Der Great Ocean Walk…

…ist einer der Great Walks of Australia – und deswegen bin ich ja hier. Und wirklich, es ist eine fantastische Route und das Finale an den 12 Aposteln mehr als grandios. Strände, Hinterland, Farnwälder – alles vom Feinsten. Erheiternd, dass die Zwölf Apostel nur noch zu acht sind, also würde besser Schnewittchen und die Sieben Zwerge als Name für die Kalksteintürme passen, die anderen sind ja eingestürzt. Oder man lässt es doch beim ursprünglichen, touristisch vielleicht nicht so passenden Namen – die Sau und ihre Ferkel. Irgendwie sind sie schon gut drauf die Aussies…

 

 

Das Handy klingelt…

… war mein erster Gedanke, als ich gestern früh in der Great Ocen Lodge aufwachte. Seltsamer Ton, irgendwie melodiös und doch total ungewohnt. Nix lyrischer Klang oder Iphonegeklimper, sondern ein ganz andrer Sound. Der ersten Weckruf, noch im absoluten Morgengrauen, man überhört in gerne und wartet auf den nächsten, der dann auch sofort kam, war dann doch kein Iphone, das irgendein Guide angestellt hat, sondern absolut laut und nah der Eisvogel, Kookaburra. Ist wohl eine lautmalerische Umschreibung für den Gesangt, kann man hier nur leider schlecht nachmachen.Unterwegs dann gab´s noch mehr aus Brehm´s Tierleben, etwa einen total kahlgefressenen Eukalyptuswald, in dem die ach so niedlichen Koalas im Zehnerpack hingen. Nur ein Faultier ist noch fauler – schrieb der Kollege Dirk von pushandreset.de und hat damit Recht. Fressen, kratzen und von Ast zu Ast in slow motion – auch eine Lebensaufgabe…

Nighthawk oder damit das…

… alles nicht zu cool rüberkommt, erst einmal ein Blick aus dem Hotelzimmer. Für uns etwas ungewöhnlich dieser Blick. Trotzdem, in manchen Dingen sind sie uns voraus, die Leute aus Donwunder oder aus dem Land of Oz, wo anscheinend das Geld von den Bäume zu tropfen scheint. Gute Ideen haben sie und sei es nur, dass man sich die Hände wäscht und das Dreckwasser zurück in den Spülkasten fliest – Wasser ist kostbar, eben ein Kontrastprogramm…

Alt-J und ein relaxter Tassie-Tag…

…damit man sich ungefähr vorstellen kann, was ein entspannter Ausflug sein kann. Die Jungs hängen ab, trinken Bier, kaufen einem Angler ein paar Fische ab und hören Alt-J. Muss man sich anhören, damit man in Stimmung kommt. Alt-J?…Die Anfänge der Band gehen auf das Jahr 2007 zurück. Damals trafen sich Gwil Sainsbury, Joe Newman, Gus Unger-Hamilton und Thom Green an der Universität Leeds, wo Gwil, Joe und Thom Kunst und Gus englische Literatur studierten. In ihrem zweiten Studienjahr spielte Joe Gwil ein paar seiner Songs vor, bei denen er von seinem Gitarre spielenden Vater inspiriert wurde. Daraufhin beschlossen die beiden, eine Band zu gründen…eben relaxed wie alles hier…

Good bye Tassie…

… nicht jedoch ohne eine kleine Kajaktour auf dem Anson-River. Zwar dauert es etwas, bis ich das mit der Fußlenkung und dem Paddeln als Multitasking raushabe, aber dann klappt es wunderbar. Mit einer netten Geschwindigkeit – man liebt es hier, die Dinge mit Elan anzugehen – paddeln wir den schwarzen Fluss hinunter zur Shark-Bay, wo sich normalerweise ein paar kleine Haie in der Brutzeit zurückziehen. Only long a meter or a little bit more…

Einsamkeit als gediegener…

… Luxus, anders kann man es nicht bezeichnen. Und nachdem hier alles doppelt und vielleicht dreimal so kostenintensiv ist wie bei uns, mag man sich vorstellen, in welchen Preiskategorien man sich hier bewegt. Also was bleibt anderes übrig, als es zu Genießen – tasmanisch relaxed. Und das bedeutet, Gitarre spielen zum Sonnenuntergang am Deck, abends ein gepflegtes Abendessen und einen netten Talk mit total entspannten und coolen guides und einfach „alle vier gerade sein lassen“. Schlechtes Gewissen. Etwas, denn wie gesagt, wenn jetzt noch ein Wal…

