Es gibt immer etwas…

… zu besprechen, wenn man mit Ömer unterwegs ist. Da kann eine Fahrt von einer Stunde auch schon mal zwei oder drei Stunden dauern. Mit Ömer treffen wir Freunde, so wie Hadji, der einen kleinen Laden betreibt, in dem man für nur 5 Lira, also zwei Euro wunderbar abgetragene Pantoffel kaufen kann – wenn man mag und das Geld dafür hat. Eine Kiste voller Schuhe, in der auch ein einzelner blauer Hausschuh liegt. „Für einen Einbeinigen?“ war meine Frage und Hadj und Ömer lachten schallend los…

Da steckt Musik drinn…

…anders kann  man es nicht sagen – es sind Wanderungen vom Feinsten und auch das Hinterland stimmt und es ist eine wohltuend entspannte Atmosphäre hier in Ovacik auf den Taurus-Trails. Und wie viel Wanderern sind wir begegnet – genau gesagt in vier Tagen einem! Also passt alles bestens für unser Vorhaben, dieses Gebiet mit dem DAV Summit Club und der Region in ein etwas nachhaltigeres Konzept einzubinden. Da ist soviel Potential drinn, es sind so tolle Touren und wie gesagt, auch das Drumherum stimmt. Hier und dort noch Feinarbeit – manchmal müssen auch die Stellschrauben etwas strenger angezogen werden – aber das ist ein absolutes Juwel und deswegen macht es auch Spaß, mit Ömer, Ilker, Volkan und natürlich mti Yussf Örnek hier zu arbeiten.

Ein spannender Auftakt mit…

… mit Side – der einzigen historischen Stadt der Türkei, in der griechisch-römisch-byzantinische Ruinen als Verkaufsfläche für gefälschte Hermes-Taschen und Polo-Ralph-Lauren Hemden missbraucht wird. Schade, aber „money makes the world go round“… Und das Harte schlägt und verdrängt immer das Weiche – siehe einen der letzten Einträge. Gegen perfekten Kommerz hat bloße Schönheit keine Chance. Trotzdem, ein sehr schöner Ausflug und auch das alte Antalya ist eine wunderschöne Impression, von der wir zunehmende begeistert sind. Also – es gibt dem blanken Massenbewegungen durchaus etwas entgegen zu setzen und angesichts der türkisen Farbe des Flusses und der sich dahinter aufbauenden Bergwelt bin ich zuversichtlich für unsere nächsten Tage und das Projekt, einen nachhaltigen Wandertourismus aufzubauen…

 

Innsbruck oder…

… Zürich oder doch Antalya an der türkischen Küste. Immerhin, der Schnee Ende Mai auf den Berggipfeln und die Straßenbahn – man könnte bei diesem Bild fast denken, man wäre irgendwo in den Alpen. Sind wir aber nicht. Und weil wir hier sind, um zusammen mit der Region Antalya einen nachhaltigen Wandertourismus im Hinterland und in den Bergen aufzubauen, müssen wir dafür sorgen, dass das ganze Projekt nicht des Piraten fette Beute wird und es so endet wie an der Küste – nämlich furchtbar gesichtslos und prall. Trotzdem denke ich auf den ersten Blick, es gibt hier viel Potential, zusammen mit ehrlichen Partnern und einfachen Leuten im Hinterland eine Wanderidee aufzubauen, die mehr ist, als nur immer nur von Gipfel zu Gipfel zu hetzen. Menschen, Natur, Kultur, Berge, Meer und Zeit – eine Kombination, die eigentlich greifen sollte. Ohne Piraten!

Melbourne – Bayern – Antalya…

… my private outback. Und schon geht es nach einer Woche gleich weiter im Text. Dieses Frühjahr ist geprägt von der Fahrt zum Flughafen. Aber ein paar Tage at home in unserem privaten Outback bringen die Seele schnell wieder ins Gleichgewicht. Also asap (so schnell wie möglich) kommen hier die nächsten Impressionen von der Lykischen Küste. Hier bin ich unterwegs, um für 2014 eine neue und nachhaltige Wanderreise im Hinterland von Antalya vorzubereiten. Als bereite ich mich heute selbst erst einmal vorund packe mal wieder alles in den großen grünen Sack, auf dem Summit Club steht und nache mich auf den Weg…

Aus meiner Sammlung…

…“Heilige Berge der Welt“ heute der Blick auf den erfreulichen Klosterberg von Andechs. Dazu das Wetter und im Hintergrund die leider immer noch tief verschneiten Berge. So schön kann einem nach all dem australischen Outback das heimatliche Outback erscheinen. Ein guter Anlass auf das Büchlein „Heimattrekking-Bayerns Berge für Quergeher“ hinzuweisen. Sechs Wochen Trekking und Bergwandern quer durch Bayerns Berge – na wenn das nichts ist. Infos dazu gibts unter http://www.editionsummit.de/Seite9.html wo man natürlich das Büchlein auch bestellen kann…

 

 

 

