Mailand oder Melbourne, egal…

 

… Hauptsache schön bunt – frei in Anlehnung an einen großen deutschen Fußballer. Essenstechnisch ist man hier inzwischen auf dem letzten Stand – vor allem preislich und die Angaben in meinem Top-Reiseführer sind so alt, dass man meinen könnte, es gäbe inzwischen eine neue Währung. Pizza und Bier für 10-15 Dollar ist ein glatter Witz – unter 20-25 Dollar geht da gar nichts. Mit dem guten alten Aussi-$ hat das nichts mehr zu tun. Und die Qualität? Da müssen sie meines Erachtens schon noch etwas üben. Nicht schlecht, oft mit einem guten asiatischen Einschlag, aber die Idee alleine genügt oft noch nicht. Egal ob italienisch, asiatisch oder neue Küchenexperimente, es fehlt manchmal der letzte Tick um wirklich gut zu sein. Trotzdem, wenn man ehrlich ist, bekommt man gute und abwechslungsreiche Kost, viel vegetarisches (z.B. Sandwiches) und erstaunlich gute Keks und Kuchen – die müssen ja nicht so schön bunt sein, wie hier auf dem Foto…

 

Mit dem Bike und FC Bayern…

…durch Melbourne ist ein ganz besonderes Erlebnis. Am Vormittag ging es auf der geführten Biketour durch Melbourne und es war wirklich supergut. Ecken und Gassen einer Stadt, an die man sonst vielleicht in zwei, drei Tagen nicht hinkommt. Abseits vom Trubel, immer wieder eine kleine Pause mit einem Stückchen Kuchen, einem Espresso oder eben einer German Bratwurst. Unser gelber Bikeguide Mari (der mich doch irgendwie die ganze Zeit an den amerikanischen Krimikomissar dargestellt von Karl Malden erinnerte) wusste viel zu erzählen und zählt man alle seine Lieblingsplätze zusammen, die er heute als „secret spot“ gezeigt hat, sind es sicherlich fast 100 Top-Locations. Aber es war wirklich gut und hat Spaß gemacht. Und als wir vor dem Melbourne Stadium standen, kam natürlich das Gespräch auf Fussball: „socker sucks… “ und ist irgendwie doch ein Frauensport und… und dann auf den FC. Bayern. Ich muss zugeben, der Guide fing an, und alles was er wusste, war Uli und seine Liebe zur Schweiz. Vom großen Finale keine Spur. Wie gesagt, socker sucks. Aber nach der Biketour war ich noch beim Barber und der schottisch-stämmige Friseur wusste bestens Bescheid. Eine Wohltat: „no spanish, no britisch…all the best for the german final.“ Das war dann wieder eine Wohltat. Soviel zum FC Bayern. Und weil Deutschland hier gleich Bratwurst ist gibt´s jetzt noch ein Bild von einer echten australischen German Bratwurst. 100% kein Krokodilfleisch  – das hätte es namlich auch gegeben, aber da hatte ich keine Lust drauf ….

Der Great Ocean Walk…

…ist einer der Great Walks of Australia – und deswegen bin ich ja hier. Und wirklich, es ist eine fantastische Route und das Finale an den 12 Aposteln mehr als grandios. Strände, Hinterland, Farnwälder – alles vom Feinsten. Erheiternd, dass die Zwölf Apostel nur noch zu acht sind, also würde besser Schnewittchen und die Sieben Zwerge als Name für die Kalksteintürme passen, die anderen sind ja eingestürzt. Oder man lässt es doch beim ursprünglichen, touristisch vielleicht nicht so passenden Namen – die Sau und ihre Ferkel. Irgendwie sind sie schon gut drauf die Aussies…

 

 

Das Handy klingelt…

… war mein erster Gedanke, als ich gestern früh in der Great Ocen Lodge aufwachte. Seltsamer Ton, irgendwie melodiös und doch total ungewohnt. Nix lyrischer Klang oder Iphonegeklimper, sondern ein ganz andrer Sound. Der ersten Weckruf, noch im absoluten Morgengrauen, man überhört in gerne und wartet auf den nächsten, der dann auch sofort kam, war dann doch kein Iphone, das irgendein Guide angestellt hat, sondern absolut laut und nah der Eisvogel, Kookaburra. Ist wohl eine lautmalerische Umschreibung für den Gesangt, kann man hier nur leider schlecht nachmachen.Unterwegs dann gab´s noch mehr aus Brehm´s Tierleben, etwa einen total kahlgefressenen Eukalyptuswald, in dem die ach so niedlichen Koalas im Zehnerpack hingen. Nur ein Faultier ist noch fauler – schrieb der Kollege Dirk von pushandreset.de und hat damit Recht. Fressen, kratzen und von Ast zu Ast in slow motion – auch eine Lebensaufgabe…

Nighthawk oder damit das…

… alles nicht zu cool rüberkommt, erst einmal ein Blick aus dem Hotelzimmer. Für uns etwas ungewöhnlich dieser Blick. Trotzdem, in manchen Dingen sind sie uns voraus, die Leute aus Donwunder oder aus dem Land of Oz, wo anscheinend das Geld von den Bäume zu tropfen scheint. Gute Ideen haben sie und sei es nur, dass man sich die Hände wäscht und das Dreckwasser zurück in den Spülkasten fliest – Wasser ist kostbar, eben ein Kontrastprogramm…

Alt-J und ein relaxter Tassie-Tag…

…damit man sich ungefähr vorstellen kann, was ein entspannter Ausflug sein kann. Die Jungs hängen ab, trinken Bier, kaufen einem Angler ein paar Fische ab und hören Alt-J. Muss man sich anhören, damit man in Stimmung kommt. Alt-J?…Die Anfänge der Band gehen auf das Jahr 2007 zurück. Damals trafen sich Gwil Sainsbury, Joe Newman, Gus Unger-Hamilton und Thom Green an der Universität Leeds, wo Gwil, Joe und Thom Kunst und Gus englische Literatur studierten. In ihrem zweiten Studienjahr spielte Joe Gwil ein paar seiner Songs vor, bei denen er von seinem Gitarre spielenden Vater inspiriert wurde. Daraufhin beschlossen die beiden, eine Band zu gründen…eben relaxed wie alles hier…

Good bye Tassie…

… nicht jedoch ohne eine kleine Kajaktour auf dem Anson-River. Zwar dauert es etwas, bis ich das mit der Fußlenkung und dem Paddeln als Multitasking raushabe, aber dann klappt es wunderbar. Mit einer netten Geschwindigkeit – man liebt es hier, die Dinge mit Elan anzugehen – paddeln wir den schwarzen Fluss hinunter zur Shark-Bay, wo sich normalerweise ein paar kleine Haie in der Brutzeit zurückziehen. Only long a meter or a little bit more…

Einsamkeit als gediegener…

… Luxus, anders kann man es nicht bezeichnen. Und nachdem hier alles doppelt und vielleicht dreimal so kostenintensiv ist wie bei uns, mag man sich vorstellen, in welchen Preiskategorien man sich hier bewegt. Also was bleibt anderes übrig, als es zu Genießen – tasmanisch relaxed. Und das bedeutet, Gitarre spielen zum Sonnenuntergang am Deck, abends ein gepflegtes Abendessen und einen netten Talk mit total entspannten und coolen guides und einfach „alle vier gerade sein lassen“. Schlechtes Gewissen. Etwas, denn wie gesagt, wenn jetzt noch ein Wal…