Aus meiner Sammlung…

…“Heilige Berge der Welt“ heute der Blick auf den erfreulichen Klosterberg von Andechs. Dazu das Wetter und im Hintergrund die leider immer noch tief verschneiten Berge. So schön kann einem nach all dem australischen Outback das heimatliche Outback erscheinen. Ein guter Anlass auf das Büchlein „Heimattrekking-Bayerns Berge für Quergeher“ hinzuweisen. Sechs Wochen Trekking und Bergwandern quer durch Bayerns Berge – na wenn das nichts ist. Infos dazu gibts unter http://www.editionsummit.de/Seite9.html wo man natürlich das Büchlein auch bestellen kann…

 

 

 

Das Harte schlägt das Weiche…

…und „weiche“ Werte haben keinen Preis. Zu lesen bei Sedlacek und Orrell in dem Buch „Bescheidenheit“, erschienen bei Hanser. Schöne Landschaft – bitte hier keine Werbung und kein kommerzieller Nutzen, der uns dieses Bild verschmutzt. Große Gefühle kommen auf, romantische Emotionen, wie wunderbar ist alles. Dies ist ein weiches Gefühl und weiche Gefühle haben keinen Preis. Kein Mensch „zahlt“ für diesen schönen Ausblick, meinetwegen von einem Gipfel (außer er fährt mit der Gondel). Dem stehen jedoch immer wieder Kommerz, Werbung und Materialismus als „harte“ Kraft gegenüber, die das Weche verdrängen. Und wer es geschafft hat, auf dem Gipfel ein Restaurant oder einen Alpspix zu bauen, vertritt das harte Konzept. Money makes the world go round. Aber wieviel kostet ein reiner Ausblick, Natur pur und wem gehört sie, wer darf sie definieren, wer ausbeuten als harter Repräsentant und wer als weicher Konsument genießen. Haben die weichen Empfindungen keinen Preis und warum? Wären sie beständiger und wertvoller, wenn sie einen Preis hätten? Gedanken aus „Bescheidenheit“ von Sedlacek/Orrell bei Hanser, Gedanken bei den Great Walks in Australien, denn hier sind weiche Empfindungen vielleicht besser geschützt als bei uns. Trotz all dem zunächst anderen Empfinden von Natur und Umwelt. Natur ist hier etwas kostbares und hat seinen Preis – dafür kann man auch etwas erwarten. Bei uns hingegen sieht man Natur als ein allen zugängliches Gemeingut (auch wenn sich keiner drumm kümmern muss) und bei weichen Empfindungen schaut man auf den Preis. Man erwartet alles und will nicht bezahlen und ist sauer, wenn es dann nicht so wertvoll/schön ist, wie man gedacht. Weiche Werte auf lau wird auf Dauer nicht funktionieren. Der ökologische Fußabdruck beginnt viel früher, als wir das bei uns noch erwarten. da sind wir – freundlich gesagt, noch in einem Märchenschlaf. Also nicht zu viel und zu oft immer alles mit den Füßen treten und erwarten, dass Schönes selbstverständlich ist …hat…

Ein letztes Bier…

…in der Lounge und dann ist Schluss. Alle, die am Anfang meinten, mir würde es wohl nicht so gefallen – zu wenig Geschichte, die Leute so anders und… und… – die muss ich leider enttäuschen. Mir hat es richtig gut gefallen und ich fand viele Dinge auch sehr spannend und auch sehr lehrreich. Nicht nur die work-life-balance, die hier sehr intensiv gepflegt wird. Wenn Schluss ist mit „work“ dann ist auch Schluss und „life“ hat seine absolute Berechtigung und steht nicht nur immer hinten an. Und auch meinen Ökofreunden zur Kunde getragen: Nicht nur, dass es in Oz eine Carbon-Steuer gibt, sondern auch das Selbstverständnis von Natur und Naturschutz ist hier etwas anders als bei uns. Tut mir leid, aber so verschiss… und verdreckte Trails wie bei uns hab ich hier nicht gesehen. Down under war also eine gute Erfahrung und ein großes Erlebnis und ganz so selbstherrlich sollten wir uns in good old Germany nicht immer darstellen. Auch wir kochen nur mit Wasser und oft ist dieses nur lauwarm…

