Im Süden ist…

… es einfach lauter und wer denkt, dass eine Nacht nach einem absolut heißen Wandertag still und geruhsam verlaufen wird, kennt einfach nicht das südliche Ambiente. Mein Tipp:sich schon vorher damit abfinden, dass man ab und zu einmal ein sattes Motorengeräusch hören wird und dass ab 5 Uhr morgens das Leben beginnt. Aber wer nur Stille und Vogelgezwitscher will, darf eben nicht in den Süden kommen, aber er verpasst auch was…

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Und plötzlicht ist…

Foto… man wieder zu Hause. Vorbei ist die Vielfalt der Sinneseindrücke, der Lärm der unbekannten Stadt, die vielen Menschen, die wechselnden Stimmungen und die Vielfalt des Neuen. Es ist wie ein Schleier, der sich über einen legt, der sanft und leise die Erinnerungen entstehen lässt, sie schützt und sie langsam in ein neues Bild rückt. Bewahrt.  Ein Zustand des Dazwischenseins entsteht. Der Körper ist zu Hause angelangt und verrichtet mechanisch Tätigkeiten, die man eben so macht, wenn man heimkommt. Der Garten, der Keller, die Waschmaschine, der Kühlschrank. Und dann plötzlich sieht man unerwartet ein Bild, erhascht einen Eindruck, genießt den Moment und merkt, jetzt bin ich angekommen. Ist es bei der Ankunft in der Ferne nicht ebenso – nur umgekehrt? Noch ist man mit dem Kopf fort, unterwegs. Zu Hause. Auch schön, sogar sehr schon, schießt es plötzlich durch den Kopf…

Es ist eine Brücke…

Istanbul_01… der Schwermut, die sich zwischen Asien und Europa spannt. Es ist nicht die Galata-Brücke, sondern das Gefühl zwischen zwei Kontinenten, zwischen zwei Lebensvorstellungen, zwischen zwei völlig verschiedenen Sichtweisen und zwei Glaubenswelten. Istanbul ist ein lebendige und pulsierende Stadt, jung, dynamisch, offen, lustig, vielseitig und spannend. Und doch – immer wieder trifft man bei den Stadtwanderungen auf stimmungsvolle und einsame Bilder. Die  Schwermut oder vielleicht besser die Nachdenklichkeit – sie ist eine Brücke zwischen diesen beiden Welten…

Auf den Prinzen…

…inseln läßt es sich bestens verweilen. Die Ausblicke sind unvergleichlich schön und wie so oft auf Inseln ist der späte Nachmittag die beste Zeit. Man sitzt an einem traumhaften Platz, die Sonne neigt sich langsam und der Abend kommt – und die Tagesgäste gehen zum Pier und fahren zurück aufs Festland. Prima, dass wir bleiben…

Manchmal bedarf es…

Kava
…nur einer Kleinigkeit, um gastlich und gastfreundlich zu sein. Es sind nicht die großen Gesten und die tollen Tischdekorationen, die bestechen, sondern einfach nur ein paar Stühle und ein Tisch, die am rechten Platz stehen. Vieles hier in der Türkei ist einfach und vieles ist einfach gastfreundlich. Und genau deswegen gefällt es uns hier so gut. In den bergen und am Meer…

Ein Land lesen…

_DSC6972… wie dieser alte Mann in Kula im Herzen Anatoliens den Koran liest. Es sind literarische Formulierungen, die uns fesseln und (W)orte, die unsere Aufmerksamkeit auf uns ziehen. Manche Stellen lesen wir zwei, drei Mal, bis wir sie verstehen und manche Passagen erobern unser Herz sofort. Keine Hast und kein Dämmerschlaf, der die Lektüre oder die Reise verzerrt und auch keine ablenkende Störung. Nicht alles erschließt sich sofort, aber man spürt die Bereitschaft, sich einzulassen. Vielleicht ist es die richtige Art des Reisens – slow reading, slow travel…

Made in Bangladesh…

TSHIRT… drei Tage vor Abflug – ich will mir noch ein T-Shirt kaufen, renne rein ins Shoppingparadies. Das schaut gut aus – Bangladesh. Das schaut auch nicht schlecht aus – Bangladesh. Und die Sweatshirtjacke – Bangladesh. Ok,  der Laden verspricht, fair zu produzieren (wer´s glaubt) und auf verbesserte Arbeitsbedingungen zu achten. Alles Blödsinn – ein Monatslohn von 30 $ ist keine verbesserte Arbeits- und Lohnbedingung und nachdem schon lange keine Fabrik mehr in Flammen aufgegangen ist, wurde es auch ruhig und die ganze Textilbranche im Armenhaus. Trotzdem – ich kann es nicht kaufen, dieses Zeug. Am Ende hab ich dann doch im Qualitätsladen ein T-Shirt gefunden, quasi aus dem Restmüll geschaffen. Ein super Shirt und eine super Option. Nur das es mir einen sechs mal so teueren Preis wert ist kann man auch als Luxusproblem sehen…