Nighthawk oder damit das…
Kommentar
… alles nicht zu cool rüberkommt, erst einmal ein Blick aus dem Hotelzimmer. Für uns etwas ungewöhnlich dieser Blick. Trotzdem, in manchen Dingen sind sie uns voraus, die Leute aus Donwunder oder aus dem Land of Oz, wo anscheinend das Geld von den Bäume zu tropfen scheint. Gute Ideen haben sie und sei es nur, dass man sich die Hände wäscht und das Dreckwasser zurück in den Spülkasten fliest – Wasser ist kostbar, eben ein Kontrastprogramm…
…damit man sich ungefähr vorstellen kann, was ein entspannter Ausflug sein kann. Die Jungs hängen ab, trinken Bier, kaufen einem Angler ein paar Fische ab und hören Alt-J. Muss man sich anhören, damit man in Stimmung kommt. Alt-J?…Die Anfänge der Band gehen auf das Jahr 2007 zurück. Damals trafen sich Gwil Sainsbury, Joe Newman, Gus Unger-Hamilton und Thom Green an der Universität Leeds, wo Gwil, Joe und Thom Kunst und Gus englische Literatur studierten. In ihrem zweiten Studienjahr spielte Joe Gwil ein paar seiner Songs vor, bei denen er von seinem Gitarre spielenden Vater inspiriert wurde. Daraufhin beschlossen die beiden, eine Band zu gründen…eben relaxed wie alles hier…
… nicht jedoch ohne eine kleine Kajaktour auf dem Anson-River. Zwar dauert es etwas, bis ich das mit der Fußlenkung und dem Paddeln als Multitasking raushabe, aber dann klappt es wunderbar. Mit einer netten Geschwindigkeit – man liebt es hier, die Dinge mit Elan anzugehen – paddeln wir den schwarzen Fluss hinunter zur Shark-Bay, wo sich normalerweise ein paar kleine Haie in der Brutzeit zurückziehen. Only long a meter or a little bit more…
… Luxus, anders kann man es nicht bezeichnen. Und nachdem hier alles doppelt und vielleicht dreimal so kostenintensiv ist wie bei uns, mag man sich vorstellen, in welchen Preiskategorien man sich hier bewegt. Also was bleibt anderes übrig, als es zu Genießen – tasmanisch relaxed. Und das bedeutet, Gitarre spielen zum Sonnenuntergang am Deck, abends ein gepflegtes Abendessen und einen netten Talk mit total entspannten und coolen guides und einfach „alle vier gerade sein lassen“. Schlechtes Gewissen. Etwas, denn wie gesagt, wenn jetzt noch ein Wal…
..zufällig ein Wal an diesem Wahnsinnsstrand vorbeischwimmen sollte, würde ich sofort unter Protest „wegen übermäßger Ungleicheit an landschaftlichen Schönheiten“ das Land verlassen. „too much“ – anders kann man es wohl kaum beschreiben, was hier in Tasmanien so geboten wird. Heute geht es entlang der Bay of Fires zur gleichnamigen Lodge und außer entlang am Strand und etwas auf und ab in den Dünen und unendlich lange Blicke über einen astreinen, weißen Strand ist nicht viel mehr zu tun als zu Staunen. Als ob das nicht genügen würde. Trotzdem, nach der Ankunft in der Superlodge, erlaube ich mir nochmal einen Spaziergang durch die Dünen und treffe auf diesen mehr als friedlich gesinnten Beobachter…

… in Launceston und angesichts der Temperaturen ist das ja schon fast wie zu Hause. Vom Winter in den Winter. Immerhin soll es heute bis auf 400 Meter runterschneien, gut also dass wir an der Küste unterwegs sind. Bay of Fire klingt angesichts des Kälteschocks ja auch ziemlich vielversprechend. Also starte ich heute die Tassie-Expierience und hoffe mal, dass die Sonne es schafft, über die Berge zu klettern und zumindest ein bisserl Wärme runterzulassen. Übrigens ein irres Phänomen hier in Land of Oz – der Mond scheint bedeutend heller als daheim. Klar, denn von Luftverschmutzung und Lichtverschmutzung kann in den Outbacks keine Rede sein und da in Tasmanien nur rund 300 000 Leute leben sollen und die Insel so groß wie Schottland ist ( ich hab´s noch nicht nachgeprüft – man hat es mir stolz im Taxi erzählt), ist ja fast überall Outback. Und da gibt es eben nur dunkel und hell. Und nachts ist der Mond so hell, dass man bei Vollmond eigentlich ein Buch lesen kann. Hat was für sich…