Damit morgen zum Jahrestag jeder den Weg…

…findet, also genau 214 Jahre nach dem Herrn Alexander, hier ein Bild vom Endspurt. Unten rechts der weiße Fleck ist El Portillo, hier kam er über den Caldera-Rand und hatte noch ein paar Stunden durch das schwarze, scharfkantige „Malpais“, bis er nahe dem heutigen Refugio auf 3260 m, bei den Eismännern, den „Neveros“, die hier oben Eis suchten und im Tal verkauften, übernachten konnte. Aber dafür hatte er ja am nächsten Morgen den phantastischen Sonnenaufgang…

 

 

Da blickt er nun, der…

… der gute Alexander von Humboldt und läßt nachdenklich den Blick im tropischen Garten von Orotava schweifen. In sieben Tagen auf Teneriffa hat er eine ganze Wissenschaft begründet und mit seinen Forschungen am Teide so manches bis heute noch gültige Bild geprägt. Wir sind dieser Tage über den Passatwolken unterwegs, um eine neue „Humboldtreise“ auf den Weg zu bringen – eben die besteigung des Teide auf dem historischen Weg und die Fortsetzung des Weges – so wie sie wohl Humboldt gewählt hätte – über Vilaflor an die Südküste von Teneriffa. Ein tolles Projekt!

Heute am Ammersee…

…hab ich dieses Bild nicht aufgenommen. Allen Meldungen zufolge regnet es in Deutschland so wie wir es im Englischbuch gelernt haben „cats and dogs“. Deswegen genießen wir noch nach intensiven Tagen im outback von Antalya den Relax am Strand von Olympos. Wir sitzen in der Turkish Lounge und chillen, um uns rum nur junge, sehr junge Leute. Das Bild ist übrigens nicht am Ammersee, sondern in Phaselis, einer antiken Hafenstadt. Nett von den Griechen, die Stadt vor rund 2500 Jahren gegründet zu haben, damit man heute für 5 türkische Lira in antiken Ruinen baden kann. Was ist sonst noch passiert? Wir arbeiten an einem Fluglotsenstreik für den Rückflugtermin und na ja, bei unseren letzten Wanderung hatten wir diese Herren mit ihrem Hund getroffen. Man beachte mal das Halsband. Ansonsten ein lieber netter Kerl, der Herr und auch der Hund, und er frisst ja nur 5 Laib Brot in Fleischbrühe am Tag. Ich hatte aber trotzdem kurzzeitig die Bedenken, heute das falsche Rasierwasser angelegt zu haben. Unbegründet. Aber ein „Stockerl“ hab ich ihm auch nicht geworfen, man kann ja nie wissen …

 

 

Unser Platz in der Alten-WG…

…ist uns wohl gesichert. Die Herrschaften würden uns sofort aufnehmen. Lustig war es bei ihnen allemal und auch wenn jeder von ihnen in die Stadt zu Kindern oder ins Heim gehen könnte – alle meinten, hier auf dem Dorf ist es besser. So wie der eine mittelrüstige Herr, der vor 57 Jahren als junger Mann dabei war, als die Dorfweide gepflanzt wurde. Aber ein bisserl viel Altehrwürdigkeit ist es schon – die Schule wurde vor mehr als 15 Jahren mangels Schülern geschlossen. Aber die Herrschaften harren aus und machen es sich mehr recht als schlecht gemütlich und lassen sich die Laune nicht verderben. Gejammert hat keiner von ihnen. Wir zogen dann weiter in das gelbe Tal der Butterblumen – eine Bergwanderung, auf der Deutsche sicherlich noch nicht oft unterwegs waren. Umso schöner, dachten wir uns, und genossen diesen einmaligen Anblick, gute 14 Tage nach der Schneeschmelze…

 

Das Wort Schafskälte…

 

stammt wohl aus dem Türkischen. Gestern waren wir auf 2300m, es gab noch Schnee (während es unten 35 Grad hatte) und ein eisiger Sturm blies über die karstigen Berge und die Almen. Hassan und fünf weitere Familien haben sich hier oben auf die Sommerweide begeben, denn „unten an der Küste war es zu heiß“. Fast jede Nacht kommen Wölfe – zwei, drei. Aber Hassan meinte lakonisch, die gehen nicht auf Menschen und die Hunde, die hätten ja ein mit Eisendornen besetztes Halsband. Gut zu wissen für unseren Rückweg. Ja, so einfach kann das Leben sein, wenn man will oder man muss. Wir saßen im Zelt, froren und stärkten uns mit aufgeweichtem Fladenbrot. Und die Schafe, die standen in der Kälte, eben Schafskälte…

