Da staunt Poseidon…

… am Brunnen vor Herrenchiemsee, denn die Ausstellung im Schloss mit werken den Neuen Pinakothek ist absolute Spitze und ein ganz heißer Sommertip.Geöffnet bis 29.9., also die Zeit nutzen und rauf aufs Boot und rein ins Schloss Herrenchiemsee und sich die Ausstellung „Königsklasse“ gönnen. Mit Beust, Polke und Warhol und Co…

und natürlich Dan Flavin…

…und natürlich Baselitz … kann sich sehen lassen!

 

 

Ein aussterbender Beruf…

… ist der des Mandelklopfers und der des Mandelschalenreinigers. Die beiden Herren im Bazar von Elmali in der Türkei jedenfalls sind sich bewusst, dass es nur noch wenige Vertreter ihres Standes gibt und erfüllen ihren Job mit einer sichtbaren Hingabe. Aber vielleicht hat dies alles auch etwas mit uns zu tun. Mit unserem Lebensstil, unserem Arbeitstempo und unseren Vorstellungen von Haben. Natürlich kann sich ein Mandelklopfer vielleicht nicht jedes halbe Jahre das neueste Smartphone kaufen, aber vielleicht braucht er es auch gar nicht, sondern ist zufrieden mit dem, was er hat. Der Smartphone-Käufer hingegen ist oft unzufrieden, denn das funktioniert nicht und … und… Und so war es für mich nicht nur ein beruhigender sondern auch ein nachdenklicher Moment des Zusehens.

 

Großes Finale…

… an der Madronehütte. Sieben Tage insgesamt waren wir zu zweit unterwegs, um entlang dem Sentiero della Pace im Trentino den Spuren des Ersten Weltkriegs zu folgen. Alte Stellungen, Gräben, Festungen sind die eine Sache – spannender aber sind die Geschichten dahinter, die sich entlang dem Sentiero wie eine Perlenkette aneinanderreihen. Und so waren wir zwar auf dem Sentiero della Pace unterwegs, haben dann aber doch einen berggewichtigen Sentiero delle Trentino daraus gemacht. Das große Finale war natürlich der weiße Weg zur 3330m hohen Cresta Croce…

 

 

Damit morgen zum Jahrestag jeder den Weg…

…findet, also genau 214 Jahre nach dem Herrn Alexander, hier ein Bild vom Endspurt. Unten rechts der weiße Fleck ist El Portillo, hier kam er über den Caldera-Rand und hatte noch ein paar Stunden durch das schwarze, scharfkantige „Malpais“, bis er nahe dem heutigen Refugio auf 3260 m, bei den Eismännern, den „Neveros“, die hier oben Eis suchten und im Tal verkauften, übernachten konnte. Aber dafür hatte er ja am nächsten Morgen den phantastischen Sonnenaufgang…

 

 

Da blickt er nun, der…

… der gute Alexander von Humboldt und läßt nachdenklich den Blick im tropischen Garten von Orotava schweifen. In sieben Tagen auf Teneriffa hat er eine ganze Wissenschaft begründet und mit seinen Forschungen am Teide so manches bis heute noch gültige Bild geprägt. Wir sind dieser Tage über den Passatwolken unterwegs, um eine neue „Humboldtreise“ auf den Weg zu bringen – eben die besteigung des Teide auf dem historischen Weg und die Fortsetzung des Weges – so wie sie wohl Humboldt gewählt hätte – über Vilaflor an die Südküste von Teneriffa. Ein tolles Projekt!

Heute am Ammersee…

…hab ich dieses Bild nicht aufgenommen. Allen Meldungen zufolge regnet es in Deutschland so wie wir es im Englischbuch gelernt haben „cats and dogs“. Deswegen genießen wir noch nach intensiven Tagen im outback von Antalya den Relax am Strand von Olympos. Wir sitzen in der Turkish Lounge und chillen, um uns rum nur junge, sehr junge Leute. Das Bild ist übrigens nicht am Ammersee, sondern in Phaselis, einer antiken Hafenstadt. Nett von den Griechen, die Stadt vor rund 2500 Jahren gegründet zu haben, damit man heute für 5 türkische Lira in antiken Ruinen baden kann. Was ist sonst noch passiert? Wir arbeiten an einem Fluglotsenstreik für den Rückflugtermin und na ja, bei unseren letzten Wanderung hatten wir diese Herren mit ihrem Hund getroffen. Man beachte mal das Halsband. Ansonsten ein lieber netter Kerl, der Herr und auch der Hund, und er frisst ja nur 5 Laib Brot in Fleischbrühe am Tag. Ich hatte aber trotzdem kurzzeitig die Bedenken, heute das falsche Rasierwasser angelegt zu haben. Unbegründet. Aber ein „Stockerl“ hab ich ihm auch nicht geworfen, man kann ja nie wissen …