Das Harte schlägt das Weiche…

…und „weiche“ Werte haben keinen Preis. Zu lesen bei Sedlacek und Orrell in dem Buch „Bescheidenheit“, erschienen bei Hanser. Schöne Landschaft – bitte hier keine Werbung und kein kommerzieller Nutzen, der uns dieses Bild verschmutzt. Große Gefühle kommen auf, romantische Emotionen, wie wunderbar ist alles. Dies ist ein weiches Gefühl und weiche Gefühle haben keinen Preis. Kein Mensch „zahlt“ für diesen schönen Ausblick, meinetwegen von einem Gipfel (außer er fährt mit der Gondel). Dem stehen jedoch immer wieder Kommerz, Werbung und Materialismus als „harte“ Kraft gegenüber, die das Weche verdrängen. Und wer es geschafft hat, auf dem Gipfel ein Restaurant oder einen Alpspix zu bauen, vertritt das harte Konzept. Money makes the world go round. Aber wieviel kostet ein reiner Ausblick, Natur pur und wem gehört sie, wer darf sie definieren, wer ausbeuten als harter Repräsentant und wer als weicher Konsument genießen. Haben die weichen Empfindungen keinen Preis und warum? Wären sie beständiger und wertvoller, wenn sie einen Preis hätten? Gedanken aus „Bescheidenheit“ von Sedlacek/Orrell bei Hanser, Gedanken bei den Great Walks in Australien, denn hier sind weiche Empfindungen vielleicht besser geschützt als bei uns. Trotz all dem zunächst anderen Empfinden von Natur und Umwelt. Natur ist hier etwas kostbares und hat seinen Preis – dafür kann man auch etwas erwarten. Bei uns hingegen sieht man Natur als ein allen zugängliches Gemeingut (auch wenn sich keiner drumm kümmern muss) und bei weichen Empfindungen schaut man auf den Preis. Man erwartet alles und will nicht bezahlen und ist sauer, wenn es dann nicht so wertvoll/schön ist, wie man gedacht. Weiche Werte auf lau wird auf Dauer nicht funktionieren. Der ökologische Fußabdruck beginnt viel früher, als wir das bei uns noch erwarten. da sind wir – freundlich gesagt, noch in einem Märchenschlaf. Also nicht zu viel und zu oft immer alles mit den Füßen treten und erwarten, dass Schönes selbstverständlich ist …hat…

Ein letztes Bier…

…in der Lounge und dann ist Schluss. Alle, die am Anfang meinten, mir würde es wohl nicht so gefallen – zu wenig Geschichte, die Leute so anders und… und… – die muss ich leider enttäuschen. Mir hat es richtig gut gefallen und ich fand viele Dinge auch sehr spannend und auch sehr lehrreich. Nicht nur die work-life-balance, die hier sehr intensiv gepflegt wird. Wenn Schluss ist mit „work“ dann ist auch Schluss und „life“ hat seine absolute Berechtigung und steht nicht nur immer hinten an. Und auch meinen Ökofreunden zur Kunde getragen: Nicht nur, dass es in Oz eine Carbon-Steuer gibt, sondern auch das Selbstverständnis von Natur und Naturschutz ist hier etwas anders als bei uns. Tut mir leid, aber so verschiss… und verdreckte Trails wie bei uns hab ich hier nicht gesehen. Down under war also eine gute Erfahrung und ein großes Erlebnis und ganz so selbstherrlich sollten wir uns in good old Germany nicht immer darstellen. Auch wir kochen nur mit Wasser und oft ist dieses nur lauwarm…

 

Australia showdown…

… so schnell geht´s und so schnell ist es dann vorbei. Noch einmal zeigt in Wilsons Promontery Australien seine starke Seite – viel Natur, ein gigantischer Strand und abends krabbeln die Wombats am Zelt vorbei und die Wallabys hüfen rum und ein Eisvogel trillert wie ein Signalhorn am Morgen. Der Busch lebt und erzählt die alten Sagen und Legenden der Aboriginals und so ganz nebenbei wären wir dann am Morgenspaziergang noch auf eine Tiger Snake getreten, die es dann doch vorzog, hinter uns etwas benommen von der Kälte sich langsam von dannen zu ringeln. Wäre Ina nicht mit einem gewaltigen Satz nach vorne gesprungen – ich hätte es wohl gar nicht bemerkt. Dabei hatten wir kurz vorher noch über Schlangen gesprochen und dass ich bis dato keine gesehen habe. Gottseidank ging alles gut, denn das wäre dann doch ein ziemlich bissiger Schluss geworden. Also nochmal Dankeschön an alle, die diese Tage mitgewirkt haben von Josh und Jordie bis Ina, von Ros bis Gavin und natürlich die Damen von Australien Tourism in Sidney, Melbourne und Deutschland. Vieles war anders als ich es erwartet hatte und das meiste war super gut. Vielseitiger, tiefer, interessanter, als so mancher denken mag.Eine starke Sache und schöne Hikes…

…aber ich muss auch sagen, jetzt ist der Kopf voll und es passt jetzt auch, wenn es nach Hause geht. Dort wartet neben Australien noch viel andre Arbeit wie der Rasen 🙂 und in neun Tagen geht es schon weiter gen Türkei. Da will die Zeit gut geplant und gut genützt sein. Aber trotzdem, zum Abschluss noch einmal Australien Kontrastprogramm mit einem Traumstrand und einem Blick auf Melbourne aus dem Hotel. Das wars aus Oz, goodbye…

Irgendwie bin ich heute…

… doch etwas schlapp und fühle mich fast so wie der Koala, der da rund 20 Stunden am Tag fast regungslos im Baum hängt. Immerhin hab ich heute auf der Koala-Känguruh-Exkursion gelernt, dass man Koalas bestens an ihrer Nase unterscheiden kann. Da haben wir doch mit den Burschen etwas gemeinsam. Zumindest haben wir heute fünf Koalas beim Schlafen beobachtet, eine von diesen eher unangenehmen Spinnen aufgetan und am Schluss noch ein paar „roos“ im Gras hoppeln sehen. Trotzdem, tut mir leid, heute ist mein Koala-Tag und ich denke mal, ich werde mich jetzt an meinen 20-Stundenschlaf machen…

und zum Abschluss noch ein paar „roos“ und gute Nacht…