Die andere Biennale, oder…
…was wir in Kochi lernen können zu verstehen. Das große Schlagwort unserer Tage ist sicherlich Eurpoa und der Eurozentrismus – im Alltag und der Kunst und im Alltag. Heute, an dem Tag, an dem Great Britain sich in eine Kolonie verabschiedet, kräht in dem Land, das einstmals größte Kolonie war, kein Hahn. Rule Britannia ist zunächst einmal kein Thema. Warum auch in einem Land, das viel größer, weiter und gänzlich anders ist als unser geschätztes und geliebtes Zuhause. Aber, hatten wir diese Kategorien, dies Denkschachteln, nicht hinter uns gelassen? Waren wir nicht soweit, auf ein neues und zukunftsweisendes „Miteinander“ zuzugehen?
Ein „non alieted life“, ein nicht entfremdetes Leben, ist das nicht auch bei uns ein ständiges Thema? Während wir uns um Alexa oder sonstige digitale Wohlstandssorgen kümmern, sind es in diesen Ländern sehr bodenständige Probleme. Die Freiheit der Meinugsäußerung, der alltägliche Kampf ums Überleben, die Sehnsucht nach Freiheit…
Sailors of the Malabar Coast
In Kochi auf der Kochi Muziris Biennale zeigt sich, wie weit wir doch voneinander entfernt sind. Welten entfernt in einer Welt. Gruselig. Da sind sind diese Empathie und die politische Klarheit auf dieser Biennale sind ein Dampfhammer und eine Lehrstunde! Wo sind bei unseren neuzeitlichen Malaisen unsere Antworten? Puffffffff… da bleibt nichts übrig, würde ich nun mal sagen. Kunst für die “ Happy few“ ist gruselig. Ob nun die künstlerische Qualität, Originalität, Vision hier in Kochi immer ganz vorne stehen mögen, darüber kann jeder gerne für sich nachdenken. Hier in Kochi auf der Kochi Muziris Biennale aber wird eines klar: Es ist eine große Biennale für Menschen und es gilt: „So nicht: good old western world – behave yourself!“

Die Exponate sind emotional, ergreifend, dicht – machmal atemraubend. Was soll man noch sagen über eine chinesischen Künstler, der familiäre Nähe zum Thema macht??? Körperliche Nähe ist in der Familie ein Tabu und in der Video-Installation streicht der Künstler sanft über“clips“, die Aufnahmen seines Vaters zeigen. Mag sein, dass es etwas zu emotional ist, mag sein vielleicht kitschig – nein, es ist echt. Und damit tun wir uns schwer zuhause..
… oder die Rikshafahrer, denen es in Vietnam verboten wurde, ihrem Beruf nachzugehen und die jetz für diese Installation unter Wasser weiterstrampeln. Wie viel müssen wir noch sehen, um zu sehen, dass das, was wir bei uns zuhause sehen, nicht die Welt ist…
IMG_8587 klick the blue link for video…
Vor ein paar Jahren gab es hier einmal einen Beitrag über Frauen im Iran, die nur eine verwerfliche Sache machen… singen…und dann das, ein Wehklagen, das keiner hört, das im Nichts seine Stimme erhebt. Respekt!
Wintersommerträume…
Rainy day in Porto…
Die Magellanstraße in…
…Sabrosa – wir erkunden die Tour mit dem Bike. Zwanzig Kilometer durch die Portwein-Berge. Cristina von der Casa Vilarinho São Romão hat extra für uns ihr kleines Zauberreich geöffnet und uns diese Runde ans Herz gelegt. Wir sind sie abgefahren und drauf abgefahren. Und tatsächlich sind wir auf unserer Entdeckertour auch am Geburtshaus von Magellan, dem großen Weltenentdecker, vorbeigeradelt. Irgendwie nett, Magellan…einer von uns 😉
Aber abgesehen von Magellan – es ist eine landschaftlich traumhaft schöne Runde. Und wie so alles in diesen wenigen späten Herbsttagen etwas aus der Zeit gerückt. Also: a te logo – bis bald! Douro und das Hinterland sind gesetzt.
Es ist ein flashback…
…in time – eine kleine Zeitreise zurück in eine entspannte Zukunft. Immerhin bereiten wir ja eine neue Wandertour für Herbst 2019 vor, aber irgendwie scheint hier auch die Zeit stehengeblieben zu sein. Charmant und stolz auf das familiäre Ambiente der Quinta de Marroco, die sie als Quereinsteigerin mit ihrer Schwester führt, erläutert uns Katharina ihr Konzept der ruhigen Beschaulichkeit, warum sie eigentlich nicht mehr Zimmer haben möchte, warum immer jemand von der Familie vor Ort sein soll und warum eigentlich fast alles aus dem heimischen Betrieb kommt. Wir sitzen morgens um halb zehn am Kamin im Wohnzimmer und trinken ein kleines Glas Port. Nett, sehr nett sogar…
Da passt der alte Bahnhof von Pinhão eigentlich perfekt ins Konzept. Und weil wir auch in Zukunft bei den Entdeckertouren vor allem im klasischen Sinne reisen wollen und nicht hetzen, werden wir wohl von Porto aus mit der Bahn ins Douro anreisen. Ganz traditionell eben…
Es gibt sie noch, die…
…guten Dinge. So lautet zumindest der Slogan von Manufactum und in diesem Fall hat der Slogan auch seine Berechtigung. Der Auftakt für die Erkundung im Douro-Tal jedenfalls ist mehr als gelungen, die Quinta de la Rosa absolut einen Besuch wert. Also follow the guide!
Und was hat all dies mit Manufactum zu tun? Nicht viel, außer dass es diesen hervorragende Tawny eben in diesem Laden, der sich rühmt, nur das beste und schönste und handwerklich feinste in seinem Sortiment zu führen, zu kaufen gibt.
Nicht im Sortiment ist die hervorragende Küche. Traditionell und fein, ohne Schnörkel und mit geschmacklich bestechender Geradlinigkeit. Es gibt sie eben noch die guten Dinge..
Kopf ab, Kopf drann, Finger oder Gabel – das ist Ansichtssache.
Alles fein, alles gut! Und die Bohnen, die sind ein Gedicht!




























