
- India – you´ll love it or hate it
…man könnte fast meinen, wer in Sunauli über die Grenze geht, ist wirklich ein Borderliner. Abenteuerlich und wild dürfte gar kein Ausdruck sein und bräuchte man am Ende bei der Ausreise nicht den Einreisestempel, dann könnte man sich die Prozedur schenken. Denn Interesse an irgendeiner grenzkontrollierenden Tätigkeit hatten weder die nepalischen noch die indischen Grenzbeamten gezeigt. Wichtig war das Ausfüllen von Papieren und das Anhäufen eines sichtbaren Arbeitsberg von ausgefüllten immigration cards. Das Grenzbüro ist filmreif heruntergekommen und Indiana Jones hätte seine wahre Freude. Der letzte Anstrich dürfte vor Mahatma Gandi getätigt worden sein. Nun gut, weiter über übelste Ruckelpisten durch das Outback von Indien. Wer jemals behauptet, Indien wäre auf dem Sprung in ein modernes Zeitalter und eine führende Wirtschafts- und IT-Nation, der wird hier eines Besseren belehrt. Der Weg nach Sravasti ist ein ländlicher Film aus den 20er Jahren und würden zwischen all den Ochsenkarren nicht immer wieder die Zuckerrohrlaster auf der Straße rumdonnern, könnte es auch noch einmal 50 Jahre zurück gedeutet werden.
Sravasti und der heilige Bodhibaum des Ananda – nach sechsstündiger Ruckelfahrt ist es eine Wohltat, ein paar Schritte zu laufen und an den stark duftenden Rosen der burmesischen Pilger innezuhalten. Diese Rosen duften noch – ob mit oder ohne künstliche Aromastoffe sei dahingestellt. 25 Regenzeiten verbrachte Buddha hier und irgendwie spürt man den Geist dieser 25 Winter und alle sind ganz zufrieden und aufgeräumt beim Spaziergang durch den Buddhapark. Im Hotel sind wir wieder unter der großen Schar der burmesischen Pilger und der Kommentar unsres Guides zum Thema Internet: „No Sir, here we are in remote area“.Das sagt alles und morgen wird’s ebenso sein.

Rosen, die endlich einmal duften