4.12. Over the borderline…

India – you´ll love it or hate it
…man könnte fast meinen, wer in Sunauli über die Grenze geht, ist wirklich ein Borderliner. Abenteuerlich und wild dürfte gar kein Ausdruck sein und bräuchte man am Ende bei der Ausreise nicht den Einreisestempel, dann könnte man sich die Prozedur schenken. Denn Interesse an irgendeiner grenzkontrollierenden Tätigkeit hatten weder die nepalischen noch die indischen Grenzbeamten gezeigt. Wichtig war das Ausfüllen von Papieren und das Anhäufen eines sichtbaren Arbeitsberg von ausgefüllten immigration cards. Das Grenzbüro ist filmreif heruntergekommen und Indiana Jones hätte seine wahre Freude. Der letzte Anstrich dürfte vor Mahatma Gandi getätigt worden sein. Nun gut, weiter über übelste Ruckelpisten durch das Outback von Indien. Wer jemals behauptet, Indien wäre auf dem Sprung in ein modernes Zeitalter und eine führende Wirtschafts- und IT-Nation, der wird hier eines Besseren belehrt. Der Weg nach Sravasti ist ein ländlicher Film aus den 20er Jahren und würden zwischen all den Ochsenkarren nicht immer wieder die Zuckerrohrlaster auf der Straße rumdonnern, könnte es auch noch einmal 50 Jahre zurück gedeutet werden.
Sravasti und der heilige Bodhibaum des Ananda – nach sechsstündiger Ruckelfahrt ist es eine Wohltat, ein paar Schritte zu laufen und an den stark duftenden Rosen der burmesischen Pilger innezuhalten. Diese Rosen duften noch – ob mit oder ohne künstliche Aromastoffe sei dahingestellt. 25 Regenzeiten verbrachte Buddha hier und irgendwie spürt man den Geist dieser 25 Winter und alle sind ganz zufrieden und aufgeräumt beim Spaziergang durch den Buddhapark. Im Hotel sind wir wieder unter der großen Schar der burmesischen Pilger und der Kommentar unsres Guides zum Thema Internet: „No Sir, here we are in remote area“.Das sagt alles und morgen wird’s ebenso sein.

Rosen, die endlich einmal duften

3.12. Goin´up the country…

Ein Licht geht auf

… knapp zwanzig Kilometer von Lumbini entfernt liegt der Palast Kapilavasthu. Na ja, vom Palast, in dem Buddha 29 Jahre lebte, ist nicht mehr viel zu sehen, und dennoch, es ist ein stimmungsvolle und netter Vormittag. Die Mischung aus den Buddhageschichten von Martin Grimm (Inselverlag Leipzig 1967), dem Badepool des Buddha und dem alltäglichen Dorfleben ergeben eine stimmige Kombination. Nicht schlecht, wenn einem bei so einem schönen Vormittag ein Licht aufgeht, und wenn es nur die improvisierte Straßenleuchte á la Nepal ist. Da mehrere solcher Stromkabel einfach von den Leitungen hängen, liegt der Verdacht nahe, dass man hier so manchen Abend einfach ein bisserl Licht abzapft. Hoffentlich lassen sich die Leute nicht dabei erwischen oder bekommen gar einen satten Stromschlag. Dass die Schulkinder ihre Finger davon lassen und lieber mit dem klapprigen Radl gen Schule ruckeln, ist gut so.Morgendliche Radlprozession zur Schule

2.12. Wunschgöttin statt Weihnachtsplätzchen…

Am Tempel der Wunschgöttin in Manakamana

… in Manakamana, dem Altötting Nepals. Nach einen entspannten Abend in der River Lodge an „der Biegung des Großen Flusses“ und heute einer wunderschönen Morgenwanderung ging´s mit der Seilbahn „made in Austria“ zum Tempel der Wunschgöttin in Manakamana. Für Nepali bedeutet das mehrere Stunden Anstehen, wir durften vielleicht auch wegen der dreifach höheren Ticketpreises einfach uns ein bisserl vordrängen. Aber nur am Weg nach oben! Am Tempel dann ließ uns  lange Zeit der Blick auf den Manaslu nicht los, dann natürlich auch Geschichten und Rituale rund um den Tempel. Der Wechsel nach Lumbini in vierstündiger Fahrt war weniger stressig als sonst und der Sonnenuntergang am japanischen Stupa ein kleiner Vorgeschmack auf die kommenden Tage.

Sonnenuntergang an der japanischen Pagode

 

1.12. Keine Anzeichen von Weichnachtsstress…

…ein atemraubender Morgen noch einmal in Lakhuri – heute zeigt sch sogar der Manaslu ganz und in voller Pracht. Wir sehen vom Hotelgarten aus zwei Achttausender, eigentlich ein Weihnachtsgeschenk per se. In Bodnath treffen wir uns mit den Ofenmachern und schmieden neue Pläne für ein Projekt Nachhaltiges Reisen im Kumbhu. So langsam nehmen diese Themen Form an und ehrlich gesagt, es ist mehr als Zeit, dass sich hier beim Reisen etwas verändert. Das Interesse, sowohl dieses Mal als auch bei der letzten Tour zeigt, dass diese inputs richtig sind. Abends in der River Lodge bleibt Zeit, sich auszutauschen und hu diskutieren. Und weil alles so stimmig ist und der Mond in silbrig glänzendem Bogen sein Licht auf den Trislui River wirft, kommen bei den Damen Erinnerungen an Robert Redford und out of Africa. Trotzdem – wir sind in Nepal und von Weihnachten nimmt bis dato keiner so wirklich Notiz. Das Wort Weihnachten fällt nur im Zusammenhang mit all den üppigst blühenden Büschen von Weihnachtssternen.