Leben diese Menschen wirklich…

IMG_9257
…glücklicher? Es ist ja ein großes Thema: Bhutan und das Glück, das Bruttonationalglück des Landes. Macht was her, so ein Glücksgedanke, der nahelegt, dass Glück etwas ist, das man einfach so greifen, vielleicht sogar abgreifen kann. Zumindest ist es in nahezu allen Artikeln ein zentrales und immer wieder aufploppendes Thema. Dabei darf man sich dabei schon durchaus selbstkritisch fragen, warum wir, die wir so nahezu alle Vorraussetzungen für messbares Glück haben, immer so unzufrieden sind. Der Blick auf den Zufriedenheitsindex der OECD-Studie macht deutlich, wie unzufrieden eigentlich ein Land und seine Bewohner sind, dessen Vorraussetzungen zu den besten Basiswerten der Welt zählen.
IMG_9258
Vielleicht würden ja die paar Tausend deutschen Reisenden, die jedes Jahr nach Bhutan kommen, glücklicher und zufriedener leben und sein, wenn sie so leben könnten/müssten, wie die Menschen hier. Ehrlich gesagt, glaube ich das nicht, eher das Gegenteil wäre der Fall. Aber die Illusion ist ja ein treuer Gefährte. Ernüchternd ist der Blick auf die Studie und die Webseite der OECD, die ähnlich wie Bhutan versucht, das Glück und die Zufriedenheit der Menschen statistisch greifbar zu machen. Gut, mag man jetzt sagen, Statistiken lügen immer. Aber in diesem Fall neige ich dazu, mehr als nur zuzustimmen, denn so unzufrieden, wie wir trotz bester Vorraussetzungen sind, ist es fast beschämend, wenn wir in Bhutan nach Glück suchen. Wieder einmal ist weniger doch vielleicht mehr…
IMG_9259
Sind wir wirklich ein Volk der ewigen Nörgel oder D wie Durschnitt, wie es der „Spiegel“ mal formulierte? Wir, die wir für diese Menschen hier in Bhutan doch nahezu alles haben, was man sich wünschen kann. Von Zentralheizung bis sauberem Trinkwasser… Für mich ist Bruttosozialglück kein Thema, aber ich hab mich trotzdem mal durch unsere Statistik durchgeklickt und mir dabei mehrfach nur die Augen gerieben. Hapiness is a warm gun (Beatles)…
Ein Volk der Nörgler?
OECD Ranking des Zufriedenheitsindex
Einfach klicken und sich wundern…

Der Tanz der…

IMG_9221
…Mönche im Dzong von Paro unter den kritischen Blicken der eigenen Klosterbrüder. Im wuchtigen und trutzigen Klostehof des Dzong üben die Mönche für das bevorstehende Tsechu-Fest. Mit Tänzen und Mysterienspielen eröffnen sie den Zuschauern die wilde Zwischenwelt des Bardo, jenes Zustandes, in dem die Seele nach dem Tod für einige Tage in einem Zwischenzustand verweilt, um dann in eine neue Existenz einzutreten und wiedergeboren zu werden. In diesem Zustand ist die Seele leicht angreifbar und verletzbar und muss geschützt werden. Das bei uns als tibetanische Totenbuch bekannte Bardo Tödel wird hier von den durchaus stämmigen und eher behäbig anmutenden Mönchen mit sehr respektabler Grazie und Intensität „getanzt“. Manchmal sind keine Worte eben besser verständlich und zielführender. Was für ein Auftakt in Bhutan!
IMG_9219
Die wahre Harmonie und Choreographie dieser Tänze zeigt aber erst der Blick vom Klosterdach. Mein lieber Schwan, möchte man ihnen fast zurufen…
IMG_9220
IMG_9218

Ein Zwischenstopp in…

IMG_4436
…Pokhara, das nun nicht gerade bekannt ist für Tempel und Klöster, sondern mehr für Entspannung und Panoramen. Nun gut, so ganz hat es heute nicht mit dem Superview geklappt, aber immerhin waren Annapurna Süd und Macchapucchare ganz gut zu sehen. Kulturgenuss in ganz anderem Sinne ist die aufblühende Kaffeekultur in Nepal. Die Qualität der Robusta und Arabica, die hier angebaut werden (natürlich bio), ist sehr ordentlich und man versucht sich zu spezialisieren. Hier in dieser kleinen Bar „on the road“ zur Friedenspagode wird der Kaffee sogar frisch geröstet auf einer absolut cleveren Miniröstmaschine. Eine Trommel bewegt den Kaffee, der bei 150 Grad über einer Gasflamme geröstet wird. Dann werden die Bohnen direkt gemahlen und kommen in die Maschine. Das Ergebnis ist sehr ordentlich. Feine Sache. Darum ist es umso unverständlicher, dass in vielen Hotels noch Nescafe ausgeschenkt wird. Wie grausam ist das denn…
IMG_9173
IMG_9174
Aber manchmal muss man auch etwas warten können und dann wird es auch nochmal besser mit dem Panorama. Nachdem es dann ab Nachmittag immer wieder bis in den Abend hinein geregnet hat, war klar, dass am nächsten Morgen die Sicht einfach super sein wird. Die gute alte Fish Tail Lodge in Pokhara hat einfach Stil und den besten Blick…
IMG_9178
IMG_9177

