9.12. Am Ende sind es…

Die Fußabdrücke Buddha Shakyamuni

…dann doch ergreifende Momente und jeder für sich findet heute seinen Platz rund um den Mahabodhi-Tempel. Vielleicht bei den laotischen Mönchen oder den Pilgern aus Myanmar, bei den nepalischen bikhus (Mönchen) oder eben doch wie schon fast vermutet bei den Nonnen aus Ladakh und Tibet. Und je länger man verweilt, sich hinsetzt, sich treiben lässt und vielleicht sogar für einen kurzen Moment in die Nachdenklichkeit eintaucht, umso intensiver werden die Empfindungen. Heute geht eigentlich jeder für sich, möchte die Zeit und die dichte Atmosphäre nutzen, um seinen eigenen Gedanken nachzuhängen. Vielleicht auch das ein oder andere für sich zu ordnen. Schön, wenn das bei so einer Reise auch möglich ist und nicht nur immer die Bilder im Vordergrund stehen. Bodhgaya liegt im Bundesstaat Bihar und der ist einer der ärmsten Bundesstaaten Indiens überhaupt. So kommen etwa die ganzen „roadworker“, die entlang der Himalayapässe die Straßen reparieren und in übelsten zeltunterkünften leben, fast allesamt aus Bihar. Als kleines Zwischenprogramm ist der Markt von Bodhgaya ein gutes Kontrastprogramm. Mehr Indien geht nicht mehr.

Nonnen aus Ladakh und Tibet

 

Indien pur – im Markt von Bodhgaya

 

 

8.12. Zuviel für einen

…Tag, könnten man meinen. Am Morgen noch einmal die Bootsfahrt am Ganges, abends dann der Rundgang am Mahabodhitempel in Bodhgaya. Der heiligste Ort der Hindus, der wichtigste Pilgerort der Buddhisten. Übrigens, dass 5000 Jahre lang kein Mensch, kein König und kein Brahmane ein Gebäude am anderen Gangesufer bauen durfte, um den morgendlichen Gruß an den Sonnengott Surya nicht zu stören, ist in einem Land wie Indien mehr als ein Wunder. Virtual spirituality hab ich übrigens das obere Bild genannt, das ich in Bodhgaya aufgenommen habe und der Schwimmer im Ganges ist wohl mehr als todesmutig. Manche Sachen kann man nicht erzählen und deswegen sind es heute nur ein paar Bilder aus Bodhgaya und Varanasi, statt vieler Worte ….

 

7.12. Kashi, das Licht…

Sonnenaufgang am Ganges

…nennen die Inder liebevoll ihre Stadt Varanasi. Und wirklich, alles, was man bisher gehört oder gelesen hat, wird übertroffen. Es sind nicht nur die morgendliche Bootsfahrt oder der Gng durch die engen Gassen des Bazars, die postkartenidyllischen Motive der Sadhus vor den ghats – nein, es sind vor allem die stillen Momente entlang dem Ganges. Wie etwa auf unsrem Rückweg zum Hotel, das direkt am Ufer liegt. 5000 Jahre kontinuierlichen Sterbens hinterlässt seine morbide Natur und zieht uns doch mit jedem Atemzug, mit jedem Blick in seinen Bann. Indien liebt man oder man hasst es – es gibt nichts dazwischen.

Stille Momente abseits des Trubels

Der Klassiker: Morgendliches Bad am Ganges

 

6.12. Kein Nikolaus, sondern…

Ein endloses roadmovie – Indiens Landstraßen

… Sarnath. Der Ort, an dem Buddha die erste „Predigt“ vor seinen ehemaligen Mitasketen hielt und die ehrlicherweise wenig begeistert waren, dass ihr einstiger Gefährte nun entwas zugenommen hatte und ihnen nun den Weg der Erleuchtung nahelegen wollte. Nun denn, eine komische Seite kann man den Lehren des Buddhas durchaus immer wieder abgewinnen und auch wir nehmen die ganze Sache eher von der aufgeschlossen heiteren Sichtweise. Die netteste und unkomplizierteste Gruppe – so lautet zumindest die Selbsteinschätzung der Teilnehmer. Ich kann mich da natürlich aus bekannten gründen nicht äußern. In Sarnath, im Gazellenhain, hat es uns ausnehmend gut gefallen. Ein absolutes Highlight jedoch war das angegeliederte Museum. Nicht nur wegen Kaiser Ashokas Löwenkapitell. Die Ankunft dann in Varanasi war wieder einmal filmreif und abenteuerlich. Nächtliches Indien.

