3. Tag Alpenüberquerung – der Knödel…
…gibt Kraft und die mag man brauchen. Immerhin sind es knapp 20 Kilometer und entsprechend eben auch ein auf und ab, das es heute zu bewältigen gilt. Aber es geht ruhig und beständig dahin, ohne große Hektik und vor allem ohne großen Gipfelstress. Macht Spass und so kann man entspannt wandern. Macht den Kopf frei und man kann genießen. Auch den Knödel, denn der ist schon bald wieder „abgelaufen“.
Und immer wieder phantastisch mag es sein, wenn wir den ersten Blick ins nächste Tal genießen. Vor uns liegt der Altar Tirols, die Serles am Eingang zum Stubaital.
Aber auch am Wegesrand liegen die Schönheiten und an Knabenkraut mangelt es definitiv nicht. Schierer Überfluss mag einem da durch den Kopf schießen. Gefleckt, lila, weiß…alles da. Und heute zum ersten Mal im Bergwald eine kleine Besonderheit – siehe unten. Wer mehr über diese blasse, unscheinbare und nicht verblühte Schönheit wissen will, findet es hier https://de.m.wikipedia.org/wiki/Vogel-Nestwurz
2. Tag Alpen – Was denkt man…
…sich an so einem Morgen, wenn man gegen 5.30 aus dem Fenster schaut? Alpenüberquerung bedeutet ja nicht gleich Schönwetterwandern, aber ein bisserl trostlos mag’s einem ja schon ums Herz werden. Und wenn dann die nächsten Tage auch noch… Aber wie so oft spielen sich die nächtlichen oder frühmorgendlichen Plagegeister stärker auf, als sie in Wirklichkeit sind. Und dann beginnen wir einfach mit unserer Tour und gut ist’s und aus dem Taxi mach ich noch schnell ein Foto vom regenverwischten Isarflimmern.
Aber m Leben heißt es auch immer wieder „comes rain, comes shine“ und nach der Einkehr zeigen sich die Wettergötter einsichtig und der Weg gen Zirl weitsichtig. Panoramapause ist angesagt, wenn der Himmel aufreißt! Und am Schluss haben wir dann doch wieder alles richtig gemacht 😉
Und wer weiß‘ – vielleicht hat ja der kurze Stop an dem kleinen Martel seine wundersame Wirkung gezeigt. Ich bin zwar skeptisch, aber…
1. Tag über die Alpen…
…oder zwischen die Alpen hindurch. Unser Weg gen Süden von Garmisch nach Sterzing schlängelt sich wunderbar durch Wetterstein und Karwendel. Der stärkste Blick des Tages ist kurz vor Mittenwald. Es erinnert fast ein bisserl an eine japanische Tuschzeichnung, so wie dieser wunderbare Baum vor der mächtigen Wand des Karwendel steht. Stille Momente an einem wunderbaren Tag, an dem der Blick nicht den großen Gipfeln, sondern der Natur am Wegesrand gilt.
Auf den Geschmack gekommen…
Kann man hoch im Norden, weit entfernt von Italien und Frankreich, überhaupt eine aufstrebende und dynamische Feinschmeckerregion erwarten? Definitiv! Entlang der Ostseeküste reihen sich in Estland und Lettland feine Adressen. Mit hoher Qualität, ausgezeichneten Kombinationen und einer charmanten, ungezwungenen Art, die Gerichte selbstbewusst zu präsentieren. Der White Guide Nordic ist so etwas wie die hohe Bibel des guten Geschmacks für die nordischen Länder. Er bringt es auf den Punkt: „Es gibt keine bessere Zeit als jetzt, um Restaurants im Baltikum zu besuchen!“
Tallin – die mittelalterliche Gourmetmetropole
Tallin, das baltisch-deutsche Reval, liegt am Finnischen Meerbusen. Die meisten Besucher kommen wegen dem mittelalterlichen Stadtbild. Nur wenige Städte im nördlichen Europa haben es über die Wirren der Jahrhunderte geschafft, ihr mittelalterliches Erscheinungsbild so zu erhalten. Kopfsteingepflastert lockt die Altstadt mit zahlreichen Cafés und Geschäften und historischen Bauwerken wie dem dicken Verteidigungsturm Kiek in de Kök aus dem 15. Jahrhundert. Der Rathausplatz Tallinns wird vom dem im 13. Jahrhundert errichteten gotischen Rathaus dominiert. Kirchen und alte Giebel- und Gildehäuser zeigen frühen Reichtum. Nur wenige Minuten Luftlinie entfernt prunkt Schloss Katharinenthal, von Peter dem Großen für Katharina I. im damals russischen Tallin erbaut. Es gibt genug zu sehen und schon beim ersten Bummel durch die Stadt fällt auf: In Tallin liebt man Restaurants, Cafés, Weinstuben, Bierkneipen.
