…gerne beginnen. Eine Fahrt gegen den Sonnenaufgang, roter Staub, ein lässiges „Hey man, great“ und dann ab in den Busch. Die Gamaschen gegen das stachelige Spinifex-Gras hochgezogen und dann kanns losgehen. Drei, vier Liter Wasser sind einfach das Minimum und wen es am ersten Tag mit der hitze beutelt – es wird besser. Aber wirklich gut wird es auch nicht. Also unbedingt die 50er Creme nutzen und verschiedene Kopfbedeckungsmodelle mitnehmen. Aber dann packt es einen. Der erste Tag ist Schweiss und Hitze, der zweite Tag ist Staunen und ein offener Mund, der dritte Tag ist schon Sehnsucht und die Angst, dass es schon bald wieder vorbei ist mit dem Outback. Einfach, simple life, abends ein BBQ und ein, zwei Bier. Starke Sache udn so kann der Tag dann langsam ausklingen..
… ok – bevor es ins Outback geht, nochmal einen Abstecher ins Viertel The Rocks. In der Bar „Fortune of war“, dem ältesten Pub von Sydney (1828) spielt der jüngere Bruder von Neil Daimond – zumindest sieht es so aus – im Pup ein Wunschkonzert zur Gitarre. „Can you hear me Major Tom, the sound is dead, there´s something wrong…“ und ältere Herren singen mit und schwingen die biermatten Arme. Glückseeligkeit mit einer Gitarre. Und als Abschluss nach Major Tom wirds wieder zuversichtlicher…I see trees of green, red roses too… David Bowie und Louis Armstrong (der Astronaut hieß übrigens Neil Armstrong 🙂 ) auf einer Bühne. Passt und macht Freude. Deshalb zum Abschluss nochmal zur beleuchteten Brücke und bye bye Sydney…
…zum Lagerfeuer. Nach dem heutigen Messetag in Sydney geht´s jetz raus ins Outback. Dutzende Gespräche über Nachhaltigkeit und ökologisches Bewusstein. Natürlich, für uns ist erst einmal bei einem Flug nach Australien unsere gesamte CO2-Bilanz auf mehrere Generationen hin verbraucht. Aber das ist nur eine Seite der Medaillie und die Kompensation der letzte Schritt in einem längeren Verständnis von Nachhaltigkeit. Die Lösung „nicht mehr zu Reisen und nur in der Nähe zu verweilen“ ist ein zu kurz gefasster Gedanke und erinnert an die hochbewegte Zeit des langweiligen Biedermeier. Ich, mir, meiner, mich – das ist dann doch ein bißchen zu wenig. Und ehrlich gesagt denke ich, dass uns bei diesem Thema andere Länder etwas vorraus haben. Aber wir sagen auch, das Glas ist halb leer. Hier ist es halbvoll. Und auf die Frage, wie man geschlafen hat, sagt man einfach „great“ – muss ja nicht jeder gleich wissen, wie oft man den Vollmond angeblinzelt hat. Und bei us, was würde man von sich geben? Die Klimaanlage war …, das Bett war…, die Decke war… und überhaupt, doch, doch, ging schon, eigentlich wars ok. Ja so sind wir eben, ein bisserl open mind täte uns ganz gut. Für mich, mit mir und wegen mir. Deswegen hab ich jetz auch Zeit zum Nachdenken am Lagerfeuer…
… wohl für eine Bootsfahrt mit Panoramablick nicht reichen. Aber so ein Spaziergang an der Oper hätte schon etwas für sich? Mal abwarten, denn die Australier verstehen es schon ganz gut, den Tag zu genießen und vielleicht ergibt sich ja eine Möglichkeit, mal auszubrechen. Bin mal gespannt, denn für derartig positive Veränderungen im Tagesplan ist man hier offener als bei uns. Mal sehen, was der Tag so bringt.