Der große Damekhastupa in Sarnath

5.12. Der lange Weg nach…

When the train comesto the station

… Kushinagar, dort wo Budha starb und verbrannt wurde, ist wirklich ein Pilgerweg mit Ruckelbuße und Schütteltrauma. Wieder sind es gute sechs Stunden über Land und ein erster Höhepunkt ist eine religiöse Demonstration von Hindufrauen, in die wir uns einreihen. Weniger weil wir für ihre Sache kämpfen als deswegen, dass der Bus steckengeblieben ist und wir ein paar Schritte laufen wollen. Aber irgendwie und irgendwann kommt man doch an und die Begegnung im Tempel mit der sechs Meter langen, goldbedeckten Figur des sterbenden Buddha birgt viel Atmosphäre.  Die Pilger haben neue Tücher für den Buddha mitgebracht, Ketten und Amulette werden geweiht, alles villzieht sich unaufdringlich und trotzdem mit tiefer Gläubigkeit. Auch wenn es nur kurze Momente auf dieser Reise sind, sie entbehren nicht einer tiefen Bewegtheit. Es hat Stil und ist eben eine Pilgerreise. An der wir zwar nicht so teilnehmen, die wir aber mit Aufmerksamkeit beobachten. Tja und zu unsrem Hotel, da meinet der Guide nur: „ Sorry Sir, here we are in remote area“. Aber deswegen sind wir ja da. Und wir waren die einzigen. In Sravasthi und in Kushinagar, die nicht aus einem buddhistisch-asiatischen Land diese Mühen auf sich genommen haben.

Die Farben und Sorgen Indiens

Stille und Ruhe – Parinirvana

4.12. Over the borderline…

India – you´ll love it or hate it
…man könnte fast meinen, wer in Sunauli über die Grenze geht, ist wirklich ein Borderliner. Abenteuerlich und wild dürfte gar kein Ausdruck sein und bräuchte man am Ende bei der Ausreise nicht den Einreisestempel, dann könnte man sich die Prozedur schenken. Denn Interesse an irgendeiner grenzkontrollierenden Tätigkeit hatten weder die nepalischen noch die indischen Grenzbeamten gezeigt. Wichtig war das Ausfüllen von Papieren und das Anhäufen eines sichtbaren Arbeitsberg von ausgefüllten immigration cards. Das Grenzbüro ist filmreif heruntergekommen und Indiana Jones hätte seine wahre Freude. Der letzte Anstrich dürfte vor Mahatma Gandi getätigt worden sein. Nun gut, weiter über übelste Ruckelpisten durch das Outback von Indien. Wer jemals behauptet, Indien wäre auf dem Sprung in ein modernes Zeitalter und eine führende Wirtschafts- und IT-Nation, der wird hier eines Besseren belehrt. Der Weg nach Sravasti ist ein ländlicher Film aus den 20er Jahren und würden zwischen all den Ochsenkarren nicht immer wieder die Zuckerrohrlaster auf der Straße rumdonnern, könnte es auch noch einmal 50 Jahre zurück gedeutet werden.
Sravasti und der heilige Bodhibaum des Ananda – nach sechsstündiger Ruckelfahrt ist es eine Wohltat, ein paar Schritte zu laufen und an den stark duftenden Rosen der burmesischen Pilger innezuhalten. Diese Rosen duften noch – ob mit oder ohne künstliche Aromastoffe sei dahingestellt. 25 Regenzeiten verbrachte Buddha hier und irgendwie spürt man den Geist dieser 25 Winter und alle sind ganz zufrieden und aufgeräumt beim Spaziergang durch den Buddhapark. Im Hotel sind wir wieder unter der großen Schar der burmesischen Pilger und der Kommentar unsres Guides zum Thema Internet: „No Sir, here we are in remote area“.Das sagt alles und morgen wird’s ebenso sein.