Der White Guide ist so etwas wie der Guide Michelin des Nordens. Er vergibt jährlich das Ranking der besten Restaurants Nordeuropas. Im Vergleich zum Vorjahr hat das Baltikum einen Quantensprung gemacht: Waren es im letzten Jahr nur 60 ausgezeichnete Restaurants im gesamten Baltikum, so sind es in diesem Jahr bereits 114 allein aus Estland. Vier Restaurants in Tallin haben es in die Top 10 geschafft. Wie schon fast immer das NOA Chef´s Hall von Tõnis Siigur, das temporäre Alexander´s Cheftable in den Wintermonaten (und das „Stammrestaurant Alexanders auf Muhu), das Gourmet Coffe Restoran Juur und das junge Team des Restoran Ö. Die Spitzenreiter haben ihren Preis und setzen hohe Vorgaben. Viele ambitionierte Restaurants folgen mit erfreulich preislichem Abstand auf sehr hohem Niveau. Ein Beispiel dafür ist das Restaurant CRU, immerhin die Nummer 17 im White Guide, mitten in Tallins vielbesuchter Altstadt. Ein Drei-Gänge-Menü ab 35 € – das ist mehr als reell. Kombiniert mit heimischen Produkten bester Qualität. Nicht nur Pilze, Beeren oder Wild, sondern eben auch Gemüse und Obst, manchmal sogar vegan. Begleitet von überraschenden Weinkarten, wird eine Küche kredenzt, die sich oft vielseitiger und kosmopolitischer präsentiert, als man es vom hohen Norden erwarten mag. Liegt es an der Region, der alten Tradition der Hanse, sich dem Fremden zuzuwenden, oder an der Kreativität der Jungen? Erfrischend ist, dass nicht nur französische oder italienische Einflüsse spürbar sind, sondern im gleichen Atemzug asiatische und nordische im ausgetüftelten Cross-Over mit der einheimischen Tradition. Da kann schon mal Kokos und nordisches Wild sich auf einem Teller treffen, Zander in Molke baden oder Lamm in der Salzkruste sich verstecken. Deftiges und Feines, Leichtes und Schweres, Fisch aus Meer und See, für uns ungewohntes Fleisch vom Wild, Elch, manchmal sogar Bär. Eine phantastische Palette, die es zu erkunden lohnt. Aber auch die Tradition hat ihren Platz. Ein gutes Beispiel dafür ist das Café Maiasmokk in der Altstadt. Es ist eine Institution in Tallinn und das seit mehr als 210 Jahren. Gekrönte Häupter nicht nur vom Zarenhof kamen hierher, um das beste Marzipan im gesamten baltischen Raum zu genießen.
Manors – der stilsichere Genuss…
…Baltisch-deutsche Adlige lebten durchaus mit Stil und Komfort. Einige der herrschaftlichen Güter sind restauriert und zu noblen Herbergen umgestaltet. Ein Höhepunkt sind die drei Landgüter Palmse, Sagadi und Vihula im heutigen Nationalpark Lahemaa, rund 80 Kilometer östlich von Tallin. Palmse geht zurück bis ins 13. Jahrhundert, das einstmals deutsch-baltische Anwesen bietet neben feudalen Gutsherrenprunk auch eine eigene Brennerei. Schließlich verdiente man in gutsherrlichen Zeiten sein Geld mit Kartoffeln und Wodka für Russland. Sagadi datiert zurück bis ins 14. Jahrhundert. Im Gutsrestaurant findet sich neben traditionsreicher estnische Kost auch Bärensteak. Der Höhepunkt aber ist definitiv das Landgut Vihula. Eine Nacht im weitläufigen Anwesen, der Bummel durch den Park und am Abend ein delikates Menü. Vihula Manor verfügt über eines der besten Fine-Dining Restaurants in ganz Estland. Stilecht befindet sich das Restaurant im ehemaligen Ballsaal des neuen Herrenhauses. Es ist aber noch Platz nach oben!
