Vielleicht liegt es ja…

…ja daran, dass es regnet und sich der Regen mit verstärkten Niederschlägen abwechselt, dass wir weder die angekündigten Bären, noch Elche, noch Wale sehen. Auch wenn man sich hier wirklich Mühe gibt, uns davon zu überzeugen, dass diese Tiere hier nahezu andauernd zu sichten sind, kommen doch langsam regenbedingte Zweifel. Kein Mensch kann es einem Orca verdenken, wenn er sich bei strömenden Regen ins sichere Nass zurückzieht. Ein kleiner, fast schon psychedelischer Ausgleich waren die Medusen im Sealife Center von Seward, die ein wunderbares Ballet boten. Ansonsten schein es außer Regen in Seward eine fromme Gemeinde zu geben. Zumindest was die Zahl der Kirchen anbelangt, denn die scheinen hier mehr präsent zu sein, als Wale, Bären oder gar Menschen…

„North to Alaska….

… north to Alaska gold“, sang einstmals der gute Johnny Cash. Na ja, ganz so optimistisch war der erste Tag nicht, denn das versprochene Gold haben wir freiwillig im Fluss liegen lassen und haben uns mehr um die stories und Geschichten gekümmert, die uns unser guide hier über Goldgräber und Abenteurer erzählt hat. Auch die Bären und Elche halten sich vorerst noch mit ihrer Präsenz zurück. Immerhin, auf der Fahrt nach Girdwood zum Alyeska Resort haben wir die ersten Beluga gesehen. Kurz, aber immerhin. Der Kollege oben schmückt die Hotelhalle und das ist ja schon mal ein guter Anfang…

 

Besser hätte man…

… einen Ort auf dem Weg nach Alaska nicht gewählt werden können als hier in Island. Dort wo zwei Kontinentalplatten, Europa und Asien, zusammenstoßen und eben genau an der gleichen Stelle, an der die isländische Geschichte ihren Anfang nahm und so präsent ist, wie irgend nur möglich. Alles, was in den letzten 1100 Jahren mit Island zu tun hatte, wurde hier besprochen, verhandelt und „abgehandelt“ – nur die Bankenkrise nicht. Aber die ist ja ein anderes Thema. Mich jedenfalls hat dieser Ort mehr als nur beeindruckt…

Wide open space…

… in Island. Und in der Ferne die Gletscher und Berge so nah, dass man denken könnte, man wäre in Patagonien. Auch wenn es nur ein kurzer stop-over auf dem Weg nach Alaska ist – Island ist mehr als eine äußerst positive Überraschung. Und damit meine ich nicht nur die überwältigende Natur, sondern auch die nette und herzliche Art der Menschen hier. Einzige Ausnahme, die Damen vom Flieger, die hatten nämlich den etwas rauen Charme sich zu sehr zu Herzen genommen. Schwamm drüber, das kann das positive Bild nicht trüben und für mich war Island eine echte Fontäne…

Da staunt Poseidon…

… am Brunnen vor Herrenchiemsee, denn die Ausstellung im Schloss mit werken den Neuen Pinakothek ist absolute Spitze und ein ganz heißer Sommertip.Geöffnet bis 29.9., also die Zeit nutzen und rauf aufs Boot und rein ins Schloss Herrenchiemsee und sich die Ausstellung „Königsklasse“ gönnen. Mit Beust, Polke und Warhol und Co…

und natürlich Dan Flavin…

…und natürlich Baselitz … kann sich sehen lassen!

 

 

Ein aussterbender Beruf…

… ist der des Mandelklopfers und der des Mandelschalenreinigers. Die beiden Herren im Bazar von Elmali in der Türkei jedenfalls sind sich bewusst, dass es nur noch wenige Vertreter ihres Standes gibt und erfüllen ihren Job mit einer sichtbaren Hingabe. Aber vielleicht hat dies alles auch etwas mit uns zu tun. Mit unserem Lebensstil, unserem Arbeitstempo und unseren Vorstellungen von Haben. Natürlich kann sich ein Mandelklopfer vielleicht nicht jedes halbe Jahre das neueste Smartphone kaufen, aber vielleicht braucht er es auch gar nicht, sondern ist zufrieden mit dem, was er hat. Der Smartphone-Käufer hingegen ist oft unzufrieden, denn das funktioniert nicht und … und… Und so war es für mich nicht nur ein beruhigender sondern auch ein nachdenklicher Moment des Zusehens.

 

Großes Finale…

… an der Madronehütte. Sieben Tage insgesamt waren wir zu zweit unterwegs, um entlang dem Sentiero della Pace im Trentino den Spuren des Ersten Weltkriegs zu folgen. Alte Stellungen, Gräben, Festungen sind die eine Sache – spannender aber sind die Geschichten dahinter, die sich entlang dem Sentiero wie eine Perlenkette aneinanderreihen. Und so waren wir zwar auf dem Sentiero della Pace unterwegs, haben dann aber doch einen berggewichtigen Sentiero delle Trentino daraus gemacht. Das große Finale war natürlich der weiße Weg zur 3330m hohen Cresta Croce…

 

 

Damit morgen zum Jahrestag jeder den Weg…

…findet, also genau 214 Jahre nach dem Herrn Alexander, hier ein Bild vom Endspurt. Unten rechts der weiße Fleck ist El Portillo, hier kam er über den Caldera-Rand und hatte noch ein paar Stunden durch das schwarze, scharfkantige „Malpais“, bis er nahe dem heutigen Refugio auf 3260 m, bei den Eismännern, den „Neveros“, die hier oben Eis suchten und im Tal verkauften, übernachten konnte. Aber dafür hatte er ja am nächsten Morgen den phantastischen Sonnenaufgang…

 

 

Da blickt er nun, der…

… der gute Alexander von Humboldt und läßt nachdenklich den Blick im tropischen Garten von Orotava schweifen. In sieben Tagen auf Teneriffa hat er eine ganze Wissenschaft begründet und mit seinen Forschungen am Teide so manches bis heute noch gültige Bild geprägt. Wir sind dieser Tage über den Passatwolken unterwegs, um eine neue „Humboldtreise“ auf den Weg zu bringen – eben die besteigung des Teide auf dem historischen Weg und die Fortsetzung des Weges – so wie sie wohl Humboldt gewählt hätte – über Vilaflor an die Südküste von Teneriffa. Ein tolles Projekt!