Perge, Side…

…Aspendos und Termessos – das alles sind schon superschöne Sehenswürdigkeiten. Aber so richtig lebendig und greifbar werden sie erst, wenn man dem Museum in Antalya einen Besuch abstattet. Denn dort findet man die Statuen und Sarkophage und plötzlich verdichtet sich alles zu einem lebendigen und komplexen Bild. Übrigens das Museum von Antalya – es erinnert mich an die Museen in Danang und in Phnom Pen – die auch mit ausgesuchten Stücken eine ganze Epoche wieder aufleben lassen. Unser Kontrastprogramm für die nächsten zwei Tage sieht aber leider etwas anders aus – im Moment befinden wir uns in einem Strandhotel all inclusive – was bedeutet, dass wir langsam wohl russisch lernen müssen…

Über die Schotterflanke des Olymp…

… oder richtigerweise des Tahtali geht es hinauf zum Gipfel. Nix Seilbahn, wie man uns angeraten/unterstellt hatte, sondern schön brav über die „Westflanke“. Solche Anstiege werden oft als Schinder bezeichnet. Wahrscheinlich aber ist es ein mentales Problem statt einem konditionellen, das einen derartig steinige Durststrecken als misslich erscheinen lässt. Step by step und nicht sich in Klagestimmung begeben, dann wird auch der Aufstieg zum Gipfel ein durchaus schönes Erlebnis. Ein bisserl hat es mich auch an das große Finale auf dem Zugspitzblatt erinnert, da ist ja, wenn wir mal ehrlich sind, von Gletscher auch kaum noch eine Spur zu sehen. Blanke Tatsachen am Hausberg von Antalya…

Es gibt immer etwas…

… zu besprechen, wenn man mit Ömer unterwegs ist. Da kann eine Fahrt von einer Stunde auch schon mal zwei oder drei Stunden dauern. Mit Ömer treffen wir Freunde, so wie Hadji, der einen kleinen Laden betreibt, in dem man für nur 5 Lira, also zwei Euro wunderbar abgetragene Pantoffel kaufen kann – wenn man mag und das Geld dafür hat. Eine Kiste voller Schuhe, in der auch ein einzelner blauer Hausschuh liegt. „Für einen Einbeinigen?“ war meine Frage und Hadj und Ömer lachten schallend los…

Da steckt Musik drinn…

…anders kann  man es nicht sagen – es sind Wanderungen vom Feinsten und auch das Hinterland stimmt und es ist eine wohltuend entspannte Atmosphäre hier in Ovacik auf den Taurus-Trails. Und wie viel Wanderern sind wir begegnet – genau gesagt in vier Tagen einem! Also passt alles bestens für unser Vorhaben, dieses Gebiet mit dem DAV Summit Club und der Region in ein etwas nachhaltigeres Konzept einzubinden. Da ist soviel Potential drinn, es sind so tolle Touren und wie gesagt, auch das Drumherum stimmt. Hier und dort noch Feinarbeit – manchmal müssen auch die Stellschrauben etwas strenger angezogen werden – aber das ist ein absolutes Juwel und deswegen macht es auch Spaß, mit Ömer, Ilker, Volkan und natürlich mti Yussf Örnek hier zu arbeiten.

Ein spannender Auftakt mit…

… mit Side – der einzigen historischen Stadt der Türkei, in der griechisch-römisch-byzantinische Ruinen als Verkaufsfläche für gefälschte Hermes-Taschen und Polo-Ralph-Lauren Hemden missbraucht wird. Schade, aber „money makes the world go round“… Und das Harte schlägt und verdrängt immer das Weiche – siehe einen der letzten Einträge. Gegen perfekten Kommerz hat bloße Schönheit keine Chance. Trotzdem, ein sehr schöner Ausflug und auch das alte Antalya ist eine wunderschöne Impression, von der wir zunehmende begeistert sind. Also – es gibt dem blanken Massenbewegungen durchaus etwas entgegen zu setzen und angesichts der türkisen Farbe des Flusses und der sich dahinter aufbauenden Bergwelt bin ich zuversichtlich für unsere nächsten Tage und das Projekt, einen nachhaltigen Wandertourismus aufzubauen…