicht nicht mehr raus. Und wie ist es, wenn man so heimkommt und vieles noch in Unordnung ist, weil ein großes Erdbeben alles durcheinander geschmissen hat, vertraute Tempel und Pagoden einfach verschwinden ließ, den Menschen einen vielleicht nicht sichtbaren, aber doch spürbaren Respekt vor der Naturgewalt eingeimpft hat? Genau so: Ankommen in Nepal ist wie Heimkommen. Und wer sagt, dass, wenn man schon wirklich einmal heimkommt, alles nach außen hin perfekt sein muss? Die Zeit ist ein großer Wandler und Verwandler. Sie ist uns immer einen großen Schritt voraus, wir folgen ihr mit einem hinkenden Bein und hechelnd hinterher und dies meist mit einem hastigen, immer wieder zurückgerichteten Blick. Dabei sagen in vielen Kulturen die Schamanen, dass man nicht zurückblicken soll. Von hinten droht die Gefahr der Dämonen und der bösen Geister…wie bei uns!

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Wo einstmals über viele Jahrhunderte der Kastamandapatempel stand, steht heute dieses künstlerisch anmutende Baugerüst. Auf einer Biennale wäre es der Renner. Irgendwann, vielleicht irgendwann einmal, wird hier wieder ein Tempel stehen, der so aussieht, als wäre er der Kastamandapatempel. Der Tempel, der der Legende nach aus dem Holz nur eines Baumes errichtet wurde, der Tempel, an dem sich heute die Shivajünger und Asketen getroffen hätten, der Tempel, der vielleicht sogar Kathmandu seinen Namen gegeben hat. Jetzt ist dieser Tempel und der vom Erdboden zerstörte Platz immer noch Baustelle, ein Planungsobjekt. Nur mit viel gutem Willen kann man diesem Bambusgerüst so etwas wie Hoffnung abgewinnen. Aber es wird so sein. Die Zeit ist ein großer Wandler, vielleicht werden Lichtjahre vergehen, bis dieser Platz wieder seine urkräftige Würde wiederfinden wird, aber es wird so sein…da bin ich mir sicher!
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Man muss schon die Kraft einer kleinen Ratte haben, um den großen, so schwergewichtigen, elefantengestaltigen Gott Ganesh durch die Zeitalter und Weltalter zu bewegen. Vielleicht wussten die klugen Baumeister des Kastamandapatempels und des benachbarten Ganesh-Schreins vor vielen Hunderten von Jahren bereits, dass sie einmal die gewaltige Kraft der kleinen Ratte brauchen, um nahezu Unmögliches zu bewegen. Wahrscheinlich haben sie sich deshalb so viel Mühe gegeben für diese kleine Plastik. Aber ihr traut man es einfach zu, dass irgendwann einmal das Problem spitznasig gemeistert ist und uns im Nachhinein nur noch als eine kleine Wirrung der Zeit erscheint. Schnee von gestern würde man bei uns sagen. Trotz Erdbeben kommen die Menschen, egal ob jung oder alt, hierher und streichen der Ratte liebevoll über die blankpolierte Nase. Damit trotzen sie ganz nebenbei unserem westliche Verständnis von Zeit und Vergänglichkeit, von Tradition und momentan anscheinender Wirklichkeit. Für die Menschen, die der Ratte über die Nase streichen, ist auch der zerstörte Kastamandatempel noch da. So ein Ort verliert seine Kraft nicht, nur weil ein paar Balken eingestürzt sind…

Waterroads almost blocked…

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…könnte man meinen, bei diesem dichten „Strassenbelag“ aus Wasserhyazinthen. Während zuhause der Frost klirrt, blüht und gedeiht es hier in den Kerala Backwaters. Der Frühling ist in vollem Anmarsch und nach dem letzten Vollmond, an dem man Shiva, Parvati und der Familie gedachte, hat sich auch das Wetter noch einmal schlagartig geändert. Es wird warm, sehr warm. Von den höheren Lagen mit den Teeplantagen auf rund 1000 Metern bis hinunter zu den Wasserstrassen der Backwaters – die Temperaturen steigen deutlich. Fein.
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Der Vebanaad-See ist mehr als vier Mal so groß wie der Bodensee, dazu kommen Tausende von größeren und kleineren Wasserstrassen. Es ist ein schier unüberschaubares Labyrinth, durch das wir uns mit dem Boot hindurchschlängeln, begleitet von Kormoranen, Reihern, großen und kleinen smaragdfarbenen Eisvögeln, und vor allem von der Freundlichkeit der Menschen. Wie traurig wäre doch diese Welt, wenn wir diese Begegnungen nicht mehr hätten. Jeder für sich… eine gruselige Vorstellung. Indien ist Indien ist Indien und nirgendwo so strahlend herzlich wie in Kerala. Also stimmt es eben doch: #lifewithoutindiaisnotpossible
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