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Kommentar
3.12. Goin´up the country…
… knapp zwanzig Kilometer von Lumbini entfernt liegt der Palast Kapilavasthu. Na ja, vom Palast, in dem Buddha 29 Jahre lebte, ist nicht mehr viel zu sehen, und dennoch, es ist ein stimmungsvolle und netter Vormittag. Die Mischung aus den Buddhageschichten von Martin Grimm (Inselverlag Leipzig 1967), dem Badepool des Buddha und dem alltäglichen Dorfleben ergeben eine stimmige Kombination. Nicht schlecht, wenn einem bei so einem schönen Vormittag ein Licht aufgeht, und wenn es nur die improvisierte Straßenleuchte á la Nepal ist. Da mehrere solcher Stromkabel einfach von den Leitungen hängen, liegt der Verdacht nahe, dass man hier so manchen Abend einfach ein bisserl Licht abzapft. Hoffentlich lassen sich die Leute nicht dabei erwischen oder bekommen gar einen satten Stromschlag. Dass die Schulkinder ihre Finger davon lassen und lieber mit dem klapprigen Radl gen Schule ruckeln, ist gut so.
2.12. Wunschgöttin statt Weihnachtsplätzchen…
… in Manakamana, dem Altötting Nepals. Nach einen entspannten Abend in der River Lodge an „der Biegung des Großen Flusses“ und heute einer wunderschönen Morgenwanderung ging´s mit der Seilbahn „made in Austria“ zum Tempel der Wunschgöttin in Manakamana. Für Nepali bedeutet das mehrere Stunden Anstehen, wir durften vielleicht auch wegen der dreifach höheren Ticketpreises einfach uns ein bisserl vordrängen. Aber nur am Weg nach oben! Am Tempel dann ließ uns lange Zeit der Blick auf den Manaslu nicht los, dann natürlich auch Geschichten und Rituale rund um den Tempel. Der Wechsel nach Lumbini in vierstündiger Fahrt war weniger stressig als sonst und der Sonnenuntergang am japanischen Stupa ein kleiner Vorgeschmack auf die kommenden Tage.
1.12. Keine Anzeichen von Weichnachtsstress…
…ein atemraubender Morgen noch einmal in Lakhuri – heute zeigt sch sogar der Manaslu ganz und in voller Pracht. Wir sehen vom Hotelgarten aus zwei Achttausender, eigentlich ein Weihnachtsgeschenk per se. In Bodnath treffen wir uns mit den Ofenmachern und schmieden neue Pläne für ein Projekt Nachhaltiges Reisen im Kumbhu. So langsam nehmen diese Themen Form an und ehrlich gesagt, es ist mehr als Zeit, dass sich hier beim Reisen etwas verändert. Das Interesse, sowohl dieses Mal als auch bei der letzten Tour zeigt, dass diese inputs richtig sind. Abends in der River Lodge bleibt Zeit, sich auszutauschen und hu diskutieren. Und weil alles so stimmig ist und der Mond in silbrig glänzendem Bogen sein Licht auf den Trislui River wirft, kommen bei den Damen Erinnerungen an Robert Redford und out of Africa. Trotzdem – wir sind in Nepal und von Weihnachten nimmt bis dato keiner so wirklich Notiz. Das Wort Weihnachten fällt nur im Zusammenhang mit all den üppigst blühenden Büschen von Weihnachtssternen.
30.11. Ein langer Weg..
…nach Namobuddha ist es, aber ein Weg, der sich lohnt. Zunächst einmal die fantastische Wanderung von Lakhuri entlang dem Höhenzug nach Manidoban, dann die Rumpelfahrt mit dem Jeep nach Panauti. Hier hinten, ein Tal weiter, ist es eine andere Welt. Es ist viel ruhiger und beschaulicher als im Kathmandutal. Es ist eine ruhige und bäuerliche Welt, die Felder sind momentan bis auf den Raps abgeerntet und alles wirkt irgendwie im Lot. Nicht dass es Überfluss und Luxus wäre, weit gefehlt, aber die Menschen denen wir begegnen, sind gut aufgelegt und wirken oft aufgeräumter und zufriedener vielleicht als bei einer ähnlichen Tour zuhause. Die Fahrt nach Namobuddha übertrifft alle Erwartungen: sowohl was die Rumpelstrecke anbelangt als auch das Erlebnis. Es sind die schönsten wehenden Gebetsfahnen, die ich im ganzen Himalaya kenne.
29.11. Der Sex-Appeal einer Wärmflasche…
… ist zugegeben nicht besonders hoch, aber in diesem Fall hat er doch etwas. Also fällt es leichter, noch ein paar kurze Inputs zu geben, wenn es unter der Decke nicht eisig feucht und klamm ist. Erstaunlich ist immer wieder auf den Reisen der Faktor Zeit. Oft sind es nur ein paar Minuten und Sekunden, um an einem Ort anzukommen und die Atmosphäre aufzunehmen. Begegnen statt Besichtigen ist sicherlich en wichtiger Punkt. Deswegen war es heute etwas ruhiger, entspannter, mit mehr Luft zum „atmen“. Und wenn es nur ein paar Fotos sind, die man eigentlich machen wollte.
Changu Narayan voller Schulkinder wird dann zu einem schönen Erlebnis und Zeit zu haben, um in Ruhe ein paar Briefkuverts in einer Papiermanufaktur auszusuchen, macht den Tag rund. Insgesamt also war es trotz morgendlich klammer Frische doch ein mehr als schöner Tag, und jeder für sich hat heute so viele Eindrücke gesammelt. Vom abgelegenen Shivaheiligtum, von der beruhigenden Stille der bäuerlichen Landschaft, von der filigranen Schönheit der Newararchitektur – Nepal ist einfach ein Platz zum Heimkommen und Ankommen. Und jeder entdeckt doch immer wieder etwas Neuer, auch wenn er schon oft hier war. Das ist vielleicht der Unterschied.