Auf der Insel Muhu (Mohninsel), eine der 1517 Inseln vor Estlands Ostsee, welche die Balten Westsee nennen, wartet Pädaste Manor – Estlands einzigartiges Hideaway Resort. Der Holländer Martin Breuer und der Este Imre Sooäär übernahmen 1996 das historische Landgut, das seit den 80er Jahren leer stand. Heute ist es als Resort & Spa zum Tophotel im Baltikum aufgestiegen. Das Restaurant Alexander (im Winter als Alexander´s Cheftable in Tallin) ist die Nummer fünf im Baltikum. Immerhin im Paketpreis inklusive Übernachtung und Dinner ab 170 € pro Tag zu haben. Wer den feinen und auch preislich gehobenen Abend scheut: Es gibt auch ein Tagesrestaurant! Ein Erlebnis der anderen, einfacheren Art ist das nur wenige Kilometer entfernte Restaurant Nami Namaste der finnischen TV-Journalistin und Kochbuchautorin Sikke Sumari. Das Landhaus, in dem sogar schon der Präsident Estlands nächtigte, ist kein Palast, sondern ein stilvoll renoviertes Bauernhaus mit charmant einfachem Luxus. Und die Küche ist ein Gedicht der Frische. Sikke ist mit ihren Kochshows im finnischen TV eine Berühmtheit. Unterstützt wird sie im Sommer von dem Holländer Albert Veenendaal. Gemeinsam präsentieren sie traditionelle estländische Küche mit italienischem Input. Aus dem eigenen Garten, immer alles frisch und mit viel Ruhe zubereitet.
Riga rigoros…
…von Muhu sind es über Pärnu rund 250 Kilometer bis in Lettlands Hauptstadt Riga. Auch hier dominiert in der Altstadt das Mittelalter. Doch diesmal ergänzen sich die finsteren Mauern mit viel feinem Jugendstil. Rigas Jugendstilviertel rund um die Alberta iela gehört zum Feinsten, was Europa an Jugendstilarchitektur zu bieten hat und kann sich mit Paris oder Prag messen. Rund um die fein verzierten Bürgerhäuser lohnen gehobene und feine Genüsse. In einer Jugendstilwohnung residiert der exklusive Schuhladen Madam Bonbon, direkt daneben der Tabakladen Alberta´s Pipe Salon, in dem man edelste kubanische Zigarren und teuren armenischen Cognac genießen kann. Nur zwei Straßenecken weiter liegt das Beste aller guten lettischen Restaurants, das Vincents. Es war 2018 die Nummer zwei im Baltikum. Im Gästebuch des Vincents findet man US-Präsident Georg Bush, Prinz Charles und Elton John. Wem dies zu edel ist, dem seien ein paar andere kulinarische Erlebnisse empfohlen: Das 3 pavaru restorans an der Torna iela serviert feine Kost mit einem kulinarisch künstlerischen Tischgemälde. Danach sollte man ins Café Rienzi gegenüber dem Hotel Steigenberger wechseln, um Kokos-Mandel- oder Blaubeertrüffel probieren. Die Bäckerei und Konditorei Rigensis in der Tirgonu iela vereint traditionelle lettische Brotkunst mit feinsten Hausmachertorten. Rigas Markthallen hinter dem Bahnhof sind ein Muss für jeden Foodie. Und wenn man einmal richtig gut und einfach baltisch-russisch essen will, dann gibt es nur eins, das Pelmeny in der zentralen Kalu iela. Es wird in den Bloggs gefeiert, „best place ever!“, und mit bis zu 5 Sternen dekoriert. Eigentlich ist es ja so eine Art Fast-Food-Kette, aber die legendären Teigtaschen, die russische Variante der schwäbischen Maultaschen, sind gebraten oder gekocht, mit Schmand oder Tomaten, ein Gedicht. Der Preis auch, denn mehr als drei, vier Euro wird man hier kaum ausgeben.