 

 

 

Wenn jetzt noch…

..zufällig ein Wal an diesem Wahnsinnsstrand vorbeischwimmen sollte, würde ich sofort unter Protest „wegen übermäßger Ungleicheit an landschaftlichen Schönheiten“ das Land verlassen. „too much“ – anders kann man es wohl kaum beschreiben, was hier in Tasmanien so geboten wird. Heute geht es entlang der Bay of Fires zur gleichnamigen Lodge und außer entlang am Strand und etwas auf und ab in den Dünen und unendlich lange Blicke über einen astreinen, weißen Strand ist nicht viel mehr zu tun als zu Staunen. Als ob das nicht genügen würde. Trotzdem, nach der Ankunft in der Superlodge, erlaube ich mir nochmal einen Spaziergang durch die Dünen und treffe auf diesen mehr als friedlich gesinnten Beobachter…
… der mir bei meinen fotografischen Arbeiten interessiert zusieht, ob alles mit rechten Dingen vor sich geht. Ich wandre noch etwas rum, fotografiere und treffe auf die beiden älteren Herren, die mir in extrem nasalen Ton und ohne die Lippen zu bewegen zu erklären versuchen, welche Art von Fisch sie fangen. Ich nehme mal an, „blksämn“ soll black salmon bedeuten. Ok – nach gut zehn Tagen hab ich den Slang immer noch nicht drauf. Aber hier in Tassie klingt alles noch etwas relaxter. Wenn jetzt noch ein Wal vorbeiziehen würde…

Ein grauer Tassie-Morgen…

… in Launceston und angesichts der Temperaturen ist das ja schon fast wie zu Hause. Vom Winter in den Winter. Immerhin soll es heute bis auf 400 Meter runterschneien, gut also dass wir an der Küste unterwegs sind. Bay of Fire klingt angesichts des Kälteschocks ja auch ziemlich vielversprechend. Also starte ich heute die Tassie-Expierience und hoffe mal, dass die Sonne es schafft, über die Berge zu klettern und zumindest ein bisserl Wärme runterzulassen. Übrigens ein irres Phänomen hier in Land of Oz – der Mond scheint bedeutend heller als daheim. Klar, denn von Luftverschmutzung und Lichtverschmutzung kann in den Outbacks keine Rede sein und da in Tasmanien nur rund 300 000 Leute leben sollen und die Insel so groß wie Schottland ist ( ich hab´s noch nicht nachgeprüft – man hat es mir stolz im Taxi erzählt), ist ja fast überall Outback. Und da gibt es eben nur dunkel und hell. Und nachts ist der Mond so hell, dass man bei Vollmond eigentlich ein Buch lesen kann. Hat was für sich…

Eine andre Sicht…

… der ganzen Reise. Kinder und Enten – Vorsicht am Steuer ist geboten. Weniger Vorsicht ist bei Katzen geboten, da haben die Freunde von Downunder ein ganz andres Verständnis von Sympathie. Die wildernde Katze wird zur Zielscheibe des Jägers und ein Journal reklamiert, dass täglich, bzw. nächtlich soundsoviel Hunderttausend Kleintiere ihr Leben wegen den wildernden Katzen lassen müssen. Der Held des Morgens auf der Farm trifft beim Frühstück – daneben. Gut so für heute. Dass Kängurus nicht nur nette hospende Tiere sind, sondern auch eine Gefahr, konnte ich vorgestern erleben. Bei der Nachtfahrt – dafür benötigt man eine Extraversicherung – stehen die Tiere zu Hauf am Straßenrand, bereit vor die Stoßstange zu hüpfen. Also Tempo runter und sich auf Schockbremse und Kurvenfahrt einstellen, sobald es dunkelt. Heute bei der Rückfahrt am Morgen, liegen die hüpfenden niedlichen Tierchen auf der Straße und die verbeulten Autos parken im nächsten Provinznest. Irgendwie alles ziemlich „strange“, denke ich mir – aber Australien ist eben eine Rundumerfahrung und so manchers Mal ist es gut, sich erst einen Tag später ein Urteil zu bilden.