Manchmal bedarf es…

Kava
…nur einer Kleinigkeit, um gastlich und gastfreundlich zu sein. Es sind nicht die großen Gesten und die tollen Tischdekorationen, die bestechen, sondern einfach nur ein paar Stühle und ein Tisch, die am rechten Platz stehen. Vieles hier in der Türkei ist einfach und vieles ist einfach gastfreundlich. Und genau deswegen gefällt es uns hier so gut. In den bergen und am Meer…

Ein Land lesen…

_DSC6972… wie dieser alte Mann in Kula im Herzen Anatoliens den Koran liest. Es sind literarische Formulierungen, die uns fesseln und (W)orte, die unsere Aufmerksamkeit auf uns ziehen. Manche Stellen lesen wir zwei, drei Mal, bis wir sie verstehen und manche Passagen erobern unser Herz sofort. Keine Hast und kein Dämmerschlaf, der die Lektüre oder die Reise verzerrt und auch keine ablenkende Störung. Nicht alles erschließt sich sofort, aber man spürt die Bereitschaft, sich einzulassen. Vielleicht ist es die richtige Art des Reisens – slow reading, slow travel…

Made in Bangladesh…

TSHIRT… drei Tage vor Abflug – ich will mir noch ein T-Shirt kaufen, renne rein ins Shoppingparadies. Das schaut gut aus – Bangladesh. Das schaut auch nicht schlecht aus – Bangladesh. Und die Sweatshirtjacke – Bangladesh. Ok,  der Laden verspricht, fair zu produzieren (wer´s glaubt) und auf verbesserte Arbeitsbedingungen zu achten. Alles Blödsinn – ein Monatslohn von 30 $ ist keine verbesserte Arbeits- und Lohnbedingung und nachdem schon lange keine Fabrik mehr in Flammen aufgegangen ist, wurde es auch ruhig und die ganze Textilbranche im Armenhaus. Trotzdem – ich kann es nicht kaufen, dieses Zeug. Am Ende hab ich dann doch im Qualitätsladen ein T-Shirt gefunden, quasi aus dem Restmüll geschaffen. Ein super Shirt und eine super Option. Nur das es mir einen sechs mal so teueren Preis wert ist kann man auch als Luxusproblem sehen…

Ein Blick über den Garten,…

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… vielleicht ist dies in ein paar Jahren bei mir ähnlich. Am 1. April den Garten zu gießen ist kein Scherz, sondern heiße Wirklichkeit. Da lese ich in der Zeitung, dass die Temperatur im März dieses Jahr vier Grad über dem Durchschnitt lag und auf der gleichen Seite, dass wir uns auf längere Hitzeperioden und größere Unwetter einstellen sollen. Ich wässere unseren Garten, spanne ein Sonnensegel auf der Terrasse und grille mit Freunden, weil es so warm ist wie manchmal im Juni und vom Wetter besser als an manch einem Sommertag. Mein Nachbar erzählt mir so nebenbei, er habe gestern zwei ältere Damen beim Ratschen über den Zaun im Bikini bemerkt. Schön, denk´ ich mir da im ersten Moment und dann wird’s doch wieder einmal unheimlich mit dem Klima. Klimawandel? Nicht dass er schon da wäre, nein, woher denn. Es ist nur etwas anders wie sonst, oder …

Der Sentiero della Pace…

Chwaszcza_Adamello_04…zunächst war ich ja zugegebenermaßen etwas skeptisch, dachte es sei eine eher revanchistische Angelegenheit, sich auf den alten, aus dem Ersten Weltkrieg stammenden Bergpfaden durch das Trentino und die Dolomiten zu bewegen. Inzwischen bin ich eines Besseren belehrt und denke, dass es mehr ist, als nur ein von der Geschichte getriebener Weg. Mehr Begegnungen und mehr Vielseitigkeit, wie von den sanften Almwiesen der Folgaria über Rovereto zur Strada delle 52 Gallerie bis hinauf in die Gletscherwelt des Adamelle wie auf dem Sentiero kann man kaum erwarten. Rundum eine starke Sache – mir hat´s super gefallen und ich freue mich, im Frühsommer noch einmal für einen Abstecher auf den Sentiero zu gehen. Wer mehr lesen will, hier ist unser der Beitrag im PANORAMA/II…