Rosen, die endlich einmal duften

3.12. Goin´up the country…

Ein Licht geht auf

… knapp zwanzig Kilometer von Lumbini entfernt liegt der Palast Kapilavasthu. Na ja, vom Palast, in dem Buddha 29 Jahre lebte, ist nicht mehr viel zu sehen, und dennoch, es ist ein stimmungsvolle und netter Vormittag. Die Mischung aus den Buddhageschichten von Martin Grimm (Inselverlag Leipzig 1967), dem Badepool des Buddha und dem alltäglichen Dorfleben ergeben eine stimmige Kombination. Nicht schlecht, wenn einem bei so einem schönen Vormittag ein Licht aufgeht, und wenn es nur die improvisierte Straßenleuchte á la Nepal ist. Da mehrere solcher Stromkabel einfach von den Leitungen hängen, liegt der Verdacht nahe, dass man hier so manchen Abend einfach ein bisserl Licht abzapft. Hoffentlich lassen sich die Leute nicht dabei erwischen oder bekommen gar einen satten Stromschlag. Dass die Schulkinder ihre Finger davon lassen und lieber mit dem klapprigen Radl gen Schule ruckeln, ist gut so.Morgendliche Radlprozession zur Schule

2.12. Wunschgöttin statt Weihnachtsplätzchen…

Am Tempel der Wunschgöttin in Manakamana

… in Manakamana, dem Altötting Nepals. Nach einen entspannten Abend in der River Lodge an „der Biegung des Großen Flusses“ und heute einer wunderschönen Morgenwanderung ging´s mit der Seilbahn „made in Austria“ zum Tempel der Wunschgöttin in Manakamana. Für Nepali bedeutet das mehrere Stunden Anstehen, wir durften vielleicht auch wegen der dreifach höheren Ticketpreises einfach uns ein bisserl vordrängen. Aber nur am Weg nach oben! Am Tempel dann ließ uns  lange Zeit der Blick auf den Manaslu nicht los, dann natürlich auch Geschichten und Rituale rund um den Tempel. Der Wechsel nach Lumbini in vierstündiger Fahrt war weniger stressig als sonst und der Sonnenuntergang am japanischen Stupa ein kleiner Vorgeschmack auf die kommenden Tage.

Sonnenuntergang an der japanischen Pagode

 

1.12. Keine Anzeichen von Weichnachtsstress…

…ein atemraubender Morgen noch einmal in Lakhuri – heute zeigt sch sogar der Manaslu ganz und in voller Pracht. Wir sehen vom Hotelgarten aus zwei Achttausender, eigentlich ein Weihnachtsgeschenk per se. In Bodnath treffen wir uns mit den Ofenmachern und schmieden neue Pläne für ein Projekt Nachhaltiges Reisen im Kumbhu. So langsam nehmen diese Themen Form an und ehrlich gesagt, es ist mehr als Zeit, dass sich hier beim Reisen etwas verändert. Das Interesse, sowohl dieses Mal als auch bei der letzten Tour zeigt, dass diese inputs richtig sind. Abends in der River Lodge bleibt Zeit, sich auszutauschen und hu diskutieren. Und weil alles so stimmig ist und der Mond in silbrig glänzendem Bogen sein Licht auf den Trislui River wirft, kommen bei den Damen Erinnerungen an Robert Redford und out of Africa. Trotzdem – wir sind in Nepal und von Weihnachten nimmt bis dato keiner so wirklich Notiz. Das Wort Weihnachten fällt nur im Zusammenhang mit all den üppigst blühenden Büschen von Weihnachtssternen.