…vielleicht doch etwas falsch. Wir stehen früh auf, früher als alle andren, arbeiten viel mehr als Griechen, Portugiesen und Spanier zusammen (behaupten zumindest manche von uns) und sind eben sparsam und fleissig. Der erste Eindruck von Australien: „Dir wird es dort nicht so gefallen. Ja, ja, die Natur, aber…“ Die Vorhersagen scheinen momentan nicht einzutreffen, eher das Gegenteil. Die ersten Begegnungen hinterlassen mich etwas verblüfft, denn hier in Sydney kommt mir der gedanke, dass wir zu Hause vielleicht etwas falsch machen. Wir grübeln und granteln, stehen zu früh auf, haben zu wenig Sonne und jammern den ganzen Tag über Preise und Wirtschaft und Kosten. Denke ich mir hier, wo alles viel teurer ist, da müssen ja die Löhne supertoll sein und ebenfalls auf dem doppelten oder mehr Niveau sein. Wer´s glaubt. Immerhin, dieses kleine Glaserl australischer Chardonnay kostet (nicht nur an der Oper) schlappe 9 $. Und da sitzen die Leute und trinken ihn unverzagt und mit viel gelächter Flaschenweise. Wahrscheinlich ist es doch eine Mentalitätsfrage und die ist, behaupten wir Nebelzonenlebewesen zumindest, abhängig von der Sonne. Deshalb und weil bei uns die Sonne nicht so knallt tun wir uns zu Hause wohl besonders schwer damit, unbefangen und froh in den Alltag zu gehen. Nach einem ersten Tag Sydney, an dem alle mehr als höfflich und freundlich waren, zumindest mir gegenüber, meinte eine Verkäuferin:“…the germans are so friendly“. Keine Ahnung, wen dieses junge Mädchen bei uns im fröhlichen Bayern in Deutschland getroffen hat…
… nach rund 30 Stunden geht die Sonne auf. Wie viel Bordkino verträgt der Mensch? Ich hab mir insgesamt 4 Filme auf diesem Flug genehmigt. Immerhin alle aus der Kategorie oskarprämiert. Einer war saugut, bei den andren drei hätte ich zuhause ausgeschalten. Aber – man sollte auch an den Rückflug denken und da besteht ja nochmal eine Chance. Umso stärker war die Ankunft in Sidney. Fast Vollmond über dem Hafen um 5 Uhr mrogens und aus dem Hotel im 32. Stock eine erste Impression von australischer Sonne und Sidney. Und etwas Nostalgie mit dem Blick auf die Kuppel.
…das war mal eine ziemlich coole Band mit John Lourie. Untwegs nach Oz mit mit Zwischenstopp in Dubai. In London noch am Fernseher gehangen mit Lewandowski, Götze und Co. – umringt vom Unverständnis englischer und internationaler Fussballfans, demonstriert Jürgen Klopp bestes Understatement im arabischen TV bei der Ankunft. Trotz aller Annehmlichkeiten eines gehobenen Fluges – die Seele hängt noch imLuftraum zwischen München – London -Dubai. Wie wird das wohl erst in den nächsten 20 Stunden werden?
…die wird ja wohl fürs outback reichen. Übrigens, Sonnencreme kauft man nicht nach Alter und Hochverträglich bezieht sich nicht auf eine Wesenseigenschaft des Einzucremenden. Also bald, nach einem langen Flug (+2 steht auf dem Ticket) gibt´s hier bald neue Reiseimpressionen aus Australien und Tasmanien.
Neue Blicke: Mit der NGO Salaam Balaak unterwegs in Old Delhi
So wars letztes Jahr: „
Die „Buddhareise“ 2012 als Vorbereitungstour für diese Reise war vielleicht seit langem die schönste und nachhaltigste Reise in den letzten Jahren. Irgendwie lag von Anfang an eine besondere Ruhe und Atmosphäre über unserem Weg: in Nepal das buddhistische Kathmandutal, im Terai Kapilavasthu, Lumbini. In Indien waren es die Ruhe und Ausstrahlung der Buddhaorte wie Sravasti oder Rajgir. Absolute Highlights aber waren unsere Tage in Varanasi und vor allem in Bodhgaya. „Vielleicht könnten wir noch einen Tag bleiben“ war der einhellige Wunsch und nur zu gerne hätten wir ihn verwirklicht. So bleiben sehnsuchtsvolle Erinnerungen an den Bodhibaum und die ergreifende Atmosphäre beim Einbruch der Dunkelheit am Tempel von Bodhgaya. Nepal und Indien Überland und wirklich abseits der üblichen Routen. Mit den Kindern von Salaam Baalak, einer Hilfsorganisation für Straßenkinder – gegründet von der Regisseurin Mira Nai (Salaam Bombay) waren wir in Old Delhi einmal auf einer ganz anderen Stadtbesichtigung im Pahar Ganj unterwegs.“
„Das ist das Angenehme auf Reisen, dass auch das Gewöhnliche durch Neuheit und Überraschung das Ansehen eines Abenteuers gewinnt.“
Also spazierten wir durch den Garten und gedachten der Worte von Christiane Vulpius, die ihrem Johann schrieb, er möge doch bald von seiner Reise zurückkommen, „dass wir noch mannichmal im Garten am Hause schlampansen können“. Was für ein schönes Wort: Schlampansen!. Gesagt getan, zwei Tage später waren wir im eignen Garten. Nur mit den sommerlichen Temperaturen warb es so eine Sache.