Albaniens charmanter Süden
Im Süden Albaniens, dem Land der Adlersöhne, spannt sich in einem Bogen die weit ausladende Bucht von Saranda. Ein wahres Juwel. Authentisch, herzlich und charmant, mit einer hervorragenden Küche, aussichtsreichen Wanderungen und noch stillen Traumbuchten.
www.entdeckertouren.com
Der Llogarapass an der Südküste Albaniens schraubt sich bis auf 1027m empor und ist bei klarer Sicht eine fantastische Aussichtskanzel. Der Pass, Grenze und Wasserscheide zwischen dem Adriatischen und dem Ionischen Meer, aber ist oft von Wolken verhangen, was ihm ein seltenes Naturschauspiel bietet. Auf dem Ausläufer des Ceraunischen Gebirges, der seit 1966 auch Nationalpark ist, wachsen Schwarzkiefern und die seltenen, uralten, oft über 1000 Jahre alten Panzerkiefern. Aber kurz nach dem höchsten Punkt an der Passhöhe reißt die Wolkendecke auf. Wie aus einem Flugzeug fällt der Blick fällt nach unten und folgt dem 1000 Meter tiefer liegenden Küstenbogen bis zur Hafenstadt Saranda, dem antiken Hafen Onchesmos. Aus dem tiefblauen Meer taucht die Insel Korfu auf, Griechenland ist zum Greifen nahe, bei glasklarer Sicht meint man, das italienische Festland auszumachen. In weiten Kurven geht es hinunter zum Küstenort Dhërmi , einem ganz besonderen Schmuckstück im unbekannten Albanien. Viele der Einwohner sprechen hier schon Griechisch, die meisten Menschen sind orthodoxen Glaubens.
Der Himmel brennt
Man kann es nicht anders sagen, der Himmel brennt. Die Sonne versinkt hinter den Flanken des Llogara-Passes, ein paar letzte Nachmittagswolken haben sich an der Bergkette des Hinterlands verfangen. Es ist ein Wechselspiel von Sonne, Meer, Bergen und durch den Zug der Wolken gemalte Lichtstimmungen. Der warme Wind von Süden und die Silhouette der vorgelagerten Inseln bis hinunter nach Korfu lassen Tropenstimmung aufkommen. Ein Sonnenuntergang am Strand von Dhërmi muss sich nicht vor Sonnenuntergängen in der Karibik verstecken. Überhaupt muss sich dieser wenig bekannte Küstenabschnitt Albaniens nicht mit Minderwertigkeitskomplexen plagen. Führende Tourismusspezialisten von Lonely Planet bis hin zur New York Times haben Albaniens Strände immer wieder gehypt und gemeldet, dass die Buchten und Strände zwischen Llogara und Saranda vom Feinsten sind. Die großen europäischen Tourismuskonsortien sind inzwischen auf dem Sprung.
Aber das verschlafene Dhërmi und die nördlichen Strände sind noch weitgehend verschont geblieben, vor allem in den stillen Monaten. Ein weiter, weiß leuchtender Kiesstrand, ein paar kleine Hotels, eine geschmackvolle, aber nicht übertriebene Bungalowanlage, ein Fischrestaurant mit gestaffelter Terrasse über dem Meer. Wer außerhalb der Hochsaison (Mitte Juli bis Ende August) Zeit und Muße findet, nach Dhërmi zu kommen, wird mit einem sehr ansprechenden Preis-Leistungsverhältnis belohnt. Extremes Strand- und Partyleben darf man dann nicht erwarten, denn vieles erinnert die beschauliche Stimmung und an das ländliche Griechenland vor 50 Jahren. Das hat was und ist schön.
Wanderungen zwischen Küste und Bergen
Tage am Strand können bekanntermaßen lang werden und so bleibt Zeit, die Region zu entdecken. Die kulturellen Höhepunkte sind überschaubar, reduziert auf wenige erhalten orthodoxe Kirchen und die osmanische Festung des Ali Pascha aus dem frühen 19. Jahrhundert in Porto Palermo. Natur und Tradition aber ist ein großes Thema im „ Mysterious South“ Albaniens. Unter diesem Slogan nämlich präsentiert sich die wenig bekannte Küstenregion mit ihrem bergigen Hinterland. Mit einfachen Mitteln versucht man im kaum erschlossenen Küstengebirge dem drohend gesichtslosen Badetourismus mit Wanderwegen Kontra zu bieten. In Kooperation mit der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ wurde ein Netz von Wanderwegen und kleinen Pensionen geschaffen, um d nachhaltige Tourismusentwicklung zu fördern. In einem offiziellen Download sind die schönsten Wanderwege gut beschrieben, GPS-Daten sind für Mountainbiker und Wanderer im Internet abrufbar. Es funktioniert also. Ohne großen Aufwand machbar ist der neu geschaffene Wanderweg entlang der Küste von Dhërmi bis Himara. Ein Tagesrucksack ist schnell gepackt, einen Sonnenschutz, genügend Wasser und eine Brotzeit sollte man einstecken, dann kann es auch schon auf den rund 20 Kilometer langen Trail losgehen. Absolutes Highlight dieser Wanderung ist die Bucht von Qipe. Kann eine Bucht recht viel schöner sein?
