Eine geschenkte Stunde allein…

… in Venedigs Lagune ist etwas ganz besonderes. Ein Moment, den man so schnell nicht vergisst. Eigentlich wollte ich mir ja den armenischen Pavillon ansehen. Die Linie 20 ist ein kleines, schunkeliges Boot und wir sind insgesamt nur zu dritt, die an Bord gehen. Zwei junge Mädel steigen in San Servolo aus, ich allein auf San Lazarro degli Armeni. Eine private Klosterinsel, der Blick in den Innenhof wurde mir gestattet, die Ausstellung bleibt geschlossen. Macht nichts, denn der Blick auf die Lagune und auf Venedig ist grandios und macht ruhig und besinnlich. Wie weit weg sind da die Massen, die sich durch die engen Gassen drücken. Ein Traum und eine meditative Zeitreise…San_Lazzaro

Ob auf den Kopf gestellt…

…heute immer noch eine neue Sicht der Dinge ist. Vielleicht schon. Sich die Mühe zu machen, Dinge anders zu sehen und anders darzustellen ist eine Kunst. In diesem Sinne können wir dann doch lernen, wenn wir uns anscheinend verdrehte zu Gemüte führen. So wie hier auf der Biennale. Ein schöner Abschluss für eine lange Tour!
IMG_2366

München – Venezia…

… die Etappen sind überschaubar, man kann sich durchaus Zeit lassen und es gibt immer wieder viel zu sehen. Die alte Bahntrasse lässt sich wunderbar runterrollen und so bleibt genügend Zeit, den späten Nachmittag auch einmal etwas geruhsamer angehen zu lassen. Es ist eine Biketour, die einen nicht aufreibt und ein Berggenuss, de einen nicht verschlingt, passt also und macht Spass…

image

image

image

 

München – Venedig…

… entspannter und spannender als gedacht. Starke Impressionen am Wegesrand entlang der Isar, am Achensee, in den Dolomiten. Eine gute Kombination aus sportlichem Anspruch und der Option, faszinierende Landschaften im „vorbeifahren“ wirklich zu genießen. Mir gefällt‘ s und ich bin gespannt auf Belluno und das Piave-Tal…#muenchenvenezia

image

Balik ekmek finish…

ISTMAR_02
… meint der Kellner lakonisch, tieftraurig und tippt verzweifelt in sein Handy. Aus, vorbei – finish. Ihm fehlen die Worte. Das Handy ist sein Halt. Zwei Tage zuvor, am Samstag Abend waren wir noch hier, haben im Garten Fisch gegessen und Raki getrunken. Der Fischmarkt und die kleinen Kneipen an der Galatabrücke waren vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig und entsprachen nicht ganz den Vorstellungen der Ordnungsamtes, illegal waren sie sicherlich, aber eben auch besonders. Es war vor allem aber ein Ort, an dem das alte Istanbul noch lebte und die Seele der Stadt so dicht und herzlich war, wie vielleicht nirgendwo sonst. Für Istanbullar und für uns, die wir nur kurze Momente in dieser traumhaft schönen Stadt verweilen. hüzün, die Schwermut, überfällt mich, als ich drei Tage später zurückkomme. In der Nacht wurde das Gelände mit dem Bagger platt gemacht, die Buden zerstört, die kleinen Restaurants niedergewalzt. Kein Fisch, keine Fischbrötchen, keine Teestuben mehr. Wahrscheinlich wird alles jetzt ordentlicher und schöner – besser wird es sicherlich nicht. Ein Stück altes Istanbul ist verschwunden und mit ihm nicht nur ein paar Buden.
Es ist ein Stückchen Lebensgefühl, das plötzlich fehlt.

ISTMAR_01

Was bleibt sind nostalgische Bilder, die plötzlich ihren Wert gewonnen haben, denn sie holen für einen kurzen Moment dieses Gefühl zurück, an einem ganz besonderen Ort gewesen zu sein. In der blauen Stunde am Bosporus, die glitzernden Wogen, die dümpelnden Boote, die Rufe der Verkäufer, der plaudernde Strom der Menschen, der sich über den nassen Boden bewegt, der Lärm der Galatabrücke, die Musik des Wassers am Kai und der Geruch von gebratenem Fisch…

ISTMAR_03

Was bleibt ist hüzün, die Schwermut der Stadt. Diesmal hautnah erlebt.

IMG_1633