 

Australia showdown…

… so schnell geht´s und so schnell ist es dann vorbei. Noch einmal zeigt in Wilsons Promontery Australien seine starke Seite – viel Natur, ein gigantischer Strand und abends krabbeln die Wombats am Zelt vorbei und die Wallabys hüfen rum und ein Eisvogel trillert wie ein Signalhorn am Morgen. Der Busch lebt und erzählt die alten Sagen und Legenden der Aboriginals und so ganz nebenbei wären wir dann am Morgenspaziergang noch auf eine Tiger Snake getreten, die es dann doch vorzog, hinter uns etwas benommen von der Kälte sich langsam von dannen zu ringeln. Wäre Ina nicht mit einem gewaltigen Satz nach vorne gesprungen – ich hätte es wohl gar nicht bemerkt. Dabei hatten wir kurz vorher noch über Schlangen gesprochen und dass ich bis dato keine gesehen habe. Gottseidank ging alles gut, denn das wäre dann doch ein ziemlich bissiger Schluss geworden. Also nochmal Dankeschön an alle, die diese Tage mitgewirkt haben von Josh und Jordie bis Ina, von Ros bis Gavin und natürlich die Damen von Australien Tourism in Sidney, Melbourne und Deutschland. Vieles war anders als ich es erwartet hatte und das meiste war super gut. Vielseitiger, tiefer, interessanter, als so mancher denken mag.Eine starke Sache und schöne Hikes…

…aber ich muss auch sagen, jetzt ist der Kopf voll und es passt jetzt auch, wenn es nach Hause geht. Dort wartet neben Australien noch viel andre Arbeit wie der Rasen 🙂 und in neun Tagen geht es schon weiter gen Türkei. Da will die Zeit gut geplant und gut genützt sein. Aber trotzdem, zum Abschluss noch einmal Australien Kontrastprogramm mit einem Traumstrand und einem Blick auf Melbourne aus dem Hotel. Das wars aus Oz, goodbye…

Irgendwie bin ich heute…

… doch etwas schlapp und fühle mich fast so wie der Koala, der da rund 20 Stunden am Tag fast regungslos im Baum hängt. Immerhin hab ich heute auf der Koala-Känguruh-Exkursion gelernt, dass man Koalas bestens an ihrer Nase unterscheiden kann. Da haben wir doch mit den Burschen etwas gemeinsam. Zumindest haben wir heute fünf Koalas beim Schlafen beobachtet, eine von diesen eher unangenehmen Spinnen aufgetan und am Schluss noch ein paar „roos“ im Gras hoppeln sehen. Trotzdem, tut mir leid, heute ist mein Koala-Tag und ich denke mal, ich werde mich jetzt an meinen 20-Stundenschlaf machen…

und zum Abschluss noch ein paar „roos“ und gute Nacht…

 

 

Mailand oder Melbourne, egal…

 

… Hauptsache schön bunt – frei in Anlehnung an einen großen deutschen Fußballer. Essenstechnisch ist man hier inzwischen auf dem letzten Stand – vor allem preislich und die Angaben in meinem Top-Reiseführer sind so alt, dass man meinen könnte, es gäbe inzwischen eine neue Währung. Pizza und Bier für 10-15 Dollar ist ein glatter Witz – unter 20-25 Dollar geht da gar nichts. Mit dem guten alten Aussi-$ hat das nichts mehr zu tun. Und die Qualität? Da müssen sie meines Erachtens schon noch etwas üben. Nicht schlecht, oft mit einem guten asiatischen Einschlag, aber die Idee alleine genügt oft noch nicht. Egal ob italienisch, asiatisch oder neue Küchenexperimente, es fehlt manchmal der letzte Tick um wirklich gut zu sein. Trotzdem, wenn man ehrlich ist, bekommt man gute und abwechslungsreiche Kost, viel vegetarisches (z.B. Sandwiches) und erstaunlich gute Keks und Kuchen – die müssen ja nicht so schön bunt sein, wie hier auf dem Foto…