Auch oben in den Bergen locken Trekkingpfade und Tageswanderungen mit lohnenden Touren. Neu markierte Trails, den alten Wegen zwischen Dörfern und den Steigen der Hirten folgend, verbinden die trutzigen, hochgelegenen Dörfer wie Kukes, Terbac, oder das alte Qeparo. Die historischen Ansiedlungen wurden aus Furcht vor Piraten wie Felsennester in die Berge geklebt und gleichen richtigen Aussichtsbalkonen. Problemlos machbar ist die Wanderung von Kudes nach Qeparo, einem verlassenen Dorf oberhalb der Küste. Es ist ein kurzer, etwa dreistündiger, aber umso traumhafterer Trail gen Meer. Am Ende nach einem Wanderbier in der Dorfkneipe wird man mit der gewaltigen Aussicht von der Panoramakanzel Qeparo über den Küstenbogen belohnt. Großes Kino Süden!
Zitronen und Olivenöl
Spieß, Lamm, Joghurt und Schafskäse. In Albanien braucht es keinen einzigen Tag mit schlechter Küche. Nicht im Norden und schon gar nicht im Süden. Immer ist alles frisch, aus dem eigenen Garten, viel Gemüse, viel frisches Obst, reichlich Joghurt, Schafskäse. In den Bergen Lamm, an der Küste Fisch. Weg mit den Vorurteilen, Albanien ist eine kulinarische Entdeckung.
Mit einem kräftigen Schnitt teilt Pano eine Zitrone in zwei Hälften. Der goldgelbe Saft tropft schon bei der ersten Berührung der Klinge mit der Schale am Messer entlang auf den Boden. Dann klappt Pano die beiden Hälften auf und meint bescheiden, dass Zitronen eben nicht immer nur Zitronen seien. Manche, so wie seine, wären etwas ganz besonderes. Götterfrüchte. Kombiniert mit dem eigenen, schweren Olivenöl, Brot und dunkelroten Tomaten aus dem Garten ist dies allein schon eine Köstlichkeit, die einem Albanien ins Herz brennt. Alles ist selbst gezogen und geerntet, handverlesen und natürlich ökologisch. Qualität ist Tradition und Tradition ist die große Klammer im Herzen aller Albaner. Während Pano weiter über seinen Garten, die traumhaften Zitronen, das weiche vollmundige Olivenöl und die Tradition philosophiert, kümmert sich seine Frau Marinela um den Grill mit Fisch und geschmorten Paprika. Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe sitzen wir in Panos und Marinelas Garten in Qeparo unter der Pergola und schlemmen. Alles ist streng regional nach den Prinzipien von Slow Food und streng am Jahreszeitenkalender orientiert. Es ist einfach und gut, um nicht zu sagen, hervorragend.
Pano´s und Marinela´s Restaurant „Veranda“ in Qeparo ist ein typisches Beispiel für das neue kulinarische Albanien. Was kein Mensch vermuten würde, wird zum Erlebnis. Albaniens Küche trumpft auf. Ob lokal oder mit internationalem Touch, ob ländlich oder kulinarisch fein kreiert: Es ist eine Lust und ein wahres Genuss, sich durch Albaniens Süden zu schlemmen. Edel und maritim in der Hafenstadt Dhurres, wo man besser italienisch maritim speisen kann als in vielen italienischen Orten, oder gekürt in der Hauptstadt Tirana im Mullixhiu bei Bledar Kola, ländlich rustikal mit Ziege und Schafskäse im Hinterland, üppig mediterran an der Küste. Fisch, Fleisch, Gemüse – alles ist aus erster Hand, aus eigenem Anbau. Das bei uns so hoch gelobte „0-Kilometer-Menü“ ist hier die Regel, nicht die Ausnahme. Die Achtung und der Umgang mit den einfachen, aber hochwertigen Grundprodukten stecken den Köchen und Gastronomen im Blut. Die Finesse und die Kreativität haben sie in den langen Jahren der Abwesenheit gelernt. In Italien, in Frankreich, wo immer sie auf ihrer Flucht vor Enver Hoxa´s kranker sozialistischer Diktatur gestrandet waren, sind viele der geflohenen Albaner als Hilfskräfte und Köche in den Küchen der Welt untergekommen. Heute setzten sie ihr Wissen um und kombinieren internationale Küche mit lokalem Ambiente. Und das mit großem Erfolg!