 

 

Unser Platz in der Alten-WG…

…ist uns wohl gesichert. Die Herrschaften würden uns sofort aufnehmen. Lustig war es bei ihnen allemal und auch wenn jeder von ihnen in die Stadt zu Kindern oder ins Heim gehen könnte – alle meinten, hier auf dem Dorf ist es besser. So wie der eine mittelrüstige Herr, der vor 57 Jahren als junger Mann dabei war, als die Dorfweide gepflanzt wurde. Aber ein bisserl viel Altehrwürdigkeit ist es schon – die Schule wurde vor mehr als 15 Jahren mangels Schülern geschlossen. Aber die Herrschaften harren aus und machen es sich mehr recht als schlecht gemütlich und lassen sich die Laune nicht verderben. Gejammert hat keiner von ihnen. Wir zogen dann weiter in das gelbe Tal der Butterblumen – eine Bergwanderung, auf der Deutsche sicherlich noch nicht oft unterwegs waren. Umso schöner, dachten wir uns, und genossen diesen einmaligen Anblick, gute 14 Tage nach der Schneeschmelze…

 

Das Wort Schafskälte…

 

stammt wohl aus dem Türkischen. Gestern waren wir auf 2300m, es gab noch Schnee (während es unten 35 Grad hatte) und ein eisiger Sturm blies über die karstigen Berge und die Almen. Hassan und fünf weitere Familien haben sich hier oben auf die Sommerweide begeben, denn „unten an der Küste war es zu heiß“. Fast jede Nacht kommen Wölfe – zwei, drei. Aber Hassan meinte lakonisch, die gehen nicht auf Menschen und die Hunde, die hätten ja ein mit Eisendornen besetztes Halsband. Gut zu wissen für unseren Rückweg. Ja, so einfach kann das Leben sein, wenn man will oder man muss. Wir saßen im Zelt, froren und stärkten uns mit aufgeweichtem Fladenbrot. Und die Schafe, die standen in der Kälte, eben Schafskälte…

Perge, Side…

…Aspendos und Termessos – das alles sind schon superschöne Sehenswürdigkeiten. Aber so richtig lebendig und greifbar werden sie erst, wenn man dem Museum in Antalya einen Besuch abstattet. Denn dort findet man die Statuen und Sarkophage und plötzlich verdichtet sich alles zu einem lebendigen und komplexen Bild. Übrigens das Museum von Antalya – es erinnert mich an die Museen in Danang und in Phnom Pen – die auch mit ausgesuchten Stücken eine ganze Epoche wieder aufleben lassen. Unser Kontrastprogramm für die nächsten zwei Tage sieht aber leider etwas anders aus – im Moment befinden wir uns in einem Strandhotel all inclusive – was bedeutet, dass wir langsam wohl russisch lernen müssen…

Über die Schotterflanke des Olymp…

… oder richtigerweise des Tahtali geht es hinauf zum Gipfel. Nix Seilbahn, wie man uns angeraten/unterstellt hatte, sondern schön brav über die „Westflanke“. Solche Anstiege werden oft als Schinder bezeichnet. Wahrscheinlich aber ist es ein mentales Problem statt einem konditionellen, das einen derartig steinige Durststrecken als misslich erscheinen lässt. Step by step und nicht sich in Klagestimmung begeben, dann wird auch der Aufstieg zum Gipfel ein durchaus schönes Erlebnis. Ein bisserl hat es mich auch an das große Finale auf dem Zugspitzblatt erinnert, da ist ja, wenn wir mal ehrlich sind, von Gletscher auch kaum noch eine Spur zu sehen. Blanke Tatsachen am Hausberg von Antalya…