Wenn jetzt noch…

..zufällig ein Wal an diesem Wahnsinnsstrand vorbeischwimmen sollte, würde ich sofort unter Protest „wegen übermäßger Ungleicheit an landschaftlichen Schönheiten“ das Land verlassen. „too much“ – anders kann man es wohl kaum beschreiben, was hier in Tasmanien so geboten wird. Heute geht es entlang der Bay of Fires zur gleichnamigen Lodge und außer entlang am Strand und etwas auf und ab in den Dünen und unendlich lange Blicke über einen astreinen, weißen Strand ist nicht viel mehr zu tun als zu Staunen. Als ob das nicht genügen würde. Trotzdem, nach der Ankunft in der Superlodge, erlaube ich mir nochmal einen Spaziergang durch die Dünen und treffe auf diesen mehr als friedlich gesinnten Beobachter…
… der mir bei meinen fotografischen Arbeiten interessiert zusieht, ob alles mit rechten Dingen vor sich geht. Ich wandre noch etwas rum, fotografiere und treffe auf die beiden älteren Herren, die mir in extrem nasalen Ton und ohne die Lippen zu bewegen zu erklären versuchen, welche Art von Fisch sie fangen. Ich nehme mal an, „blksämn“ soll black salmon bedeuten. Ok – nach gut zehn Tagen hab ich den Slang immer noch nicht drauf. Aber hier in Tassie klingt alles noch etwas relaxter. Wenn jetzt noch ein Wal vorbeiziehen würde…

Ein grauer Tassie-Morgen…

… in Launceston und angesichts der Temperaturen ist das ja schon fast wie zu Hause. Vom Winter in den Winter. Immerhin soll es heute bis auf 400 Meter runterschneien, gut also dass wir an der Küste unterwegs sind. Bay of Fire klingt angesichts des Kälteschocks ja auch ziemlich vielversprechend. Also starte ich heute die Tassie-Expierience und hoffe mal, dass die Sonne es schafft, über die Berge zu klettern und zumindest ein bisserl Wärme runterzulassen. Übrigens ein irres Phänomen hier in Land of Oz – der Mond scheint bedeutend heller als daheim. Klar, denn von Luftverschmutzung und Lichtverschmutzung kann in den Outbacks keine Rede sein und da in Tasmanien nur rund 300 000 Leute leben sollen und die Insel so groß wie Schottland ist ( ich hab´s noch nicht nachgeprüft – man hat es mir stolz im Taxi erzählt), ist ja fast überall Outback. Und da gibt es eben nur dunkel und hell. Und nachts ist der Mond so hell, dass man bei Vollmond eigentlich ein Buch lesen kann. Hat was für sich…

Eine andre Sicht…

… der ganzen Reise. Kinder und Enten – Vorsicht am Steuer ist geboten. Weniger Vorsicht ist bei Katzen geboten, da haben die Freunde von Downunder ein ganz andres Verständnis von Sympathie. Die wildernde Katze wird zur Zielscheibe des Jägers und ein Journal reklamiert, dass täglich, bzw. nächtlich soundsoviel Hunderttausend Kleintiere ihr Leben wegen den wildernden Katzen lassen müssen. Der Held des Morgens auf der Farm trifft beim Frühstück – daneben. Gut so für heute. Dass Kängurus nicht nur nette hospende Tiere sind, sondern auch eine Gefahr, konnte ich vorgestern erleben. Bei der Nachtfahrt – dafür benötigt man eine Extraversicherung – stehen die Tiere zu Hauf am Straßenrand, bereit vor die Stoßstange zu hüpfen. Also Tempo runter und sich auf Schockbremse und Kurvenfahrt einstellen, sobald es dunkelt. Heute bei der Rückfahrt am Morgen, liegen die hüpfenden niedlichen Tierchen auf der Straße und die verbeulten Autos parken im nächsten Provinznest. Irgendwie alles ziemlich „strange“, denke ich mir – aber Australien ist eben eine Rundumerfahrung und so manchers Mal ist es gut, sich erst einen Tag später ein Urteil zu bilden.

A nice hiking day…

…anders kann man es schwer bezeichnen. Durch den Busch streifen und ein Sandwich knabbern, ein bisserl am Aussichtspunkt die Blicke schweifen lassen und dann in netter Begleitung gen Camp wandern, wo man mit einem Bier erwartet wird. Alles gemütlich, ohne Stress und Hektik. Vielleicht ist genau das der Punkt, der uns von den Aussies unterscheidet. Die leben wirklich im Lande Oz und nachdem jeder mit Geld gesegnet ist, spielt es keine Rolle. Also lässt es sich bestens leben und das Leben genießen. Uns bleibt da manchmal die Spucke weg und die Ruhe, es so intensiv zu genießen wie die Kollegen von downunder, haben wir sowieso nicht. Ich zumindest, denn ich werde ja schon unruhig, wenn das Wasser aus der leitung langsam läuft. Also lerne ich von meinen geldgesegneten Freunden, wie man ruhig wird und bleibt und trinke abends auf der Arkaba Homestead nach zwei Glas australischen Riesling noch ein großes Glas „filtered rainwater“ – hat auch Stil.

 

 

 

Die andre Seite…

…trotz all den schönen Bildern und Stimmungen, vielleicht sagt dieses Bild mehr. Die beiden GhostGum-Bäume und der lick ins Outback waren das Hauptmotiv des Aboriginal-Malers Naratjima. Einer davon starb alterbedingt vor ein paar Jahren, der andere wurde vor kurzem abgefackelt. Vandalsimus, ja. Immerhin, die Meldung ging bei uns durch die Zeitungen…

Passt also alles und auch das Wandern…

…kann sich sehen lassen. Es sind zwar nicht die ganz ausgesetzten Trails, aber immerhin durchaus anstrengende udn anspruchsvolle Wanderungen die wir unternehmen. Addiert man die Hitze dazu, dürfte jeder Outdoorfreak auf seine Kosten kommen. Was einem aber beim Wandern immer wieder durch den Kopf geht – es ist heiliges Land, durch das man streift. Wie weit weg sind wir vom Verständnis und von der Intensität, mit der die Aboriginals hier unterwegs ware. Und wie traurig ist das Bild, das man in der Stadt erlebt. Da bleibt man manchmal einfach nur an der Klippe stehen und staunt und grübelt…

Red Country…

…stimmt, vor allem morgens und abends glüht es im Outback. Die weißen Eukalyptusbäume haben sich kontrastreich dazwischen plaziert. Also alles pretty fine and great und auch die Hitze ist zu meistern, denn solange man was auf dem Kopf hat, hat man auch eine gute Chance, was im Kopf zu behalten.

Hi Josh, Guten Tag Jordie…

… wie geht es dir, ich heiße Jordie and how to drink a Stein in three sipps. Thanks a lot we had a great time and you showed me a lot of your outback. Specially the wild animals – I don´t want to talk about it, ok? – I guess this is Wallaby-free Country where we have been. Anyhow, nothing to complain and at least we saw this eagle…
On the other side I liked your unorthodox cooking like the chicken-banana-pizza. I guess no italian would eat this stuff, but it was quiet funny. So you did an great job – not only with the pizza…