#Polizeiaufgabengesetz oder…
…die Geschichte vom Geldbeutel. Nun denn, heute war ja große Demo gegen das geplante PAG. War leider verhindert, aber die kleine Geschichte, die jetzt kommt, zeigt, wie nötig wir dieses PAG nicht brauchen.
Eine gute Freundin von mir hat ihren Geldbeutel verloren. Rausgefallen, nicht gemerkt, ein paar Minuten später war er weg. Kommt vor, ist ärgerlich. Natürlich Geld drinn und vor allem Papiere. Ausweis, Karten, Fotos vom Gatten und den Kindern, eben ein richtiger Geldbeutel. Verloren im Landkreis Starnberg. Natürlich ist sie zur Polizei gegangen und tatsächlich gab es ein paar Tage später etwas zu vermelden. Im 50 Km entfernten Dachau wurde ein Geldbeutel abgegeben, auf den ersten Namen ihres Doppelnamens… ob denn das nun… Ok, zur Polizeistelle gegangen, die Sache geklärt. Und meine Freundin, stolze Trägerin eines so weit verbreiteten Teilnahmens wie Huber, Meier, Schmidt… wurde in Dachau fündig. Ihr Geldbeutel war 50 Km weiter da. Ja, meinte man auf der Polizeidienststelle, man habe sie doch verständigt, schriftlich! Doch leider war es die alte Adresse, wie sich herausstellte, denn vor drei Jahren, meinte meine Bekannte, war sie doch umgezogen und hatte sich ordentlichst umgemeldet. Und auf all den Papieren, Ausweis, Führerschein, Fahrzeugschein, stünde doch die neue Anschrift. Wie denn dass sein könne, dass man dann an die alte Anschrift schriebe??? Komplizierte Sachlage. Na ja, sie wollte sich jedenfalls beim Finder bedanken, aber der wollte incognito bleiben. Geld war logischerweise weg, aber all die Ausweise und Papiere waren da. Immerhin. Auf der Polizei meinte man, aus Datenschutzgründen dürfe man den Namen des Finders nicht weitergeben. Ok, nachvollziehbar. Aber so genau nahm man es dann mit dem versprochenen „Finderschutz“ dann doch irgendwie nicht, denn die Polizei hatte seine Visitenkarte in den Geldbeutel gesteckt, handschiftliche Notiz auf der Visitenkarte: Finder:yx…Mit kompletter Anschrift, Telefonnummer usw. Perfekter Datenschutz und wirklich clever, die Jungs. Wenn man bedenkt, dass sollte ja „geheim“ bleiben. Aber vielleicht war an dem Tag viel zu tun. Trotzdem, jetzt war es doch öffentlich oder doch zumindest offenkundig. Im Grunde alles ärgerlich und Pippifax, aber dann doch eben nicht. Die Benachrichtigung an die drei Jahre alte Anschrift, die Anschrift des Finders im Geldbeutel. Aber Hauptsache, alles ist wichtig und streng geheim. Sollte die Geschichte sich wirklich so zugetragen haben – und ich habe keinen Grund zu zweifeln – finde ich (sowieso): es braucht kein neues PAG, wenn man nicht einmal mit dem alten zurecht kommt! Aber wahrscheinlich war sowieso alles ganz anders und „Schmunzel“ “ Gefahr in Vollzug“ und überhaupt kann man bei einem Namen wie Hubermeierschmidtmüller sowieso nicht wissen, und Vorsicht ist besser als Nachdenken… Also weg mit dem Mist von PAG-Wahn!!!



