Lumbini – der Geburtsort…

IMG_9092
…Buddhas strahlt immer eine ganz besondere Aura aus. Es sind ganz andere Empfindungen, Eindrücke, als in den hinduistischen Tempeln und Heiligtümern. Ob es nun am genius locii liegen mag, an der Kraft des Ortes oder an der Lehre Buddhas…mag sein. Pilger aus der gesamten buddhistischen Welt kommen seit etwa 2500 Jahren hierher, um den Drei Juwelen Buddha, Dharma, Sangha ihre Ehrerbietung entgegenzubringen. Spürt man irgendwie, diese Kraft. Bunte Gebetsfahnen schmücken die Ableger des heiligen Bodhibaums aus Bodhgaya. Und einer der schönsten Orte, den Tag ausklingen zu lassen, ist an dem großen japanischen Stupa.
IMG_9093
IMG_9096

Ein Elterntaxi, so wie…


IMG_9094…es bei uns inzwischen üblich ist, dürfte für diese beiden doch noch sehr jungen Zwillinge eher ein Fremdwort sein. Ob überhaupt jemals einer der Eltern mitgeht, ist fraglich. Ihr Schulweg ist lang und mühsam, geht sicherlich 200 Höhenmeter rauf und fast könnte man meine, dass der Rucksack mit ihnen und nicht sie mit dem Rucksack unterwegs ist. Jedenfalls sind sie sicher mehr als eine gute Stunde unterwegs…

Es gibt wenige Orte in Nepal, an…

IMG_9065

…denen man so entspannt die Zeit verstreichen lassen kann, wie die Summit River Lodge in Kurintar. Der Freisitz unter dem alten Mangobaum, der Blick über den Fluss, der leise Lärm der fernen Straße, der Weg über die Hängebrücke…alles ist ein bisschen so, als ob Hermann Hesse hier gewesen wäre. Also wenn man einmal die Möglichkeit hätte, hier zu verweilen, dann sollte man die Gelegenheit nicht vorbeistreichen lassen. Deshalb, und weil in Kagbeni gerade riesige Schneemassen liegen und die Temperaturen bis auf -16 runtergehen, geniessen wir die beiden Tage umso mehr und verzichten diesmal auf die tiefkalten Himalayaberge. Hermann Hesse ist jedenfalls hier – zumindest liegt er auf dem Büchertisch. Da kann man ruhig etwas drinn schmökern und sich dazu dann auch ein paar Erdnüsse aus dem Bananenblatt gönnen. Green design at its best…
IMG_4318

Himalayan Height…

IMG_8987
…Resort oder auch bekannt als Haatiban. Es ist ein stilles, manchmal etwas frisches Hideaway, in das wir uns aus dem Lärm und dem Chaos Kathamndus zurückgezogen haben. Belohnt werden wir dafür mit solch phantastischen Blicken wie hier auf die Gipfel des Dorje Lakpa. Schon allein wegen solch unvergesslicher Blicke werden wir im nächsten Jahr wiederkommen. Nepal und Bhutan sind bei den unseren Entdeckertouren für Pfingsten 2020 gesetzt. Hat doch was!

Noch ist es…

IMG_8909
…ruhig und still in Pashupatinath und die sogenannten „Heiligen Männer“ noch nicht in großer Zahl aufgetaucht, denn in Allahabad wird das heiligste Fest der Hindus gefeiert, die Kumb Mela. Da sind natürlich auch alle heiligen Männer vor Ort. Aber es geht das Gerücht, dass ab morgen der Strom der Sadhus in Richtung Nepal zunehmen wird. Sie kommen mit dem Bus, zwei Tage dauert die Fahrt, bis sie in Kathmandu ankommen, um hier die Nacht Shivas zu feiern. Die Polizei streift schon mal verstärkt durch den heiligen Bezirk und übt sich im small talk mit den babu ghis, die ihnen leicht grinsend freundlichst antworten. Ganja oder Cannabis ist für die sadhus in dieser Nacht zu Ehren des großen Mahadev Shiva unabdingbar, aber es wird behauptet, das das unabdingbare Haschisch dieses Jahr nur mit Sondergenehmigung konsumiert werden darf. Nice idea, ein sadhu geht aufs Amt… Ich denke mal, das wird die heiligen Herren wenig kümmern. Smoke get’s in the air…
IMG_8910
Und wenn wir schon bei den eher ungewöhnlichen Themen sind, auch Kathmandu hat eine andere Szene und eine andere Spielwiese, als nur alte Hippies und müde Bergsteiger, ruhelose Backpacker und ruhezentrierte Yogafreaks. Sich mal ganz gemütlich einenDeink gönnen, mitten im Trubel der Altstadt? Warum nicht. Allein der Eintritt in den Keiser Garden kostet schon mal 200 Nepali Rupie und da ist noch nichts im Glas. Nun gut, würde man sagen, 200 Rupie ist nicht die Welt, aber in Nepal eben für viele schon. Da ist es sogar manchmal weitaus mehr als ein Tagesverdienst. Wir sprechen hier von einem Euro fünfzig. Bei einem Jahresdurchschnittseinkommen von 290 € oder einem Wochenlohn von fünf Euro fünfzig, sind das zwei Tage Lohn. Bei uns sind es 4850 € in den alten und knapp 3800 € in den neuen Bundesländern, pro Monat. Da sind dann natürlich ein Eurofuffzig auch kein Thema. Kann man ja mal so zur Kenntnis nehmen und einfach zufrieden sein, mit dem was man hat. Such ohne Keiser Garden.
IMG_8911
Also hab ich mir den Drink gespart, war sowieso nichts los…
…aber irgendwie stylish ist es schon hier. Vielleicht beim nächsten Mal.