…nach diesem Tag eigentlich genug, wären in diesem überalterten Bundesland da nicht all die anderen, die vor Ort noch hoffen, es wäre nur eine Nebelkerze. Aber wer mit vollem Bewusstsein eine gesichert rechtsextreme Partei in ein offizielles Staatsamt hebt, hat eigentlich seine Berechtigung in einer gesichert demokratischen Partei verwirkt und damit eigentlich auch sein vom demokratischen Wähler in Auftrag gegebenes Wirken ebenso. Zitat Merz: „Wer einen Abgeordneten einer rechtsextremen Partei zum Landtagspräsidenten wählt, muss das mit seinem Gewissen vereinbaren.“ Nein!!!!! In einem demokratischen Gefüge ist demokratiezerstörendes Verhalten keine!!!!! Gewissensfrage. Das gilt auch für ein Landesparlament, dass seine Ziele außerhalb der demokratischen Verfassung sieht, und zwar gleich dreimal. Dafür gibt es kein Verständnis und keine Entschuldigung. Somit wäre es folgerichtig, dieses demokratische Konstrukt zu verlassen. Angesichts des gewählten Vizepräsidenten wäre eine Oblast Magdeburg doch gut, oder wenn schon ein Weidelland mit lauter Hornochsen, ein Großjunkertum Sachsen-Anhalt. Mir egal, jedenfalls wären 15 Bundesländer auch eine Option. Und wenn schon Bayern dauernd vom Geldhahn zudrehen redet, dann bitte auch da. Die deutsch-iranische Autorin Shida Bazyar zitiert in ihrer Dankesrede für den Buchpreis in Frankfurt Hannah Ahrendt: „Das Problem an 1933 war doch nicht, was unsere Feinde gemacht haben, sondern was unsere Freunde gemacht haben.“ Und damit zeigt sich, wo wir uns befinden. Nicht am Abgrund, sondern eigentlich schon im freien Fall. Unser historisches Problem waren die Verursacher, aber vor allem auch die ach so unschuldigen Mitläufer. Die Bürgerliche Mitte schickt sich an, in dieses Mitläufertum abzudriften und hat ihr Vertrauen verspielt. Erst vier, dann zehn, dann koaliert man irgendwann. Und:“Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht…“. Nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern auch darüber hinaus. Dank gebührt jetzt vor allem denen, die nicht müde werden, wachzurütteln.Von Kerkeling bis Bazyar und all den anderen Stimmen.