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Heute hab ich mir mal…

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… eine Kollage von Johanna Stöckl ausgeliehen – ich hoffe, Johanna, ich darf das. Warum? Zum einen erzählt Johanna in ihren kleinen Bildern wunderbaren Kurzgeschichten, die den Betrachter mehr fesseln, als so manches andere „Blogbuidl“ oder gar die vielen nervigen facebookbuidl, in denen Leute sich selbst feiern. Fast immer sind es kleine Stories, die Johanna bebildert und das passt wunderbar zu ihrer Webseite www.johannastoeckl.de auf der sie Berge von Geschichten erzählt. Johanna war jetzt auch mit in der Türkei auf den Taurus Winter Trails und wie so oft hat sie den richtigen Moment mit dem richtigen Gespür kombiniert. Die eindrucksvolle Wintertour, das bescheidene Leben im Hinterland, der „relax“ am Strand. Perfekte Kombi!. Es lohnt sich, einmal auf ihre Seite zu klicken…

Stimmungsschwankungen…

_DSC6368…überkommen mich, wenn ich, so wie kürzlich, bei einem kurzen Abstecher ins Pfelderer Tal den Winter so direkt zu Gesicht bekomme und die Schneemassen sehe, über die die Südtiroler inzwischen schon stöhnen. Keine 500 Meter neben dem Dorf ging unlängst eine Lawine runter http://www.youtube.com/watch?v=f5waSw2mMfY und schob sich entlang der Straße knapp an den Bauernhöfen vorbei. Davon sind wir wintermäßig weit entfernt und bei uns im Garten blühen Schneeglöckchen und Winterlinge. Beide Variationen sind eine Nummer zu einseitig – aber irgendwie fehlt mit dieses Jahr das Wintererlebnis. Auch wenn alle immer wieder sagen“ jetzt brauch ich ihn auch nicht mehr…“  gilt  trotzdem: „…schee is er scho, der Winter!“

„Hüzün“ – die Schwermut,…

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…sie scheint eine türkische Nationaleigenschaft zu sein. In Ansätzen konnte ich es ja auch auf meinen letzten Reisen spüren. Und wenn ich heute das Buch von Pamuk „Istanbul“ lese, wird der Tradition der Schwermut oder Melancholie gleich ein ganzes Kapitel gewidmet. Uns schon schön lyrisch ist der sufische Ansatz, den Pamuk so beschreibt.“…wird nicht etwas das Auftreten von „hüzün“ als schmerzlich empfunden, sondern vielmehr seine Abwesenheit. Dass man, dieser Logik folgend, die Unfähigkeit zur Melancholie als Grund anzusehen hat, melancholisch zu werden, und betrauern soll, nicht genügend trauern zu können, hat der Melancholie in der islamischen Kultur erhebliche Wertschätzung eingetragen.“ Ich freue mich schon auf die Tage in der „Hüzün“-Hauptstadt Istanbul in ein paar Wochen. Und hier, ist hier gar nichts zu vermerken? Doch! Irgendwie denke ich heute den ganzen Tag, dass mir der Schnee fehlt. Ein Schneesturm statt einem Blättersturm, das wär´s…

Eine Geschichte auf verschiedenen…

Taurus_Ärztliche_Journal… Ebenen zu erzählen macht Spaß.Crossmedial nennen das die Profis – mag sein, klingt gut, sagt wenig aus. Viel netter ist es, wenn wie in diesem Fall mein Freund Ömer, der „Bär und Bergführer“, der uns so viel im Taurus gezeigt hat, meinen Artikel aus dem Ärztlichen Journal aufnimmt und ihn bei sich (auf deutsch!) in facebook postet und dann doch so viele positive türkische Rückmeldungen kommen. Das ist einfach eine kleine, nette und unkompliziert praktizierte Völkerverständigung ohne großes Trara. Erzählen macht eben doch Spaß!

Und hier kann man die Geschichte nachlesen!

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Zum Teide…

Calderalinks – so könnte man diesem Schild entnehmen. Teneriffa und Humboldt war eine starke und eine stark windige Kurzreise. Und auf 2300 Meter ist es auch auf der Höhe von Afrika ziemlich frostig. Trotzdem, es ist eine spannende Route, die hier quer über die Badeinsel führt, und die ein ganz anderes Teneriffa zeigt. Das traditionsbewusste spanische Inselleben, die alte Hauptstadt La Laguna, die städtebaulich Vorbild für Havanna auf Cuba war, die botanischen Gärten und eben nicht zuletzt der Teide. Humboldt hat sich ja bekannterweise hinaufbegeben und von oben den Sonnenaufgang betrachtet. Ein kleiner Essay von mir aus dem letzten DAV Panorama findet sich hier jetzt als download zum Lesen – und wem es auffällt: Es ist nicht der Sonnenaufgang, sondern der Sonnenuntergang am Teide, den das Aufmacherbild zeigt…

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