… diesmal fast ohne Worte.
Und plötzlicht ist…
… man wieder zu Hause. Vorbei ist die Vielfalt der Sinneseindrücke, der Lärm der unbekannten Stadt, die vielen Menschen, die wechselnden Stimmungen und die Vielfalt des Neuen. Es ist wie ein Schleier, der sich über einen legt, der sanft und leise die Erinnerungen entstehen lässt, sie schützt und sie langsam in ein neues Bild rückt. Bewahrt. Ein Zustand des Dazwischenseins entsteht. Der Körper ist zu Hause angelangt und verrichtet mechanisch Tätigkeiten, die man eben so macht, wenn man heimkommt. Der Garten, der Keller, die Waschmaschine, der Kühlschrank. Und dann plötzlich sieht man unerwartet ein Bild, erhascht einen Eindruck, genießt den Moment und merkt, jetzt bin ich angekommen. Ist es bei der Ankunft in der Ferne nicht ebenso – nur umgekehrt? Noch ist man mit dem Kopf fort, unterwegs. Zu Hause. Auch schön, sogar sehr schon, schießt es plötzlich durch den Kopf…
Es ist eine Brücke…
… der Schwermut, die sich zwischen Asien und Europa spannt. Es ist nicht die Galata-Brücke, sondern das Gefühl zwischen zwei Kontinenten, zwischen zwei Lebensvorstellungen, zwischen zwei völlig verschiedenen Sichtweisen und zwei Glaubenswelten. Istanbul ist ein lebendige und pulsierende Stadt, jung, dynamisch, offen, lustig, vielseitig und spannend. Und doch – immer wieder trifft man bei den Stadtwanderungen auf stimmungsvolle und einsame Bilder. Die Schwermut oder vielleicht besser die Nachdenklichkeit – sie ist eine Brücke zwischen diesen beiden Welten…
Auf den Prinzen…
…inseln läßt es sich bestens verweilen. Die Ausblicke sind unvergleichlich schön und wie so oft auf Inseln ist der späte Nachmittag die beste Zeit. Man sitzt an einem traumhaften Platz, die Sonne neigt sich langsam und der Abend kommt – und die Tagesgäste gehen zum Pier und fahren zurück aufs Festland. Prima, dass wir bleiben…
Auf den Prinzeninsel…
Manchmal bedarf es…
…nur einer Kleinigkeit, um gastlich und gastfreundlich zu sein. Es sind nicht die großen Gesten und die tollen Tischdekorationen, die bestechen, sondern einfach nur ein paar Stühle und ein Tisch, die am rechten Platz stehen. Vieles hier in der Türkei ist einfach und vieles ist einfach gastfreundlich. Und genau deswegen gefällt es uns hier so gut. In den bergen und am Meer…
Ein Land lesen…
… wie dieser alte Mann in Kula im Herzen Anatoliens den Koran liest. Es sind literarische Formulierungen, die uns fesseln und (W)orte, die unsere Aufmerksamkeit auf uns ziehen. Manche Stellen lesen wir zwei, drei Mal, bis wir sie verstehen und manche Passagen erobern unser Herz sofort. Keine Hast und kein Dämmerschlaf, der die Lektüre oder die Reise verzerrt und auch keine ablenkende Störung. Nicht alles erschließt sich sofort, aber man spürt die Bereitschaft, sich einzulassen. Vielleicht ist es die richtige Art des Reisens – slow reading, slow travel…
Made in Bangladesh…
… drei Tage vor Abflug – ich will mir noch ein T-Shirt kaufen, renne rein ins Shoppingparadies. Das schaut gut aus – Bangladesh. Das schaut auch nicht schlecht aus – Bangladesh. Und die Sweatshirtjacke – Bangladesh. Ok, der Laden verspricht, fair zu produzieren (wer´s glaubt) und auf verbesserte Arbeitsbedingungen zu achten. Alles Blödsinn – ein Monatslohn von 30 $ ist keine verbesserte Arbeits- und Lohnbedingung und nachdem schon lange keine Fabrik mehr in Flammen aufgegangen ist, wurde es auch ruhig und die ganze Textilbranche im Armenhaus. Trotzdem – ich kann es nicht kaufen, dieses Zeug. Am Ende hab ich dann doch im Qualitätsladen ein T-Shirt gefunden, quasi aus dem Restmüll geschaffen. Ein super Shirt und eine super Option. Nur das es mir einen sechs mal so teueren Preis wert ist kann man auch als Luxusproblem sehen…
Ein Blick über den Garten,…
… vielleicht ist dies in ein paar Jahren bei mir ähnlich. Am 1. April den Garten zu gießen ist kein Scherz, sondern heiße Wirklichkeit. Da lese ich in der Zeitung, dass die Temperatur im März dieses Jahr vier Grad über dem Durchschnitt lag und auf der gleichen Seite, dass wir uns auf längere Hitzeperioden und größere Unwetter einstellen sollen. Ich wässere unseren Garten, spanne ein Sonnensegel auf der Terrasse und grille mit Freunden, weil es so warm ist wie manchmal im Juni und vom Wetter besser als an manch einem Sommertag. Mein Nachbar erzählt mir so nebenbei, er habe gestern zwei ältere Damen beim Ratschen über den Zaun im Bikini bemerkt. Schön, denk´ ich mir da im ersten Moment und dann wird’s doch wieder einmal unheimlich mit dem Klima. Klimawandel? Nicht dass er schon da wäre, nein, woher denn. Es ist nur etwas anders wie sonst, oder …
Der Sentiero della Pace…
…zunächst war ich ja zugegebenermaßen etwas skeptisch, dachte es sei eine eher revanchistische Angelegenheit, sich auf den alten, aus dem Ersten Weltkrieg stammenden Bergpfaden durch das Trentino und die Dolomiten zu bewegen. Inzwischen bin ich eines Besseren belehrt und denke, dass es mehr ist, als nur ein von der Geschichte getriebener Weg. Mehr Begegnungen und mehr Vielseitigkeit, wie von den sanften Almwiesen der Folgaria über Rovereto zur Strada delle 52 Gallerie bis hinauf in die Gletscherwelt des Adamelle wie auf dem Sentiero kann man kaum erwarten. Rundum eine starke Sache – mir hat´s super gefallen und ich freue mich, im Frühsommer noch einmal für einen Abstecher auf den Sentiero zu gehen. Wer mehr lesen will, hier ist unser der Beitrag im PANORAMA/II…
Panorama-2-2014-Sentiero-della-Pace







