…geben wie den Mahabodhitempel in Bodhgaya. Der Ort, an dem Buddha unter einem Bodhi-Baum die Erleuchtung erlangte, ist ein Pilgerort ganz besonderer Natur und Ausstrahlung. Die Ruhe und Würde, die magische Aura des Platzes und das leise Klingen der Mantras . Intensiver, dichter und eben doch viel mehr als in allen tibetischen Klöstern oder buddhistischen Tempeln in Südostasien ist hier der Geist und die Seele Buddhas spürbar. Ein Ort, der letztendlich den Menschen und ihrer Würde und ihrem Mitgefühle gewidmet ist, nicht einer auf sich selbst blickenden Religion, wie das bei so vielen Pilgerorten ja oft der Fall ist. Ein Platz für Menschen, die sich entschieden haben, einen Weg der Sympathie zu gehen. In unseren geplagten Zeiten durchaus eine schätzenswerte Entscheidung. Und Bodhgaya? Vielleicht ein ruhiger Moment des Innehaltens…
Archiv der Kategorie: unterwegs
Istanbul – vor ein paar Wochen war…
…es noch überhaupt kein Thema, mit der U-Bahn zu fahren, sich in die Trambahn zu drängen, zum Taksinplatz zu gehen und Istanbul mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erkunden. Eigentlich die schönste Art, durch diese wunderbare Stadt zu reisen. Seit ein paar Tagen ist das anders, die Politik hat zugeschlagen, vor allem die traurige Wende zurück in finstre Tage. Wessen Verdienst diese Wende ist, kann man in der Zeitung lesen. Die Hinweise des Auswärtigen Amtes jedoch sollte man durchaus ernst nehmen. Es zeigt wieder einmal, welch Trauerspiel die Politik mit sich bringt. Dann hoffen wir einmal, dass die Vernunft die Oberhand behält, aber die Erfahrung und das „Profil“ der verantwortlichen Akteure lässt anderes vermuten. Inshallah…
http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/TuerkeiSicherheit.html
Eine geschenkte Stunde allein…
… in Venedigs Lagune ist etwas ganz besonderes. Ein Moment, den man so schnell nicht vergisst. Eigentlich wollte ich mir ja den armenischen Pavillon ansehen. Die Linie 20 ist ein kleines, schunkeliges Boot und wir sind insgesamt nur zu dritt, die an Bord gehen. Zwei junge Mädel steigen in San Servolo aus, ich allein auf San Lazarro degli Armeni. Eine private Klosterinsel, der Blick in den Innenhof wurde mir gestattet, die Ausstellung bleibt geschlossen. Macht nichts, denn der Blick auf die Lagune und auf Venedig ist grandios und macht ruhig und besinnlich. Wie weit weg sind da die Massen, die sich durch die engen Gassen drücken. Ein Traum und eine meditative Zeitreise…
Ob auf den Kopf gestellt…
…heute immer noch eine neue Sicht der Dinge ist. Vielleicht schon. Sich die Mühe zu machen, Dinge anders zu sehen und anders darzustellen ist eine Kunst. In diesem Sinne können wir dann doch lernen, wenn wir uns anscheinend verdrehte zu Gemüte führen. So wie hier auf der Biennale. Ein schöner Abschluss für eine lange Tour!
München – Venezia…
… die Etappen sind überschaubar, man kann sich durchaus Zeit lassen und es gibt immer wieder viel zu sehen. Die alte Bahntrasse lässt sich wunderbar runterrollen und so bleibt genügend Zeit, den späten Nachmittag auch einmal etwas geruhsamer angehen zu lassen. Es ist eine Biketour, die einen nicht aufreibt und ein Berggenuss, de einen nicht verschlingt, passt also und macht Spass…
München – Venedig…
… entspannter und spannender als gedacht. Starke Impressionen am Wegesrand entlang der Isar, am Achensee, in den Dolomiten. Eine gute Kombination aus sportlichem Anspruch und der Option, faszinierende Landschaften im „vorbeifahren“ wirklich zu genießen. Mir gefällt‘ s und ich bin gespannt auf Belluno und das Piave-Tal…#muenchenvenezia
München – Venezia, auch eine…
Istanbul …
IMG_2242 Auf den Link links klicken und in die Stadt einfahren, viel Spaß…
Balik ekmek finish…
… meint der Kellner lakonisch, tieftraurig und tippt verzweifelt in sein Handy. Aus, vorbei – finish. Ihm fehlen die Worte. Das Handy ist sein Halt. Zwei Tage zuvor, am Samstag Abend waren wir noch hier, haben im Garten Fisch gegessen und Raki getrunken. Der Fischmarkt und die kleinen Kneipen an der Galatabrücke waren vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig und entsprachen nicht ganz den Vorstellungen der Ordnungsamtes, illegal waren sie sicherlich, aber eben auch besonders. Es war vor allem aber ein Ort, an dem das alte Istanbul noch lebte und die Seele der Stadt so dicht und herzlich war, wie vielleicht nirgendwo sonst. Für Istanbullar und für uns, die wir nur kurze Momente in dieser traumhaft schönen Stadt verweilen. hüzün, die Schwermut, überfällt mich, als ich drei Tage später zurückkomme. In der Nacht wurde das Gelände mit dem Bagger platt gemacht, die Buden zerstört, die kleinen Restaurants niedergewalzt. Kein Fisch, keine Fischbrötchen, keine Teestuben mehr. Wahrscheinlich wird alles jetzt ordentlicher und schöner – besser wird es sicherlich nicht. Ein Stück altes Istanbul ist verschwunden und mit ihm nicht nur ein paar Buden.
Es ist ein Stückchen Lebensgefühl, das plötzlich fehlt.
Was bleibt sind nostalgische Bilder, die plötzlich ihren Wert gewonnen haben, denn sie holen für einen kurzen Moment dieses Gefühl zurück, an einem ganz besonderen Ort gewesen zu sein. In der blauen Stunde am Bosporus, die glitzernden Wogen, die dümpelnden Boote, die Rufe der Verkäufer, der plaudernde Strom der Menschen, der sich über den nassen Boden bewegt, der Lärm der Galatabrücke, die Musik des Wassers am Kai und der Geruch von gebratenem Fisch…
Was bleibt ist hüzün, die Schwermut der Stadt. Diesmal hautnah erlebt.














