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Stimmungsschwankungen…
…überkommen mich, wenn ich, so wie kürzlich, bei einem kurzen Abstecher ins Pfelderer Tal den Winter so direkt zu Gesicht bekomme und die Schneemassen sehe, über die die Südtiroler inzwischen schon stöhnen. Keine 500 Meter neben dem Dorf ging unlängst eine Lawine runter http://www.youtube.com/watch?v=f5waSw2mMfY und schob sich entlang der Straße knapp an den Bauernhöfen vorbei. Davon sind wir wintermäßig weit entfernt und bei uns im Garten blühen Schneeglöckchen und Winterlinge. Beide Variationen sind eine Nummer zu einseitig – aber irgendwie fehlt mit dieses Jahr das Wintererlebnis. Auch wenn alle immer wieder sagen“ jetzt brauch ich ihn auch nicht mehr…“ gilt trotzdem: „…schee is er scho, der Winter!“
„Hüzün“ – die Schwermut,…
…sie scheint eine türkische Nationaleigenschaft zu sein. In Ansätzen konnte ich es ja auch auf meinen letzten Reisen spüren. Und wenn ich heute das Buch von Pamuk „Istanbul“ lese, wird der Tradition der Schwermut oder Melancholie gleich ein ganzes Kapitel gewidmet. Uns schon schön lyrisch ist der sufische Ansatz, den Pamuk so beschreibt.“…wird nicht etwas das Auftreten von „hüzün“ als schmerzlich empfunden, sondern vielmehr seine Abwesenheit. Dass man, dieser Logik folgend, die Unfähigkeit zur Melancholie als Grund anzusehen hat, melancholisch zu werden, und betrauern soll, nicht genügend trauern zu können, hat der Melancholie in der islamischen Kultur erhebliche Wertschätzung eingetragen.“ Ich freue mich schon auf die Tage in der „Hüzün“-Hauptstadt Istanbul in ein paar Wochen. Und hier, ist hier gar nichts zu vermerken? Doch! Irgendwie denke ich heute den ganzen Tag, dass mir der Schnee fehlt. Ein Schneesturm statt einem Blättersturm, das wär´s…
Eine Geschichte auf verschiedenen…
… Ebenen zu erzählen macht Spaß.Crossmedial nennen das die Profis – mag sein, klingt gut, sagt wenig aus. Viel netter ist es, wenn wie in diesem Fall mein Freund Ömer, der „Bär und Bergführer“, der uns so viel im Taurus gezeigt hat, meinen Artikel aus dem Ärztlichen Journal aufnimmt und ihn bei sich (auf deutsch!) in facebook postet und dann doch so viele positive türkische Rückmeldungen kommen. Das ist einfach eine kleine, nette und unkompliziert praktizierte Völkerverständigung ohne großes Trara. Erzählen macht eben doch Spaß!
Und hier kann man die Geschichte nachlesen!
Zum Teide…
links – so könnte man diesem Schild entnehmen. Teneriffa und Humboldt war eine starke und eine stark windige Kurzreise. Und auf 2300 Meter ist es auch auf der Höhe von Afrika ziemlich frostig. Trotzdem, es ist eine spannende Route, die hier quer über die Badeinsel führt, und die ein ganz anderes Teneriffa zeigt. Das traditionsbewusste spanische Inselleben, die alte Hauptstadt La Laguna, die städtebaulich Vorbild für Havanna auf Cuba war, die botanischen Gärten und eben nicht zuletzt der Teide. Humboldt hat sich ja bekannterweise hinaufbegeben und von oben den Sonnenaufgang betrachtet. Ein kleiner Essay von mir aus dem letzten DAV Panorama findet sich hier jetzt als download zum Lesen – und wem es auffällt: Es ist nicht der Sonnenaufgang, sondern der Sonnenuntergang am Teide, den das Aufmacherbild zeigt…
Panorama-6-2013-Reportage-Vulkanwandern-Teneriffa_23025
Vor dem Vergnügen…
…kommt bekanntermaßen die Pflicht. Deshalb war ich jetzt mal in Peja/Kosovo und es war es eine angenehme und überraschend herzliche Atmosphäre, in der Vertreter aus Albanien, Montenegro, dem Kosovo und aus Deutschland sich zusammengefunden haben, um gemeinsam das beachtliche Projekt eines transnationalen Trekkingwegs zu stemmen, die „Peaks of Balkan“. Es wird sicherlich noch zwei, drei solcher zwar netten, aber auch sitzende Veranstaltungen bedürfen, bis es endlich losgehen kann und die Idee sich in eine wanderbare Tour verwandelt. Aber „slowly and steady we will reach…“ und Ende Juni denke ich mal bin ich auch unterwegs auf dem Trail „Peaks of Balkan“ und werde mir mal den „Herzsee“ am Mt. Gjeravica genauer ansehen. Bis dahin dank an Endrit für das Foto – macht Lust auf mehr.
Es gibt ihn noch…
… den Winter und ich habe ihn gesehen und erlebt. Glaube ich zumindest. Denn ganz sicher bin ich mir noch nicht. Denn während der Tour sind mir immer wieder Zweifel gekommen, ob das nicht doch alles ein geträumte Realität und Wirklichkeit ist, die sich ins Dunkle verflüchtigt, sobald ich aufwache – aber die nasse Mütze, der knirschende Schritt, die leise Musik der Flocken, alles spricht dafür das es „echt“ echt war. Ich werde mich heute Abend also mal ins Bett legen, einschlafen und morgen früh sehen, ob ich mir das alles eingebildet habe undob die Fotos noch auf meinem Chip sind. Aber was mir so gekommen ist in den drei Tagen: Manchmal denkt man, man vermisst etwas nicht, schiebt es beiseite, denkt nicht drann, arrangiert sich so mit der neuen Situation und merkt erst, wenn man wieder damit konfrontiert wird, dass einem doch etwas fehlt. Mir fehlt er, der Schnee und es ist so, wie die Bärbl aus dem Chiemgau sagte: „Irgendwia is scho unheimlich…“
„Während der Schnee…
…lange und ruhig fiel, wie er das auch in Träumen tut, erlebte der Reisende am Fenster eine Läuterung; ihn erfüllte ein Gefühl der Reinheit und Unschuld, nach dem er seit Jahren leidenschaftlich gesucht hatte. Dabei glaubte er aufrichtig, dass er sich in dieser Welt zu Hause fühlen könnte. Etwas später tat er etwas, was er schon lange nicht mehr getan hatte…“ Orhan Pamuk „Schnee“
Wenn´s schon nicht schneit und wir doch so sehr die Stille des Schnees vermissen, könnte man ja das Buch „Schnee“ lesen. Du süße, einlullende, alles einstäubende und überdeckende Versuchung des Fundamentalismus, die du alles wie dicker flockigerSchnee einhüllst und fast jedes Leben versteckst. Und während man so liest, wie sich alles in weiß einlullt, könnte man die Gedanken zu den Kopftuchmädchen und in die Türkei fliegen lassen und sich überlegen, ob …
So kann´s losgehen…
…im neuen Jahr 2014. Und weil das Wetter wieder so schön ist ein free dowload aus der CD „Ferne Nähe Heimat“ : Sachrang- erschienen in der Edition Summit.
http://www.editionsummit.de/Seite8.html