 

Mit dem Bike und FC Bayern…

…durch Melbourne ist ein ganz besonderes Erlebnis. Am Vormittag ging es auf der geführten Biketour durch Melbourne und es war wirklich supergut. Ecken und Gassen einer Stadt, an die man sonst vielleicht in zwei, drei Tagen nicht hinkommt. Abseits vom Trubel, immer wieder eine kleine Pause mit einem Stückchen Kuchen, einem Espresso oder eben einer German Bratwurst. Unser gelber Bikeguide Mari (der mich doch irgendwie die ganze Zeit an den amerikanischen Krimikomissar dargestellt von Karl Malden erinnerte) wusste viel zu erzählen und zählt man alle seine Lieblingsplätze zusammen, die er heute als „secret spot“ gezeigt hat, sind es sicherlich fast 100 Top-Locations. Aber es war wirklich gut und hat Spaß gemacht. Und als wir vor dem Melbourne Stadium standen, kam natürlich das Gespräch auf Fussball: „socker sucks… “ und ist irgendwie doch ein Frauensport und… und dann auf den FC. Bayern. Ich muss zugeben, der Guide fing an, und alles was er wusste, war Uli und seine Liebe zur Schweiz. Vom großen Finale keine Spur. Wie gesagt, socker sucks. Aber nach der Biketour war ich noch beim Barber und der schottisch-stämmige Friseur wusste bestens Bescheid. Eine Wohltat: „no spanish, no britisch…all the best for the german final.“ Das war dann wieder eine Wohltat. Soviel zum FC Bayern. Und weil Deutschland hier gleich Bratwurst ist gibt´s jetzt noch ein Bild von einer echten australischen German Bratwurst. 100% kein Krokodilfleisch  – das hätte es namlich auch gegeben, aber da hatte ich keine Lust drauf ….

Der Great Ocean Walk…

…ist einer der Great Walks of Australia – und deswegen bin ich ja hier. Und wirklich, es ist eine fantastische Route und das Finale an den 12 Aposteln mehr als grandios. Strände, Hinterland, Farnwälder – alles vom Feinsten. Erheiternd, dass die Zwölf Apostel nur noch zu acht sind, also würde besser Schnewittchen und die Sieben Zwerge als Name für die Kalksteintürme passen, die anderen sind ja eingestürzt. Oder man lässt es doch beim ursprünglichen, touristisch vielleicht nicht so passenden Namen – die Sau und ihre Ferkel. Irgendwie sind sie schon gut drauf die Aussies…

 

 

Das Handy klingelt…

… war mein erster Gedanke, als ich gestern früh in der Great Ocen Lodge aufwachte. Seltsamer Ton, irgendwie melodiös und doch total ungewohnt. Nix lyrischer Klang oder Iphonegeklimper, sondern ein ganz andrer Sound. Der ersten Weckruf, noch im absoluten Morgengrauen, man überhört in gerne und wartet auf den nächsten, der dann auch sofort kam, war dann doch kein Iphone, das irgendein Guide angestellt hat, sondern absolut laut und nah der Eisvogel, Kookaburra. Ist wohl eine lautmalerische Umschreibung für den Gesangt, kann man hier nur leider schlecht nachmachen.Unterwegs dann gab´s noch mehr aus Brehm´s Tierleben, etwa einen total kahlgefressenen Eukalyptuswald, in dem die ach so niedlichen Koalas im Zehnerpack hingen. Nur ein Faultier ist noch fauler – schrieb der Kollege Dirk von pushandreset.de und hat damit Recht. Fressen, kratzen und von Ast zu Ast in slow motion – auch eine Lebensaufgabe…