Weil es notwendig ist…

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Kommentar von Kai Stritmatter in der SZ:

Wiegt euch nicht in Sicherheit. Lasst euch nicht einlullen. Nicht vom Geruch des morgendlichen Kaffees, nicht von der U-Bahn, die heute fährt, wie sie immer gefahren ist. Die Welt ist nicht mehr die, die sie gestern noch war. Schreit. Schreit wie Oskar Matzerath, damit die Glocke in tausend Stücke zerspringt, unter der sie schlummern, die, die sich der bequemen Hoffnung ergeben, die, denen es an Vorstellungskraft fehlt. Weckt sie auf. Da lauert ein Monster. Es hat seinen Blick auf uns geheftet. Schaut ihm ins Auge. Schreit! Und dann geht an die Arbeit.

http://www.sueddeutsche.de/leben/sack-reis-fuerchtet-euch-1.3254095

Details oder Unschärfen…

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…sind manchmal auch ein guter Halt, wenn alles so mächtig und groß und weit ist, wie im Paine Nationalpark. Da blüht diese Wahnsinnsblume mit einem eigenen „Fuchsschwanz“ und auch die alten, verbrannten und vom patagonischen Wind geformten Baumskelette gewinnen in der Nähe an Würde. Berge verstellen eben manchmal auch den Blick.

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Weit und traurig…

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…mag einem der Blick über die Magellanstrasse erscheinen, denn vom Ruhm der Seefahrer ist erstmal wenig geblieben. Dann aber, wenn man ruhiger geworden ist und die Aufregung darüber, das etwas ganz anders ist als man erwartet hat, sich gelegt hat, wird die Seele plötzlich frei und zugänglich. Es weitet sich der Blick und mit jedem Atemzug klarer Magellanluft wird die Enge zur weiten Offenheit.

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So zu Reisen ist ein Vergnügen und auch eine Kunst, dem ungeplanten Zufall Raum geben und dem zufälligen Plan genügend  Platz lassen. Der Lohn ist gewiss, vor allem wenn man dann zum rechten Zeitpunkt und im richtigen Licht im Nationalpark Torres del Paine ankommt.

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Den Blick weiten und…

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…auf die kleinen Dinge achten, die so ganz nebenbei passieren. Kann man „optische Geschichten schreiben, von Ländern erzählen“ ohne dramatische Vereinfachung und mit erwartungsvoller Sympathie, ohne ins Klischee abzugleiten. Zumindest die ersten beiden Bilder aus Santiago de Chile zeigen ein anderes Bild einer für viele von uns unbekannten Stadt, das viel Platz lässt für einen anderen Blick auf ein so spannendes Land. Starker Auftakt in einem starken Land!
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Zwischen Kitsch und…

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…Kunst. Der schmale Grat ist auf Murano besonders schmal. Wer braucht all diesen Glasschrott, der wahrscheinlich oft eher aus China kommt als von der Insel. Die seltenen Unikate und Kunstwerke finden sich sowieso nicht auf den Hauptrennstrecken, sondern meist im Museum. Doch trotz allem Glasramsch fand ich Murano angenehmer und charmanter als die farblich so „aufgepeppte“ Nachbarinsel.  Vielleicht lag’s aber an der späten Stunde des Besuchs. Da waren die Rundfahrer der Vaporettoschleife Murano-Burano schon weitergezogen. Azyklisch unterwegs zu sein ist sowieso manchmal besser in Venedig.

Malamocco statt San Marco…

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…ist eine gar nicht so schleche Alternative, den Malamocco war schon da, da war an San Marco nocht gar nicht zu denken. Also rein in den Bus No.11 und raus von Lido nach Malamocco –  ich finde, schon allein der Name ist es wert. Und dann? Weiter mit dem 11er auf die Fähre, rüber nach Pellestrina, rauf aus Vaporetto und Ankunft in Chioggia, genau richtig zum Feiertagsbummel. Und in der Seitengasse dann als Vormittagsaperitivo ein Schatten, ein kleines Glas Wein, wie es die Venezianer nennen.

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Ein imposantes Lichterspiel…

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…und eine sehr nette Bar. Zum letzten Abendlicht noch auf das vorgelagerte GIudecca übergesetzt, um diese fulminante Abendstimmung einzufangen. An der Vaporettostation Redentore gibts eine für Venedig ganz normale, unspektakuläre und billige Bar. Einfach nett, den Aperitivo mit raus vor die Tür zu nehmen und auf das Boot zu warten.